Grötzingen

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Stadtteilplan Grötzingen Überblick
Wappen

Das „Malerdorf” Grötzingen im Osten Karlsruhes wurde als einer der jüngsten Stadtteile Karlsruhes 1974 eingemeindet.

Politik

Ortsvorsteherin ist Karen Eßrich (SPD). Grötzingen hat einen eigenen Ortschaftsrat, siehe auch Rathaus Grötzingen und Ortsverwaltung Grötzingen.

Geschichte

Stadtteilplan Grötzingen Detail

Erste Ansiedlungen auf dem Gebiet des heutigen Karlsruher Stadtteils Grötzingen sind bereits für das 4. und 7. Jahrhundert nördlich und südlich der Pfinz nachgewiesen. Erstmals urkundlich erwähnt wird "Grezingen" (nach dem damals Sippenältesten Grezzo benannt) im Jahr 991 im Lagerbuch des Klosters Weißenburg.

Im 12. Jahrhundert war Grötzingen im Besitz des Adelsgeschlechts der Staufer. Zu dieser Zeit wurde auf Grötzinger Gemarkung Durlach gegründet.

Bei einem im 13. Jahrhundert erwähnten Kastell dürfte es sich sehr wahrscheinlich um die Burg auf dem Turmberg handeln, der den Grötzinger Grafen als Herrensitz diente. Die Kirche mit der bekannten gedrehten Turmspitze wurde erstmals 1255 erwähnt.

1273/74 eroberte König Rudolf I. von Habsburg kurzzeitig die Burgen und Städte Mühlburg, Grötzingen, Durlach und vermutlich auch den Turmberg. Die Schäden hielten sich in Grenzen, da der badische Markgraf Rudolf I. wenige Wochen später wieder auf dem Turmberg urkundete. Auslöser war die Weigerung des Markgrafen, zu Unrecht erhobene Zölle fallen zu lassen.

In Grötzingen befindet sich Schloss Augustenburg, das 1564 durch einen Umbau entstand. Es war Eigentum der Markgräfin Auguste-Maria von Baden-Durlach.

Der Ort ist in Altkircher-, Ober-, Unter- und Mittelviertel eingeteilt. Das Rathaus, das, ursprünglich 1584 erbaut, seine heutige Form 1688 erhielt, liegt im Mittelviertel. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Grötzingen durch die Pest, den Dreißigjährigen Krieg und schließlich den Pfälzischen Erbfolgekrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen und teilweise niedergebrannt.

Seit 1888 besteht in Grötzingen eine Malerkolonie (Friedrich Kallmorgen, Otto Fikentscher), eine Tradition, die bis heute ihre Fortsetzung findet.

Am 14. November 1920 fand in Grötzingen die erste Versammlung der KPD im Gasthaus Ochsen statt; wenig später, am 2. Januar 1921 traten alle USPD-Mitglieder im Bürgerausschuss geschlossen der KPD bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karl Hirschmann, KPD, 1945/46 von der Militärregierung als Bürgermeister eingesetzt.

Auch in Grötzingen gab es Opfer durch die Nationalsozialisten und ihre Handlanger, hieran erinnern in Grötzingen zwei Tafeln am Rathaus Grötzingen 2, ein Mahnmal für die deportierten Jüdinnen und Juden Grötzingens an der Pfinz und ein Denkmal auf dem Friedhof Grötzingen.

Im Zuge der Baden-Württembergischen Gemeindereform fand am 11. März 1973 eine Abstimmung zum Beitritt Grötzingens zur Gemeinde Pfinztal statt. 63% stimmten mit Ja und 36% mit Nein, aufgrund der Wahlbeteiligung befürworteten aber nur 44,58% der Wahlberechtigten einen Beitritt, so dass der Gemeinderat nicht an diese Abstimmung gebunden war. Nach dessen Votum erfolgte am 1. Januar 1974 die Eingemeindung nach Karlsruhe.

