Staffort

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Staffort ist ein Stadtteil Stutensees im Landkreis Karlsruhe.


Inhaltsverzeichnis

Statistik

Staffort hat knapp 1.927 Einwohner. (Stand: 1. Mai 2007)

Beziehungen zwischen Karlsruhe und Staffort

Staffort wurde erstmals 1110 in einer Urkunde erwähnt, es liegt ca 15 Straßenkilometer nördlich von Karlsruhe. Das Dorf lag in grauer Vorzeit an einer römischen Handelsstraße mit einer steten Furt durch die Pfinz was dem Dorf den Namen Staffort gab. Das Wasser der Pfinz - von Durlach kommend - speiste bis zu dessen Zerstörung 1689 den Wassergraben des Stafforter Schlosses. Davon ist heute nur noch ein kleiner Hügel zu sehen - die Steine der Schlossruine wurden für den Ausbau des Jagdschlosses Stutensee verwendet. Das Dorf gehörte über Jahrhunderte zur Markgrafschaft Baden-Durlach und war das Grenzdorf mit Zollhäusern zum Bistum Speyer und zur Kurpfalz. Ein bis heute erhaltener Geleitstein liefert die Bestätigung, dass die Herrschaft Baden-Durlach die sichere Passage auf der Straße von Durlach nach Speyer bis zur Grenze in Staffort garantierte.

Viele Stafforter fanden „Arbeit und Brot“ im Jagdschloss Stutensee und bei der Großherzoglichen Herrschaft im Karlsruher Schloss . Der Fußweg nach Karlsruhe auf dem Uferweg der Pfinz dauerte 2,5 Stunden - Pferdefuhrwerke brauchten auf der Landstraße nahezu 3 Stunden. Eine erhebliche Zeitersparnis brachte die Einführung der Lokalbahn die Lobberle genannt wurde. Zum Bedauern der Hardt-Bevölkerung wurde der Betrieb dieser beliebten Bahn bereits 1922 wieder eingestellt.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Landwirtschaftsschule Augustenberg in Durlach eröffnete, wurde dies - jeweils in der arbeitsarmen Winterzeit - die wichtigste landwirtschaftliche Ausbildungsstätte der ganzen Region.

Die guten Beziehungen der Stafforter Diener bei Hofe und der Arbeiter in Schlossgarten und Schlachthof führten zu langjährigen Vereinbarungen. So hatten die Stafforter Bauern das Recht das Laub der Bäume im Schlossgarten einzusammeln und dieses im Kuhstall als Einstreu zu verwenden. Der Malztreber der Karlsruher Brauereien war ein beliebtes Kraftfutter für die Milchkuhhalter in Staffort. Mehrmals pro Woche fuhren entsprechende Pferdefuhrwerke nach Karlsruhe bis diese ab den 1950er Jahren durch Traktoren ersetzt wurden. Durch die Umstellung der landwirtschaftlichen Betriebe wird heute weder Einstreu aus dem Schloßgarten noch Malztreber aus Karlsruhe benötigt.

Im Februar des Kriegsjahres 1945 wurde das Dorf Staffort bei einem nächtlichen Bombenangriff britischer Kampfflieger zu 65 % zerstört. Starker Südwestwind hatte die Abwurf-Markierungen für die vorgesehene Bombardierung von Karlsruhe in die Region Staffort verweht.

Der in Staffort geborene Johann Caspar Malsch (1673-1742) war Badischer Kirchenrat und Pro-Rector des Gymnasium Illustre Durlach; er war der Verfasser der ersten Karlsruher Chronik. Der in Karlsruhe geborene Badische Kirchenrat Carl Lorenz Peter (1812-1897) war von 1863-1897 Pfarrer der Gemeinden Spöck und Staffort. Aus Stafforter Familien stammen der Karlsruher Oberbürgermeister Jakob Malsch (1809-1896), der Bahnhof-Vorstand in Karlsruhe-Durlach Karl Wilhelm Heidt (1871–1959), der Wiegemeister am Schlachthof Karlsruhe Johann Ludwig Mayer (1876-1953), der Badische Landesökonomierat und Leiter der Landwirtschaftsschule Karlsruhe-Augustenberg Otto Hauck (1896-1985), der Vorstand der Badischen Raiffeisen Zentralbank Hermann Heidt (1905-1985) sowie der in Karlsruhe tätige Amtsrat Wilhelm Otto Hauck (1923-2002). Letzterer schuf nach seiner Pensionierung die Stafforter Chronik (1993).

Seit 1975 ist Staffort Teilort der Stadt Stutensee.

Literatur

  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort - Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik). Gemeinde Stutensee 1993
  • Hanna Heidt: Erinnerungen an die Vergangenheit. Eigenverlag, Schwanen Stutensee-Staffort 2003
  • Manfred G. Raupp: Die Stafforter Geschlechter 1669-1975; Sippenbuch Manuskript hinterlegt im Stafforter Bürgerbüro und in der Evangelischen Kirchengemeinde Staffort und Was der Großvater schon wusste - Gedanken zur Entwicklung der Landwirtschaft in Staffort; verfasst zum Andenken an Gustav W. Raupp (1905-1985). Eigenverlag, Lörrach und Stutensee-Staffort 2005.

Weblinks

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