Julius Hirsch

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Julius Hirsch (geboren 7. April 1892 in Achern; ermordet 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau) war ein deutscher Fußballspieler und Opfer des Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hirsch spielte beim Karlsruher Fußballverein (KFV). 1910 wird der KFV mit Julius Hirsch, Gottfried Fuchs und Fritz Förderer (genannt „Frieder“) Deutscher Meister. Hirsch wird von den Fans „Juller” genannt; auch unterschrieben hat er mit diesem Namen.

Julius Hirsch war 1912/13 aktiv beim 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment 109 und von 1914–1918 im Kriegseinsatz beim 12. bayr. Landwehr-Inf.-Regiment, ihm wurde hierfür das EK II und die bayerische Dienstauszeichnung verliehen.

1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er als Jude aus dem Verein ausgeschlossen werden. Hirsch wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.

Der deutsche Meister 1914: Spielvereinigung Fürth. Dritter von rechts: Julius Hirsch, deutscher Nationalspieler © Fußballmagazin Libero, Sonderausgabe N° D3 1992 mit freundlicher Genehmigung des Jüdischen Museums Berlin
Der deutsche Meister 1914: Spielvereinigung Fürth. Dritter von rechts: Julius Hirsch, deutscher Nationalspieler © Fußballmagazin Libero, Sonderausgabe N° D3 1992 mit freundlicher Genehmigung des Jüdischen Museums Berlin

Julius Hirsch hatte zwei Kinder: Esther Hirsch und Heinold Hirsch, der das Reisebüro Hirsch-Reisen am Ludwigsplatz gründete.

Ehrungen

Nach Julius Hirsch ist seit 1998 die Sporthalle Julius-Hirsch-Halle des Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal (Berghausen) benannt, in der seitdem auch eine bronzene Gedenktafel an den Namensgeber erinnert[1].

Im Jahr 2005 rief der Deutsche Fußball-Bund den Julius-Hirsch-Preis ins Leben.

Am 9. November 2006 wurde ein Stolperstein für ihn verlegt.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag, 27. Januar 2008, lädt die Stadt Karlsruhe in das Neue Ständehaus ein. Der Sporthistoriker Professor Dr. Lorenz Peiffer von der Leibniz-Universität Hannover hält einen Vortrag über das Schicksal jüdischer Sportler während des Dritten Reichs. Dabei steht der deutsche Nationalfußballer Julius Hirsch im Mittelpunkt.[2]

Der Enkel von Julius Hirsch, Andreas Hirsch, wird ein Grußwort sprechen, ebenso Oberbürgermeister Heinz Fenrich, der die Veranstaltung um 18 Uhr im Ständehausaal eröffnet. Die Pianistin Heike Bleckmann begleitet den Abend musikalisch. Der Eintritt ist frei.

Literatur

  • „Julius Hirsch - Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe”, Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe, Band 10, Info Verlag, ISBN 978-3-88190-492-6

Weblinks


Fußnoten

  1. Siehe dazu www.bzpf.ka.bw.schule.de/lmg/archiv/einweihung_halle.html mit der Rede des Schulleiters Hans Riehm zur Einweihung und Abbildung der Gedenktafel.
  2. Vortrag am 27.01.2008
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