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Hardtbahn

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
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Die ursprünglich angedachte Streckenführung durch Neureut...
Bahnhof Eggenstein

Die Hardtbahn bezeichnet die etwa 24 km lange, nördliche Teilstrecke der Stadtbahn  S1   S11  (bis zum 27. Mai 1994 als Linie A) von der Karlsruher Nordweststadt über Neureut, Eggenstein-Leopoldshafen nach Linkenheim-Hochstetten mit Abzweig zum Forschungszentrum Karlsruhe.

Heutiger Streckenverlauf

Die Hardtbahn beginnt in Höhe der Wendeschleife der tiefliegenden Haltestelle Haus Bethlehem und überquert anschließend die für die Nordtangente vorgesehene Trasse mittels einer mitten in der Landschaft stehenden Brücke (siehe unten). Nach einer S-Kurve mündet sie in die alte Hardtbahntrasse von 1913 ein und folgt dieser bis zur Haltestelle Eggenstein Schweriner Straße. Anschließend verlässt sie diese und erschließt Leopoldshafen. Zwischen Leopoldshafen und Linkenheim zweigt die Strecke zum Forschungszentrum ab, danach kommt sie für wenige Meter noch einmal an die alte Trasse heran, fährt anschließend aber durch den Ortskern von Linkenheim. An der Haltestelle Hochstetten Grenzstraße besteht eine Anbindung an die Buslinien nach Dettenheim und Graben-Neudorf. Zwei Haltestellen weiter erreicht die Bahn auf Höhe der Straße Am langen Berg die Endhaltestelle „Hochstetten“ mit Wartungshalle und zahlreichen Abstellgleisen.

Abzweig von der Maxaubahn

Gütergleis

Etwa 1 Kilometer nach dem Bahnhof Mühlburg trennt sich das Gütergleis der Hardtbahn von der Maxaubahn und führt durch das Industriegebiet von Knielingen. Anschließend wird die B 36 überquert, kurz vor der Haltestelle Welschneureuter Straße mündet die Stadtbahnstrecke der Hardtbahn ein.

Der zugewucherte Bahndamm…
…wurde teilweise als Radweg umfunktioniert.

Haltestellen ab Karlsruhe Haus Bethlehem

„Soda“-Brücke und Freihaltetrasse in Neureut

...und die daraus und aus der Nordtangente resultierende "Soda"-Brücke

Südlich von Neureut steht mitten in der Landschaft eine Brücke. Sie steht aus zwei Gründen genau an dieser Stelle: Zum einen sollte unter ihr die geplante Trasse der Nordtangente hindurchführen, zum andern sollte die Trasse der Hardtbahn ursprünglich von dort aus geradeaus die Welschneureuter Straße schneiden, um dann in einem leichten Bogen der Grünewaldstraße und der sich von dort aus durch Neureut ziehenden Freihaltetrasse zu folgen. So lassen sich auch die bis heute bestehenden zwei scharfen Kurven im Verlauf der Unteren Hardtstraße erklären.

Den Namen „Soda“-Brücke bekam sie, weil sie eben so da herumsteht. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen Langsamfahrstellen des Schienennetzes auf freier Strecke, d. h. ohne Zusammenhang zu Haltestellen, und auch ohne etwaige Ursachen im Wechsel der Signalisierung oder Stromversorgung.

Relikte der alten Strecken

Alter Bahnübergang in Leopoldshafen...
...aus der Nähe
Relikte: Alte Betonschwellen

Zwischen den Haltestellen "Bärenweg" und "Adolf-Ehrmann-Bad" befand sich der Bahnhof Neureut, dessen Bahnhofsgebäude noch heute erhalten sind, ebenso Reste des Bahnsteigs. An der alten Kreisstraße am Rand des Gewerbegebiets Sandfeld steht noch ein altes Bahnwärterhaus, wo später (bis 1913) auch der Neureuter Bahnhof war. Mittlerweile wird es als Wohnhaus genutzt wird. Ein weiteres Bahnwärterhaus am Blankenlocher Weg bei der Linkenheimer Landstraße wurde 1982 abgerissen, seit 2007 steht dort ein REWE-Markt. Ein weiteres (bis in die 1960er Jahre noch eindeutig als Bahnwärterhaus erkennbar) steht an der Moltkestraße, wo die Erzbergerstraße (auf deren Mittelstreifen die frühere Bahntrasse verlief) abzweigt, einige Jahrzehnte lang beherbergte es (bis 2009) bunt bemalt einen Kindergarten.

