Baden-Baden

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Disambig-50px.png Dieser Artikel bezieht sich auf die Stadt Baden-Baden. Für andere Baden-Baden siehe Baden-Baden (Begriffsklärung).

Wappen von Baden-Baden
Baden-Baden von der Dachterrasse des Gymnasiums Hohenbaden
Lage des Stadtkreis Baden-Baden im Regierungsbezirk Karlsruhe

Baden-Baden ist mit knapp unter 55.000 Einwohnern die kleinste kreisfreie Stadt in Baden-Württemberg und hat somit ihr eigenes KFZ-Kennzeichen "BAD". Die Stadt ist weltweit als Kurstadt bzw. Bäderstadt bekannt.

Geografie

Die Stadt wird von dem Fluss Oos durchflossen, sie liegt am Ausgang des Tales, am Rand von Schwarzwald und Rheinebene. Hausberg Baden-Badens ist der Merkur.

Stadtteile

Das Stadtgebiet Baden-Badens gliedert sich in folgende Stadtteile:

Balg, Beuren, Ebersteinburg, Haueneberstein, Lichtental (einschließlich Oberbeuern und Geroldsau), Oos, Oosscheuern, Sandweier, die Reblandgemeinden: Neuweier, Steinbach, Varnhalt sowie die Weststadt (mit dem Ooswinkel).

Außerdem gibt es zahlreiche weitere Wohngebiete mit eigenem Namen, die teilweise sehr verstreut sind. Hierunter sind zu nennen: Gaisbach, Gallenbach, Hungerberg, Malschbach, Mührich, Müllenbach, Schmalbach, Schneckenbach, Seelach, Umweg und Unterer Plättig.

Die Stadtteile Ebersteinburg, Haueneberstein und Sandweier haben jeweils eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Auch die Reblandgemeinden (Steinbach, Neuweier und Varnhalt) haben eine eigene (gemeinsame) Ortsverwaltung, ebenfalls mit einem Ortsvorsteher.

Innerhalb des geschlossenen Stadtgebiets von Baden-Baden liegen 3 meist unbewohnte Exklaven der Nachbargemeinde Sinzheim, darunter das Klostergut Fremersberg.

Politik

Rathaus Baden-Baden

Amtierende Oberbürgermeisterin ist seit Juni 2014 Margret Mergen (CDU). Sie löste den Sigmaringer Bürgermeister Wolfgang Gerstner (CDU) ab, der seit 2006 OB war. Dessen Vorgängerin war bis 12. März 2006 Dr. Sigrun Lang.

Die Stadt Baden-Baden hatte nach dem Jahrtausendwechsel mit der Insolvenz zu kämpfen. Als Ursachen wurden der Bau des Festspielhauses, Sturm- und Hochwasserschäden der damaligen Jahre und Investitionen in den Baden Airpark gesehen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte der Stadt damals auferlegt, im Nachtragshaushalt mehrere Millionen Euro einzusparen. In der Amtszeit von OB Gerstner hatte sich die finanzielle Lage wieder spürbar entspannt. Es wurden Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer erzielt. Der Haushalt des Jahres 2015 wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe ohne Auflagen als gesetzmäßig genehmigt.

Geschichte

Blick auf die Stadt im Jahr 1923
Ehemalige Villa der Mission der Sowjetunion in Baden-Baden im Jahr 1953

1863 kam es in Baden-Baden zu einem Drei-Kaiser-Treffen: Franz-Joseph von Österreich, Zar Alexander und Napoleon III. waren zu Gast.

