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1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109

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Mannschaftsgreif der Kopfbedeckung
Großherzog Friedrich II. in der Uniform Seines Regiments
Leibgrenadiere auf Wache vor dem Karlsruher Schloss (von Röchling gemalt)

Das 1. Badische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 (errichtet 23. März 1803) ist das Karlsruher Hausregiment.

Es war das ranghöchste und vornehmste innerhalb der badischen Truppenteile. Sein Chef war der Großherzog; es stellte die Schloßwache.

Die Leibgrenadiere lagen zuletzt in der (neuen) Grenadierkaserne in der Moltkestraße. Dort befindet sich auch das 1895 errichtete (alte) Denkmal des Regiments zu Ehren der Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

Bis heute im Stadtbild Karlsruhes markant präsent und damit im Bewußtsein der Bevölkerung lebendig ist das Regiment durch das nach dem Ersten Weltkrieg errichtete Leibgrenadierdenkmal auf dem Lorettoplatz (bzw. heutigen "Europaplatz"), an dem die alte Grenadierkaserne stand (abgerissen; heute steht dort das Gebäude der Kaiserlichen Post, jetzige "Post Galerie"), in der das Regiment vor dem Umzug in die neue an der Moltkestraße untergebracht war.

Das Regiment kam 1851 nach Karlsruhe und wurde 1856 von Großherzog Friedrich I. zum Leib-Regiment erhoben

Das Regiment gehörte zum XIV. Armeekorps.

Name

Die vollständige Bezeichnung lautete zuletzt "1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109" (abgekürzt 1. Bad. Leib-Gren.-Rgt Nr. 109). Wie der Name schon zeigt ein badischer Truppenteil. Die neben dem vorangestellten "1." noch vorhandene zweite Durchnumerierung ("Hausnummer") am Namensende als "Regiment Nr. 109" bezieht sich auf die preußische Armee, deren Bestandteil es war. Die Charakterisierung als "Grenadier-" und v.a. als "Leib"-Regiment (bezieht sich auf den badischen Landesherrn, den Großherzog) im Regimentsnamen unterstreicht – neben der Rangfolge, dass es eben das erste ("1. Bad...") der badischen Infanterie-Regimenter ist – seine herausgehobene Stellung; es war quasi das badische "Garde-Regiment" (auch wenn es nicht so benannt wurde). Es gab früher einmal eine badische Leib-Grenadier-Garde, diese ist jedoch nicht mit dem hier vorgestellten Regiment identisch! Allerdings steht es bezüglich der Uniformierung in deren Tradition, da es an deren Stelle trat.

andere Leib-Grenadier-Regimente

Neben dem badischen Leib-Grenadier-Regiment bestanden außerhalb Badens auch Regimenter die ebenfalls "Leib-Grenadier-Regiment" hießen (oder einen vergleichbaren Status hatten) und deren Soldaten Leibgrenadiere der Landesherren anderer deutscher Bundesstaaten waren:

  • das 1808 aufgestellte Königlich Preußische Leib-Grenadier-Regiment 'König Friedrich Wilhelm III.' (1. Brandenburgisches). Nr. 8, das in Frankfurt an der Oder garnisonierte und dem III. Armeekorps angehörte.

sowie

  • im XII. Ameekorps das 1670 errichtete Königlich Sächsische 1. (Leib-)Grenadier-Regiment Nr. 100, das in der Hauptstadt Dresden lag.

Im benachbarten Königreich Bayern gab es kein "Leib-Grenadier-Regiment"; der vergleichbare Truppenteil hieß dort "Leib-Infanterie-Regiment". Wie die badischen Leibgrenadiere trug es Gardelitzen und auf den Schultern eine Krone.

Geschichte

Uniformentwicklung 1803 – 1918

Die badischen Truppenteile haben keine lange Geschichte, weil die ganze Armee wegen der Revolution am 14. Juli 1849 aufgelöst worden war. Von der Infanterie entging nur das damals treugebliebene I. Bataillon des (Linien-Infanterie-) Regiments Nr. 4 der Auflösung und wurde dann das I. Bataillon des späteren Leib-Grenadier-Regiments. Aus dem am 6. Januar 1850 neu aufgestellten badischen Armeekorps und preußischen Truppenteilen wurde durch die Militärkonvention vom 25. November 1870 das Kgl. Preußische XIV. Armeekorps gebildet, die badischen Truppenteile in den Verband der Preußischen Armee übernommen worden. Die Offiziere waren demgemäß Königlich Preußische. Die Uniformen waren immer nach preußischem Vorbild gewesen.