Das Bahnhofsgebäude von Eggenstein ist noch gut erhalten und wurde mittlerweile in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt. Ab Leopoldshafen ist die stillgelegte Trasse bis Graben gut zu verfolgen, mit Ausnahme eines Neubaugebiets in Linkenheim, in dem aber ein Straßenname und ein Gedenkstein an sie erinnern. In Leopoldshafen und in Linkenheim kann man an Bahnübergängen außerdem noch Gleisreste erkennen, an den Bahnhof Leopoldshafen erinnert seit 2010 eine Gedenktafel, in Linkenheim befindet sich am Bahndamm ein mittlerweile zum Wohnhaus umgebautes ehemaliges Bahnwärterhaus. Nachdem die Strecke den östlichen Ortsrand von Hochstetten passiert hat, verläuft sie etwa 1 Kilometer lang durch den Hardtwald, ehe sie einige Kilometer weiter den Bahnhof Graben-Neudorf erreicht.

Geschichte

1870 bis 1913

Alter Bahndamm in Neureut...
...und in Leopoldshafen

Am 4. August 1870 wurde die Eisenbahnverbindung Mannheim - Schwetzingen - Graben - Eggenstein - Karlsruhe auf Betreiben der Stadt Mannheim als Rheinbahn durch die Hardt eröffnet. Im Krieg 1870/71 erwies sich diese Streckenführung als hinderlich, da Truppentransporte von Mannheim nach Süden oder über den Rhein im Karlsruher Bahnhof die Fahrtrichtung wechseln mußten. Daher wurde Anfang der 1870er Jahre mit dem Bau der Kurvenbahn durch die Jollystraße und westliche Bahnhofstraße eine durchgehende Verbindung zur Bahnlinie entlang der heutigen Beiertheimer Allee über Ettlingen nach Süden hergestellt. Als 1895 aus strategischen Gründen die Bahnlinie von Graben über Blankenloch nach Karlsruhe gebaut wurde, konnte der durchgehende Verkehr nach Mannheim fortan über diese abgewickelt werden, das "Kopf machen" entfiel, die Kurvenbahn wurde wieder abgebaut. Die Strecke über Eggenstein wurde zur nun unbedeutenden Nahverkehrsbahn, die in Graben endete. Im Stadtgebiet verlief die Trasse bis zur Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs 1913 vom alten Hauptbahnhof am Ettlinger Tor parallel zur städtischen Maxaubahn über Beiertheimer Allee, Mathystraße zum Mühlburger Tor (dort gleichnamiger Bahnhof), dann weiter über die Riefstahlstraße, Erzbergerstraße nach Neureut.

Dieser Ort im Stadtplan:

1913 bis 1974

Nach dem Umzug des Bahnhofs ans Südende der Südstadt zweigte die Hardtbahn nördlich des dabei ebenfalls verlegten neuen Mühlburger Bahnhofs von der Strecke über Knielingen zum Rhein ab und verlief über Neureut (das dabei einen Bahnhof am Ortsrand erhielt) nach Eggenstein. Der Personenverkehr auf der Hardtbahn wurde aufgrund ständig sinkender Fahrgastzahlen 1967 eingestellt. Zwischen Leopoldshafen und Graben wurde die Strecke abgebaut. Lediglich der Güterverkehr zur US-Kaserne in Neureut und zum Forschungszentrum bewahrte die Strecke vor einer Stilllegung.

Vom Bahnhof Mühlburg bis Neureut-Nord wird die alte Trasse bis noch heute für die Zufahrt von Güterzügen zur Kaserne (seit 1995 nur noch Materiallager) in Kirchfeld-Nord und zum Forschungszentrum genutzt. Von ca. der Haltestelle Kirchfeld nach Süden führte für die US-Armee von 1952 bis 1974 ein Gleis bis zum Versorgungszentrum beim damaligen PX am Nordende des Alten Flugplatzes.

1975

Am 14. November 1975 wurde die Straßenbahnstrecke zwischen Nordweststadt und Altem Flugplatz eröffnet. Nach der Knielinger Allee taucht die Strecke ca. 4 m ab. Die BNN vom 17. September 2005 schreiben in ihrem Artikel zum 30-jährigen Jubiläum der Strecke, dass die Gründe dafür heute nicht mehr eindeutig zu fassen sein und führt dann drei potentielle Gründe an:

  • Laut Berichten der BNN aus den 70ern: Der Flugplatz wurde damals noch militärisch genutzt und die Oberleitung durfte nicht höher als der Zaun des Flugplatzes liegen.
  • Laut Erinnerung von Kurt Gauly: Es wurde ein großer Abwassersammler dort gebaut und da die Grube schon mal da war…
  • Laut Horst Stammler: In Zeiten, als Trams als veraltet galten, hat die Kreuzungsfreiheit bei der finanziellen Förderung eine wichtige Rolle gespielt.

