St. Wolfgang Staffort

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Katholische Kirche St. Wolfgang Staffort mit Gemeindesaal

Die katholische Kirche St. Wolfgang in Staffort ist eine Kirche im Landkreis Karlsruhe.

Geschichte

Markgraf Karl II. erließ am 1. Juni 1556 den „Reformationsbefehl”, wonach sich alle Untertanen der Markgrafschaft, gemäß der im Augsburger Reichs- und Religionsfrieden festgelegten Bestimmung cuius regio, eius religio (wessen Land, dessen Religion), dem protestantischen Glaubensbekenntnis anschließen mussten. Die frühere in der Ortsmitte von Staffort befindliche Kirche St. Wolfgang wurde als evangelische Kirche umgewidmet, später zur Milchsammelstelle und Waaghalle umgebaut und in den 1970er Jahren abgerissen. Heute erinnert die aufgestellte restaurierte Turmspitze an den früheren Standort der ehemaligen Kirche.

Das Dorf blieb bis 1945 rein evangelisch, nahm jedoch im Rahmen des Flüchtlingsdramas zahlreiche katholische Neubürger aus den Vertreibungsgebieten auf. Ihre kirchliche Heimat fanden diese Mitbürger zunächst in der katholischen Kirche St. Bartolomäus in Büchenau.

Nach der Gründung der katholischen Kirchengemeide Staffort mit damals 360 Mitgliedern wurden ab dem 15. November 1978 die Gottesdienste in der evangelischen Kirche von Staffort abgehalten. Der 1978 gegründete Seniorenkreis und die Jugendgruppe fanden im Hause der Familie Bräuter Unterkunft und dem 1981 gegründeten Frauenkreis stand für seine Zusammenkünfte und Veranstaltungen das evangelische Gemeindehaus zur Verfügung. Trotz dieses Entgegenkommens der evangelischen Kirchengemeinde war es das Bestreben der katholischen Gemeindemitglieder, eigene Räume zu erhalten.

Im Jahr 1982 wurde das frühere Tabaklager "Transit", am Ortsausgang von Staffort an der Weingartener Straße, zum Umbau als Kirche und Gemeindehaus käuflich erworben. Die Planung zum Ausbau des Gebäudes wurde durch das Erzbischöfliche Bauamt in Karlsruhe durchgeführt und im Februar 1987 schließlich die Genehmigung zum Baubeginn gegeben. Im Erdgeschoss entstand der Kirchenraum mit Altarraum in einer Größe von 170 Quadratmetern mit 126 Sitzplätzen, die auf 179 Plätze erweitert werden können.

Als Name für die Stafforter katholische Kirche kam Sankt Wolfgang, Beschützer der Schäfer und Holzfäller, in Frage: ihm war bereits früher in Staffort eine katholische Kapelle geweiht.Die Einsegnung der Kirche fand im Jahr 1989, die Einweihung ein Jahr später statt. Die Stafforter Einwohner katholischen Bekenntnisses gehörten bis zum Jahr 1977 zur katholischen Kirchengemeinde St. Bartholomäus in Bruchsal-Büchenau. Nachdem Büchenau der katholischen Kirchengemeinde St. Anton in Bruchsal angeschlossen wurde, musste die Zuordnung von Staffort neu geregelt werden. So wurden die Stafforter Katholiken zum 1. Januar 1978 in die katholische Kirchengemeinde Sankt Georg in Spöck eingepfarrt und später Teil der Seelsorgeeinheit Stutensee deren Leiter Pfarrer Jens Maierhofer ist.

Während der Renovierung der evangelischen Kirche Staffort (2011-2012) war die Evangelische Kirchengemeinde Staffort-Büchenau regelmäsig Gast in St. Wolfgang.

Lage

Weingartener Straße 70
Staffort
76297 Stutensee

Literatur

  • Konrad Dussel: Staffort 1110 bis 2010: Streifzüge durch 900 Jahre Geschichte, Verlag Regionalkultur Heidelberg, Ubstadt-Weiher, Basel 2010 ISBN 978-3-89735-622-1
  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort – Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik), Gemeinde Stutensee 1993
  • Hanna Heidt: Erinnerungen an die Vergangenheit. Eigenverlag, Schwanen Stutensee-Staffort 2003
  • Manfred G. Raupp: Die Stafforter Geschlechter 1669–1975; Sippenbuch Manuskript hinterlegt im Stafforter Bürgerbüro und in der Evangelischen Kirchengemeinde Staffort sowie Ortsfamilienbuch Staffort, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010, ISBN 978-3-906129-64-8

Weblinks

Seelsorgeeinheit Stutensee