Zeittafel

23. März 1803:   Aufstellung als Infanterie-Regiment "Erbprinz" aus Offizieren u. Mannschaften bayr. Truppenteile
  8. Mai 1803:   Infanterie-Regiment "Kurprinz"
21. August 1806:   Infanterie-Regiment "Erbgroßherzog"
15. Juni 1808:   Linien-Infanterie-Regiment "Erbgroßherzog" Nr. 2
1813:   Infanterie-Regiment "Großherzog'" Nr. 3
1818:   Infanterie-Regiment "von Stockhorn" Nr. 3
1830:   Infanterie-Regiment "von Stockhorn" Nr. 4
1847:   Infanterie-Regiment "von Freydorf" Nr. 4
Juli 1849:   Infanterie Bataillon
1850:   Infanterie Bataillon Nr. 1
1852:   1. Infanterie - (Grenadier-) Regiment
20. September 1856:   (1.) Leib-Grenadier-Regiment
1871:   1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109
Leibgrenadier um 1870 (Illustration zum Jubiläum 1903)

In den ersten Namensänderungen spiegelt sich der Aufstieg Badens von der Markgrafschaft zum Kurfürstentum und schließlich Großherzogtum wieder.

1856 erhob Großherzog Friedrich (I.) am Tage seiner Hochzeit mit Prinzessin Luise von Preußen, der Tochter König Wilhelms, das Regiment zum Leib-Grenadierregiment.

Zuletzt kam noch die Nr. 109 der fortlaufenden Durchnummerierung innerhalb der Königlich Preußischen Armee hinzu.

Das 1. Badische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 bildete zusammen mit dem 2. Badischen Grenadier-Regiment "Kaiser Wilhelm I." Nr. 110 in Mannheim (Stab sowie I. und III. Btl.) und Heidelberg (II. Bataillon) die 55. Infanteriebrigade (Karlsruhe) innerhalb der 28. Division (Karlsruhe).

1903 beging das Regiment sein 100jähriges Jubiläum.

Garnisonen

Die alte, von Weinbrenner erbaute Kaserne
ab 1803 Mannheim
30. Juni 1809 auch die beiden Depot-Kompanien in Mannheim
1814 III. (Depot-) Bataillon in Karlsruhe
Oktober 1814 – 1849 Mannheim
30. Januar 1851 Karlsruhe


Die Großherzoglich-Badische Unteroffizierschule in Ettlingen (bestand 1870 bis 1871) war dem Regiment organisatorisch angegliedert.

Feldzüge

Erstürmung des Bahndamms bei Nuits, nach C. Röchling
Die Leibgrenadiere bei Nuits, Postkarte

Das Regiment begann im Mai 1809 mit den Franzosen in Ungarn die Schlachten gegen die Österreicher, siehe hierzu Gefecht bei Pápa.

Das Regiment nahm am Deutsch-Französischen Krieg 1870–’71 teil und ist besonders in der Schlacht bei Nuits (–> Nuitsstraße) am 18. Dezember 1870 hervorgetreten.

Am 25sten Jahrestag der Schlacht von Nuits stellte Kaiser Wilhelm II. Seine Großherzogliche Hoheit den Prinzen Wilhelm von Baden à la suite des Regimentes. Gleichzeitig verlieh er ihm den Orden pour le mérite, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung.

1918 Die deutschen Truppen kehrten nach dem Waffenstillstand (11. November) in die Heimat zurück. In den südwestdeutschen Residenzen Karlsruhe und Stuttgart wurden die Truppen nach der Abdankung der Monarchen von den provisorischen revolutionären Regierungen feierlich entlassen. Die Demobilisierung erfolgte in den Standorten der Regimenter, die vor Kriegsausbruch 1914 bestanden hatten. Alle Truppenteile des alten Heeres wurden bis spätestens 1921 endgültig aufgelöst.