Eine wichtige Quelle zur Stadtgeschichte Baden-Badens im 19. Jahrhundert und der zunehmenden Bedeutung als Kurstadt stellen die Aufzeichnungen des Rastatter Handelsmanns und Bankiers Franz Simon Meyer (1799–1871) dar, der zwischen 1816 und 1871 über 55 Jahre hinweg einmal jährlich aufschrieb, was ihn in den vergangenen zwölf Monaten geschäftlich, privat, politisch und im Stadtgeschehen bewegt hatte. Er eröffnete 1830 die erste Bank in Baden-Baden, zunächst noch in einem Hinterzimmer des Hotels Badischer Hof, ab 1853 in einem eigenen Haus in der Sophienstraße. Als wichtiger Kreditgeber, Finanzier und Berater kam er in Kontakt mit allen wichtigen Gästen der Stadt. Zudem stand er in engem Kontakt mit wichtigen lokalen Persönlichkeiten wie beispielsweise Jacques Bénazet. So hatte er sein Ohr stets am Puls der Zeit und schilderte beispielsweise den Aufbau der Spielbank durch Bénazet, den Ausbau der Stadt, das kulturelle Leben während der Badesaison, die Spiele im Casino, die für die wachsende Attraktivität der Stadt entscheidende Anbindung an die Eisenbahn 1845, den Skandal um das Duell zwischen Julius von Göler und Michael von Werefkin 1843, einen grauenvollen Mord im Jahr 1834 am Bedienten des Geheimen Rates Franz Betz sowie besonders die auch für Baden-Baden turbulenten Jahre der Badischen Revolution 1848/49.[1]

Im Zweiten Weltkrieg hat die Stadt kaum Zerstörungen erlitten, daher sind noch viele Gebäude erhalten. Allerdings wurde auch einiges abgerissen, z.B. 1962 das von Josef Durm erschaffene Augustabad.

2009 fand hier der Nato-Gipfel statt, u.a. mit Barack Obama.

Nachbargemeinden

Die Stadt Baden-Baden grenzt rundherum an Gemeinden des Landkreises Rastatt. Im Uhrzeigersinn sind das Rastatt, Kuppenheim, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Bühl, Bühlertal, Sinzheim, Hügelsheim und Iffezheim.

Sehenswürdigkeiten

Bäder und Quellen

Baden-Baden verfügt über etwa 12 Thermalquellen, von denen zwei öffentlich zugänglich sind, die Fettquelle und der Reiherbrunnen in der Sophienstraße. Ebenfalls kostenlos kann man heißes Quellwasser in der Caracalla-Therme und in der Trinkhalle verkosten.

Kunst und Architektur

Museen

1909 wurde die Kunsthalle Baden-Baden eröffnet. Sie war 90 Jahre lang das einzige Museum für zeitgenössische Malerei oder Plastiken.1989 wurde mit der Stiftung Frieder Burda der Grundstein für die Sammlung Frieder Burda gelegt, das im Oktober 2004 eröffnet wurde. Die Jan-Brauers-Stiftung finanzierte 1994 das Museum der Harmonie.

Anfang 2009 kamen drei neue Museen hinzu, das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts im Kulturhaus LA8, das Kunstmuseum Gehrke-Remund sowie das Fabergé-Museum.

Daneben gibt es noch das Stadtmuseum Baden-Baden und das Brahmshaus.

Schlösser und Burgen

Kirchen und Kapellen

St.-Johanniskirche
St. Bernhard
Wasserkunst «Paradies»: Der Blick hinunter in die Altstadt von der obersten Etage

Parks und Gärten

Lichtentaler Allee, Florentinerberg, Gönneranlage, Rosenneuheitengarten, Michaelsberg, Paradies

weitere

Schulen

Kultur

1981 fand in Baden-Baden Gastgeber die zweite Landesgartenschau Baden-Württembergs statt.

Zwischen 1985 und 1986 wird Baden-Baden in der Diageschichte „Sommerhauptstadt” (94 Color-Dias (KB-Querformat), ca. 45 min.) der Fotokünstlerin Brigitte Tast porträtiert, u.a. mit Aufnahmen von der Baustelle der Caracalla-Therme.

Im Juli 2012 beschloss das Stuttgarter Kabinett Baden-Baden als Kandidat für das Prädikat Weltkulturerbe vorzuschlagen.

Medien

Seit 1992 wird in Baden-Baden jährlich der Deutsche Medienpreis verliehen.

Rundfunk

Eines der drei SWR-Funkhäuser befindet sich in Baden-Baden. Von hier wird der Sender SWR3 und das gemeinsame SWR1 Abendprogramm gesendet.

Verkehr

ÖPNV

Hier geht es mit dem Zug seit einiger Zeit nicht mehr weiter in die Innenstadt

Im Fernverkehr ist Baden-Baden mit dem  ICE  der Linie 20 aus Richtung Zürich und Frankfurt am Main erreichbar. Es besteht auch eine  TGV -Verbindung zwischen dem französischen Marseille und Frankfurt am Main.