Zur Zeit des Baus der Strecke ging man noch davon aus, das Gelände des Flugplatzes eines Tages bebauen zu können, daher auch die Randlage der Strecke.

1979 bis heute

1979 wurde die Strecke von der Nordweststadt nach Neureut sowie die Wendeschleife Kirchfeld gebaut. Am 05. Oktober desselben Jahres wurde diese Strecke eingeweiht, damals noch mit den älteren Straßenbahnwagen. 1986 folgte die Erweiterung bis Leopoldshafen (Einweihung am 13. Dezember 1986), 1989 schließlich bis Hochstetten (Einweihung am 03. Juni 1989). Eine strikte Befolgung der alten Bahnstrecke wäre hier unzweckmäßig gewesen; vielmehr stand die direkte Erschließung der inzwischen gewachsenen Ortschaften im Vordergrund. Im selben Jahr wurde zwischen Leopoldshafen und Linkenheim ein Abzweig zur alten Hardtbahnstrecke Richtung Forschungszentrum gebaut. Seit dem 18. Dezember 1989 können die Mitarbeiter des Forschungszentrums mit der Hardtbahn direkt zu ihrer Arbeitsstätte fahren. Durch den direkten Anschluss über die Hardtbahnstrecke zum Forschungszentrum wurde 1990 vereinbart, die Güterzüge zum Forschungszentrum künftig durch die Ortsmitte von Leopoldshafen fahren zu lassen. Daher wurde die alte Hardtbahnstrecke zwischen Eggenstein und dem Abzweig zum Forschungszentrum überflüssig. Am 27. Mai 1997 wurde die Strecke offiziell stillgelegt und in der Folgezeit abgebaut.

Die alte Trasse über die Erzbergerstraße, die zwischen 1870 und 1913 genutzt wurde, wird seit 2006 teilweise für die Nordstadtbahn verwendet.

Zukunft

Eine Verlängerung der Hardtbahn über Hochstetten hinaus nach Dettenheim oder Graben-Neudorf steht seit Jahren zur Diskussion. Ebenso ist unklar, inwieweit die Nordstadtbahn verlängert werden soll und wie genau das Neubaugebiet Kirchfeld-Nord angeschlossen wird.

Betrieb

Die Hardtbahn ist die Gegenseite der Albtalbahn. Betreiber ist die AVG, die am KVV beteiligt ist. Dieser benutzt bei innerstädtischen Bandansagen (Zur Hardtbahn bitte umsteigen.) den Streckenbegriff, der auf den Linienplänen allerdings nicht auftaucht. Nördlich von Haus Bethlehem wird mit Streckensignalen gefahren, also im Gegensatz zur Situation in der Innenstadt nicht auf Sicht. In zweigleisigen Abschnitten herrscht planmäßig Rechtsverkehr (Bahnsteige in Seitenlage). Außerplanmäßig können die Einrichtungsfahrzeuge aber beispielsweise in der Schleife Neureut Kirchfeld wenden und im Falschfahrbetrieb bis Eggenstein fahren, um dort Fahrgäste nach Karlsruhe aufzunehmen. Begegnungen im eingleisigen Bereich: Neu-Verspätungen resultieren am ehesten aus der zwischen eingleisigen Abschnitten erfolgenden Begegnung in Linkenheim Friedrichstraße. Die in Eggenstein fällige Begegnung kann dank nördlich von Neureut zweigleisigen Ausbaus auch dort stattfinden, falls ein aus Karlsruhe kommender Zug verspätet ist. In den Stoßzeiten verkehren zusätzlich jeweils in Lastrichtung einzelne Eilzüge, die in der Nordweststadt nicht und in Neureut nur am Bärenweg halten. Der Zeitgewinn pro Richtung beträgt 2 bis 3 Minuten, viel weniger als entsprechend bei der Kraichgaubahn. Eilzüge überholen andere Züge stadtauswärts an der Knielinger Allee (früher planmäßig, heute außerplanmäßig). Im Berufsverkehr morgens 2x und abends 1x verkehren Kurswagen zum Forschungszentrum, die an der Frankfurter Straße gekoppelt beziehungsweise entkoppelt werden.

Siehe auch

  • Strecke Mannheim – Karlsruhe – Basel: Rheintalbahn (Badische Hauptbahn)
  • Strecke Bruchsal – Germersheim: Bruhrainbahn

Weblinks