Tradition

Denkmal I/IR 14 auf dem Karlsruher Hauptfriedhof

Siehe auch

Uniform

Anzugarten Mannschaften und Offiziere um 1900

Die Uniform war nach preußischem Muster, jedoch auch und gerade bei den Leibgrenadieren wie bei allen badischen Truppenteilen mit den entsprechenden allgemeinen badischen Abweichungen (siehe dazu auch hier), am Helm der Greif und die badische Kokarde, bei den Offizieren in Portepeeriemen, Schärpenband und Feldbinde ein roter Längsfaden und der Säbel nach besonderer badischer Probe (Badischer Infanterie Offiziersäbel M 56) mit silbernem Bügelgriff, Löwen- bzw. Greifen-Kopf war gestattet. Vizefeldwebel und Feldwebel (Portepée-Unteroffiziere mit dem Recht die Offizierseitenwaffe zu tragen), trugen jedoch preußische Degen, also den IOD 89 mit dem preußischen Adler zum Helm (der berühmten "Pickelhaube") mit dem badischen Greif! Die Paradeüberdecken für die berittenen Offiziere hatten in der hinteren Ecken den "Stern der Treue" in Silber gestickt mit rotem Ordenskreuz in goldenem Mittelfeld.

Mannschaften
unten: Mantel

Die Regimentsuniform entsprach ganz dem Vorbild 1. Garde-Regiment zu Fuß, Potsdam – also blauer Waffenrock mit roten Abzeichen, "schwedischen" Aufschlägen mit silbernen Gardelitzen, ebenso am Kragen; Helmbeschlag und Knöpfe waren weiß (silber, der Farbe der preußischen Garde seit Friedrich d.Gr.), dazu weiße Paradehaarbüsche, das III. Bataillon schwarze – aber eine rote Krone (Offiziere eine vergoldete aus Metall auf den silbern gefaßten Schulterstücken) auf den weißen Achselklappen sowie mit folgenden weiteren Abweichungen / Besonderheiten:

Mannschaftshelm (im Festungsmuseum Philippsburg)

Der Helm ("Pickelhaube") mit weißem Beschlag aber gelben Schuppenketten. Als Helmzier der badische Greif, der jedoch etwas breitere Flügel hatte (und damit dem preußischen Gardeadler entsprach) als bei den übrigen badischen Truppenteilen und – analog zu dem preußischen Gardestern (Stern des Schwarzen Adler-Ordens) – den badischen Ordensstern (des badischen Hausordens der Treue) aufgelegt trug. Bei den Offizieren war dieser wie bei der Garde erhaben gearbeitet, das Ordenskreuz auf dem Stern aus roter Emaille wie in der Paradeüberdecke. Alle Bataillone trugen schwarzes Lederzeug. Die Unteroffiziere trugen gemusterte silberne Tressen. Die Offiziere trugen einen kleinen Badischen Stern am Säbelgriff; ihre Epaulettfelder waren aus Silberstoff, die Achselstücke hatten weiße Tuchunterlage und waren mit Silbertresse eingefaßt. Die Regiments- und Bataillonstamboure hatten zur Parade breite Bandoliere mit silbernen Borten und Verzierungen aus dem gleichen Metall.

Offiziershelm (hier: zur Parade mit Haarbusch)

Feldzeichen

Jedes Bataillon des Regiments führte eine Fahne.

I. Bataillon

Die Fahne des I. Bataillons wurde im Mai 1805 von Kurfürst Carl Friedrich dem Infanterie-Regiment Churprinz in Mannheim verliehen. Das Fahnentuch ist quadratisch (Seitenlänge 110 cm) und in den badischen Landesfarben gehalten.

Die Vorderseite der Fahne zeigt auf goldfarbenem Tuch in der Mitte unter der Kurfürstenkrone (nicht die Großherzogskrone!) das badische Wappen umgeben von der Collane (Ordenskette) des Hausordens der Treue. Vom Wappen ausgehend verlaufen vier rote, schmal goldbordierte Eckkeile. In allen vier Ecken befinden sich die bekrönten ineinander verschlungenen Buchstaben "CF" für "Carl Friedrich" - das Monogramm des einzigen badischen Kurfürsten.

Auf ihrer bekrönten goldenen Spitze mit den Initialen des Landesherrn, die noch aus dem Stiftungsjahr erhalten geblieben ist, trägt die Fahne das Eiserne Kreuz von 1870 aufgelegt. Unterhalb der goldenen Spitze trägt sie den Stern des Hausordens der Treue.

Als einzige der badischen Fahnen trägt sie die goldene Carl-Friedrich-Militär-Verdienst-Medaille.

Die Fahne wird heute in Rastatt im Wehrgeschichtlichen Museum (WGM) verwahrt. Sie wird nicht ausgestellt.