Baden-Baden gehört zum Netz der KVV (Stadtbereich: zwei Waben) und ist im Nahverkehr mit der Regionalbahnlinie  R4  (Schwarzwaldbahn) von Richtung Karlsruhe und Konstanz erreichbar. Mit den Stadtbahnlinien  S7  und  S71  ist Baden-Baden von den Richtungen Achern, Bretten und Bruchsal erreichbar, wobei zu beachten ist, dass die  S7  nur tagsüber bis Baden-Baden verkehrt, während die  S71  ausschließlich früh morgens und abends nach Baden-Baden fährt. Neben dem Bahnhof im Stadtteil Oos halten die S-Bahnen auch im Stadtteil Haueneberstein und an der Haltestelle Baden-Baden Rebland im Stadtteil Steinbach. Zwischen den Haltepunkten Bahnhof und Rebland liegen zwei Haltepunkte in Sinzheim, außerhalb von Baden-Baden.

Das Stadtzentrum ist mit der Bahn nicht mehr erreichbar, da eine früher existierende Bahnlinie in die Innenstadt abgebaut wurde.

Es gibt aber zahlreiche Buslinien, die vom Bahnhof Oos in das Stadtzentrum fahren. In der Hauptverkehrszeit sollte man bei der Rückfahrt zum Bahnhof aber besser einen Bus früher nehmen, da die Busse oft verspätet ankommen und die Bahnen nicht auf den Bus warten. Neben dem Bahnhof und dem Stadtkern fahren die Stadtbusse in jeden größeren Stadtteil. Des Weiteren gibt es Schnellbusse, die ins Umland fahren.

Straße

Baden-Baden ist über die Autobahn  A5  sowie die Bundesstraßen B 3 und die B 500 (Schwarzwaldhochstraße) erreichbar.

Citybahn

Die «Citybahn» Baden-Baden

Die Citybahn ist eine touristische Einrichtung der Stadt Baden-Baden. Mit der Bahn werden stündlich die wichtigsten Sehenswürdigkeit der Stadt angefahren.

Tourismus

Hotels

Gastronomie

Wirtschaft

Geschäftsstraße mit Brunnen im Jahr 1953

In und um Baden-Baden befinden sich u.a. zahlreiche Hersteller von Kosmetikprodukten und alternativen Heilmitteln, z.B. Heel.

Ein großes Unternehmen ist die L'TUR Tourismus AG sowie die media control GmbH & Co. KG.

Zudem hat die Zigarettenherstellung in Baden-Baden eine Tradition, 2001 wurde die TMCC GmbH (Tobacco Management & Consulting Company) gegründet, die 2008 einen neuen Verwaltungssitz baut.

In Steinbach ist die Schöck Bauteile GmbH seit 1962 zunächst als Bauunternehmen später als Zulieferer von bauphysikalischen und bewehrungstechnischen Spezialartikeln tätig.

Ebenfalls in Steinbach ist das Unternehmen Butsch & Meier GmbH ansässig, das bundesweit Arbeits- und Hebebühnen sowie Gabelstapler vermietet.

Weingüter

Durch die Eingemeindung der Ortschaften Varnhalt, Steinbach (mit Ortsteil Umweg) und Neuweier, die Reblandgemeinden, wurde Baden-Baden mit einer Rebfläche von ungefähr 325 ha zu einem der größten geschlossenen Anbaugebiete Deutschlands. Auf 80 Prozent dieser Fläche wird Riesling, auch Klingelberger genannt, angebaut.

Personen

Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt (z.B. prominente Kurgäste):

gebürtige Baden-Badener

In Baden-Baden geboren wurden

Ehrenbürger

Ehrenbürger von Baden-Baden sind, sortiert nach dem Jahr der Verleihung:

Bilder

Luftbilder

Literatur

  • Ulrich Coenen: „Von Aquae bis Baden-Baden: Die Baugeschichte der Stadt und Ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur“, erschienen 2008. ISBN 978-3810700230
  • Dagmar Kicherer: „Kleine Geschichte der Stadt Baden-Baden.” G. Braun-Verlag, erschienen 2008. ISBN 978-3765083761

Siehe auch

Fremersberg, Kloster Fremersberg

Weblinks

Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk Karlsruhe


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