Wohnsiedlung im Westen Grötzingens

Verhältnis Karlsruhe – Durlach – Grötzingen

Durlach wurde im 12. Jahrhundert von Grötzingen aus gegründet. Von Durlach aus wurde wiederum Karlsruhe gegründet. Grötzingen wird daher scherzhafterweise als Großmutter von Karlsruhe bezeichnet, wenn Durlach als Mutter und Karlsruhe als Tochter bezeichnet wird. Daher ist Grötzingen nun als Stadtteil von Karlsruhe seine eigene Großmutter.

Historischer Rundgang

Zum 1000-jährigen Ortsjubiläum wurde 1991 der Historischer Rundgang eingerichtet, der auf 38 Tafeln Einblick in die Geschichte Grötzingens bietet.

Termine

Grötzinger Veranstaltungskalender 2009

Kultur

Blick vom Hopfenberg in Pfinztal-Berghausen über Grötzingen
Rathausplatz Grötzingen mit historischem Rathaus

Malerei und Skulptur

Im Malerdorf Grötzingen, benannt nach der Grötzinger Malerkolonie, lebten und leben auch heute noch zahlreiche Künster, beispielsweise:

Musik und Gesang

Kleinkunst und Bühne

Kulturmeile

Alle zwei Jahre findet die Kulturmeile in Grötzingen statt.

Brunnen

siehe Brunnen in Grötzingen.

Brauchtum

Verkehr

Bahn

Bis vor einigen Jahren gab es in Grötzingen insgesamt vier Bahnübergänge: in Höhe der Kirchstraße, die sogenannte „Eselsdohl“ (ein reiner Fußgängerüberweg), in der Oberausstraße sowie am Rodbergweg, in der Grötzinger „Siedlung“, zuletzt nur noch für Fußgänger. Jetzt gibt es die Straßenunterführung Kirchstraße, die Fußgängerbrücke Oberaustraße und seit Frühjahr 2005 eine Fußgängerbrücke am Rodbergweg. An den Kosten von 2,5 Mio. Euro beteiligten sich Bund, Land, Deutsche Bahn, VBK und die Stadt Karlsruhe.

Öffentlicher Verkehr

In Grötzingen fahren die Buslinien  21  (Nord) mit Anschluss nach Durlach - Thomashof - Stupferich, sowie  22  (Süd) mit Anschluss nach Durlach.

Die Linien  S4  (Kraichgaubahn) und  S5  halten an Grötzingen Bahnhof und Grötzingen Oberausstraße. Die Linie S5 hält zudem noch an Grötzingen Krappmühlenweg.

Bundesstraßen

Westlich von Grötzingen kreuzen sich die beiden Bundesstraßen B10 und B3. Die B3 von Weingarten (Baden) kommend überquert die B10 und führt weiter nach Durlach. Die B10 als Umgehungstraße von Durlach von Karlsruhe kommend taucht vor dem Ortskern in den Grötzinger Tunnel ab und kommt kurz vor Berghausen vor der Stadtgrenze von Karlsruhe wieder an die Oberfläche.

Zudem liegt Grötzingen an der Bertha Benz Memorial Route.

Bildung

Schulen

An der Augustenburg-Gemeinschaftsschule Grötzingen befand sich bis 2013 auch das badische Schulmuseum. Das Schulmuseum ist zwischenzeitlich in der Waldenserschule im Stadtteil Palmbach untergebracht.

Kindergärten

Organisationen

Medien

Es gibt zwei regelmäßige Medien („Blättle”) in Grötzingen, einmal Grötzingen Aktuell und „Das Pfinztal”.

Kirchen

Sport

Luftbilder

Literatur

  • Susanne Asche: „Eintausend Jahre Grötzingen, Die Geschichte eines Dorfes”. Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Band 13, Verlag Regionalkultur, 1991
  • Wilhelm Mössinger: „Grötzingen – Das badische Malerdorf”, erschienen 1965, 376 Seiten
  • Elisabeth Schick-Abels: „Grötzingen, das badische Malerdorf”, erschienen 1934
  • Heiko Wagner: Theiss Burgenführer Oberrhein, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1710-6, Seite 40 bezüglich Turmberg, Durlach und Grötzingen

Weblinks

Karlsruher Stadtteile