II., III. und IV. Btl

Das Fahnentuch der übrigen Bataillone war weiß und zeigte jeweils auf einer Seite in der Mitte das grün umkränzte großherzogliche Monogramm und darüber die Krone sowie auf der anderen Seite das Mittlere (mit Greifen als Schildhalter) bzw. Große (zudem mit Wappenzelt) badische Wappen.

Das IV. Bataillon trug kein Eisernes Kreuz an der Fahnenspitze, da es erst 1894 errichtet wurde und somit natürlich nicht am Krieg 1870/’71 teilgenommen hatte.


Schellenbaum

Regimentsmarsch und Militärmusik

  • Parade-Marsch:
"Hoch Großherzog Friedrich*!" von Adolf Boettge († 1913)
(* Großherzog Friedrich I. von Baden)

Schellenbaum

Das Regiment erhielt 1874 vom Großherzog einen Schellenbaum mit der Widmung:

"Friedrich Großherzog von Baden Seinem 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 am 22. 3. 1874"

Dazu schenkte Großherzogin Luise dem Regiment 1903 zu seinem 100jährigem Bestehen eine silbergestickte Paradeflagge (siehe Photo).

Der Schellenbaum befindet sich heute in Rastatt im Wehrgeschichtlichen Museum und ist dort in der Sammlung zur Militärmusik ausgestellt (Photo).

Paradeflagge
Sonne, Vorderseite
Sonne, Rückseite
Glocke

Personen

Gedenktafel für Graf Rhena (an der Kaserne)
Kenotaph für Leutnant Prinz Ludwig Wilhelm von Baden († 1888) in der Großherzoglichen Grabkapelle im Karlsruher Hardtwald. Der Prinz ist in der Uniform des Regiments dargestellt. Er trägt den Überrock, noch mit Passanten sowie den alten Feldachselstücken und in der Hand den badischen Infanterie-Offiziersäbel M 1856 (kein Degen!)

Bedeutende Regimentsangehörige waren unter anderem

sowie, in alphabetischer Reihenfolge,

  • Major Anton v. Bechtold (1781–1835), von 1814 bis 1819 als Stabsoffizier im Regiment; wurde später noch Oberstleutnant
  • Carl Gernet (1837–1908), Kgl. Preuß. Generaloberarzt, Sanitätsoffizier im Regiment, zuletzt Regimentsarzt (vgl. [1], letzter Abschnitt)
  • Joseph Heinrich (1879–1955), Offizier (Leutnant) im Regiment (vgl. [2])
  • Julius Hirsch (1892–1943), populärer und prominenter Fußballspieler, diente 1912/’13 im Regiment.
  • Generalarzt Dr. Adolf Hoffmann (1822–1899), war Regimentsarzt. Dr. Hoffmann, der dem Regiment von 1852 bis ’56 und von 1868 bis ’71 angehörte, war der Sohn von Friedrich Hoffmann († 1879) der als Oberstleutnant bzw. Oberst (ab 4. November 1844) von 1841 bis 1847 Kommandeur des Regiments war und später noch bis zum Generalleutnant aufstieg.
  • Professor Dr. Ing. e.h. Friedrich Ostendorf, Leutnant d.R., Großherzoglich-Badischer Oberbaurat. Fiel als Kompanieführer im Regiment am 17. März 1915 bei den Kämpfen um die Loretto-Höhe.
  • Graf Friedrich v. Rhena (18771908), 1896–’97 Leutnant im Regiment
  • Carl v. Renz, von 1859 bis 1866 Stabsoffizier im Regiment, fiel als Oberst und Kommandeur des 2. Badischen Grenadier-Regiments 'König von Preußen' in der Schlacht bei Nuits. Sein schlichtes Grab befindet sich auf dem Friedhof in Mannheim inmitten der Gräber weiterer Gefallener.
  • General der Infanterie Sigismund v. Schlichting (18291909), von 1888 bis 1896 in Karlsruhe Kommandierender General des XIV. AK, stand seit 14. September 1893 à la suite des Regiments.
  • Freiherr Philipp v. Villiez (1872–1914), Offizier im Regiment (seit 1902); 1914 als Hauptmann und Kompaniechef im Regiment an der Spitze seiner 5. Kompanie tödlich verwundet.
  • Richard Volderauer (1889–19??), kam 1914 ins Regiment und schrieb noch während des Krieges ein Buch („Neun Monate an der Westfront. Aus dem Kriegstagebuch eines badischen Leibgrenadiers.“, Heilbronn 1916)
  • ...

Im Regiment dienten zeitweilig auch einige später in anderem Zusammenhang berühmt gewordene Persönlichkeiten, so beispielsweise

Kronprinz Gustav Adolf von Schweden (1882–1973), der älteste Sohn Königin Viktorias und ab 1950 als Gustav Adolf VI. König von Schweden, stand à la suite des Regiments.

Regimentschefs

Generalleutnant v. Freydorf (1781–1854), bad. Kriegsminister

Die Chefs des Regiments

Markgraf Berthold von Baden (1906–1963) war Ehrenmitglied des Offiziervereins des Regiments.

Musiker

Bedeutende Militärmusiker im Regiment waren neben dem bereits oben genannten Königlichen Musikdirektor Adolf Boettge (1848–1913) auch

Spuren in Karlsruhe

Kaserne mit 1870/71er-Denkmal, rechts im Bild das Offiziercasino
Eines der beiden Wachgebäude vor dem Schloss (heute vom Bad. Landesmuseum genutzt)
Gedenktafel 70/71 in Grötzingen

ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

mit Wachgebäude, Offizier-Speiseanstalt (heute OFD-Casino) und Regimentsdenkmal
Ferner sind folgende Straßen und Plätze nach (oben aufgeführten) Personen benannt, die dem Regiment angehörten:
Die Ludwig-Wilhelm-Straße (1890) und die Degenfeldstraße (1889) in der Oststadt, die Kußmaulstraße, die Gerberstraße (1909), der Ostendorfplatz (1915) und die Ostendorfstraße (1974) in Rüppurr sowie in der Südweststadt die Graf-Rhena-Straße (1911) und die Ludwig-Dill-Straße in Knielingen (1964). Seit 2013 gibt es in der Nordweststadt die Julius-Hirsch-Straße.

Das von Generalleutnant August Hofmann (1824–1901) – 70/71 Bataillonskommandeur im Regiment – initiierte Prinz-Wilhelm-Denkmal in Karlsruhe zeigt Generalmajor Prinz Wilhelm von Baden (1829–1897), unter dem das Regiment 1870/71 focht und der seit 1895 à la suite des Regiments stand.

Auf den Kriegerdenkmälern in den ehemals selbständigen Orten Neureut und Rüppurr sowie Daxlanden finden sich die Namen der Kriegsteilnehmer 1870/71 aus diesen heutigen Karlsruher Stadtteilen, darunter auch Leibgrenadiere (Siehe dazu Kriegerdenkmal Neureut und Kriegerdenkmal Rüppurr sowie Inschrift des Denkmals in Daxlanden).

Gleiches gilt für Kronau (–> Siehe auf dem Kriegerdenkmal Kronau die Inschrift rechts) sowie Malsch (–> Siehe Kriegerdenkmal Malsch) und das heute zu Rheinstetten gehörende Forchheim (–> Siehe Kriegerdenkmal Forchheim).

An der Außenwand der Grötzinger Kirche erinnert eine Gedenktafel („Für Deutschlands Freiheit, Macht und Einheit“) an acht Tote des Deutsch-Französischen Krieges („Die genannten 8 starben von 62 Soldaten aus Grötzingen im Krieg mit Frankreich in den Jahren 1870/71 den Heldentod“), davon vier Leibgrenadiere:

Adam, Karl / Soldat im Großh. Bad. I. Leibgrenadierregiment, gefallen im Gefecht von Nuits am 18. Dez. 1870
Hofmann, Wilhelm / Soldat im Großh. Bad. I. Leibgrenadierregiment, gestorben in Dôle am 19. Februar 1871.
Schumacher, Christoph / [...] / gestorben in Carlsruhe am I. Januar 1871.
Zoller, Christian / [...] / gefallen im Gefecht von Dijon a. 30. October 1870

„Ihre aufopfernde Liebe für das Vaterland sei ein leuchtendes Vorbild der Nachwelt“.

Museen und Ausstellungen

Anlässlich des 200jährigen Regimentsjubiläums war 2003 im Prinz-Max-Palais die durch den Traditionsverein des Regiments initiierte Sonder-Ausstellung des Karlsruher Stadtmuseums „'Soldaten in der Stadt' – Die badischen Leibregimenter 1803–1918“ zu sehen (–> Siehe dazu unten Weblink) Die Mehrzahl der Exponate stammte aus Privatbesitz; aber auch das WGM Rastatt war mit Leihgaben vertreten. Es erschien eine kleine Begleitpublikation, die im Museum und bei Antiquitäten Leis zu erwerben war (inzwischen vergriffen).

In der ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte wird ein Gemälde gezeigt, auf dem Leibgrenadiere vor dem Schloss abgebildet sind. Zudem gibt es im Raum IV („Auf dem Weg zur Metropole“) die „Hörstation Kapelle des Leibgrenadierregiments“: man kann sich dort vier Musikstücke anhören.

Literatur

Stern auf 1893er Regimentsgeschichte
"Überblick...", Vorderseite
  • Regimentsgeschichte
  • Rudolf v. Freydorf: Die geschichtlichen Uniformen des jetzigen Badischen Leib-Grenadier-Regiments: Eine gelegentliche Zusammenstellung urkundlicher Quellen über Badisches Uniformwesen. Zur Hundertjahr-Feier des Regiments. Karlsruhe 1903
  • 1. Bad. Leib-Gren.-Regt Nr.109: Überblick über die Badische Geschichte und die Regimentsgeschichte, zusammengestellt von Rudolf v. Freydorf, Hauptmann und Kompagniechef im Regiment. Karlsruhe (?) o.J. [nach 1907]
  • Kameradschaft Badischer Leibgrenadiere: Ehrentafel des 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109: Die Toten des Weltkrieges. Karlsruhe 1937

Stammlisten

  • Graf August v. Hennin: Stamm-Listen der Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten des jetzigen 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109, 1803–1903, zusammengestellt von Graf von Hennin, Major z.D. und Bezirks-Offizier beim Landwehrbezirk Freiburg i.B., Karlsruhe i.B., Verlag der Chr. Fr. Müller’schen Hofbuchhandlung, 1903
  • Edgar v. Rotberg: Stammliste der Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Beamten des 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109. Karlsruhe 1925

Kriegserinnerungen

  • aus dem Deutsch-Französischen Krieg (1870–’71):
    • Tilla Ris (Herausgeberin): Kriegserlebnisse meines verstorbenen Mannes Richard Ris, Oberstleutnant a.D., während des Feldzuges 1870/71 Premierlieutenant und Kompagnieführer im (1.) Badischen Leibgrenadier-Regiment, im Selbstverlag, Auerbach, 1911
  • aus dem Ersten Weltkrieg (1914–’18):
    • Hans Schmidt: Badische Leibgrenadiere bei Loretto. Nach den Aufzeichnungen des inzwischen auf dem Felde der Ehre gefallenen Leutnant d. R. und Kompagnieführer H. Schmidt herausgegeben von Major a. D. Piper. Lille: Verlag der Liller Kriegszeitung, 1917
    • Richard Volderauer: Neun Monate an der Westfront. Aus dem Kriegstagebuch eines badischen Leibgrenadiers. Heilbronn 1916
    • Franz Wieland: Gefangen und wieder befreit: Erlebnisse eines badischen Leibgrenadiers an einem Großkampftage vor Verdun 1917. Verlag Konkordia, Bühl 1931 [²1939]
    • Feldpost eines Badischen Leib-Grenadiers 1914–1917, herausgegeben von Susanne Asoronye, mit Illustrationen von Uwe Kaiser; 1. Auflage, Königsbach-Stein 2012, ISBN 978-3-9807467-2-4

Periodika

Weblinks

Abbildungen

In der Spitze führen die Fahnen den Namenszug (Monogramm) des Landesherrn und (mit Ausnahme des IV. Btls) das Eiserne Kreuz von 1870/71
Die Fahnenträger sind in Paradeuniform (–> Haarbusch) im Sommer (–> weiße Hosen) abgebildet. Sie tragen um den Hals einen silbernen Ringkragen und eine besondere Seitenwaffe, das Fahnenträgerseitengewehr.
  • Photographien der Helme
    • Offiziershelm – hier für Reserveoffiziere (erkennbar am aufgelegten Landwehrkreuz)
    • Helm mit Paradehaarbusch (weiß, also I. oder II. Btl.) – hier für einen Fähnrich: Mannschaftshelm (flacher, nichtemaillierter Stern etc.), die Spitze bzw. Haarbuschtrichter jedoch in Ausführung wie für Offiziere: höher, umlaufende Punzierung, Perlring und befestigt mit Sternsplinten. Auch die Schuppenketten mit Rosetten befestigt (Mannschaften: Knopf M 91)
    • Mannschaftshelm – niedrige Spitze mit Wulst und fünf Belüftungslöchern. Mannschaftsgreif.