Bruhrainbahn

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Die Bruhrainbahn bezeichnet die etwa 25,5 km lange Strecke Bruchsal - Graben-Neudorf - Germersheim. Die 22 km auf badischer Seite gehören zum Karlsruher Verkehrsverbund (KVV). 3,5 Kilometer liegen auf pfälzischer Seite und gehören zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Die Bruhrainbahn wird von der S-Bahn RheinNeckar als S-Bahn  S33  betrieben.

Haltepunkte

Begegnung am Bahnhof Philippsburg

Geschichte

Auffahrt zur Brücke bei Germersheim.

Von 1870 bis Mai 1945

Vorgänger der Bruhrainbahn war von August 1870 bis August 1871 eine provisorische „Kriegsbahn” zwischen Bruchsal und Rheinsheim, die aber wieder abgebaut wurde.

1871 wurde zwischen Baden und Bayern ein Staatsvertrag über den Bau einer Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Germersheim geschlossen. Die Planung der Brücke zog sich bis 1874 hin und der Bau begann im April 1875. Die Brücke wurde von Beginn an zweigleisig geplant und gebaut, aber zunächst nur ein Gleis verlegt.

Währenddessen wurde die Bahnstrecke zwischen Bruchsal und Rheinsheim gebaut und im November 1874 abgeschlossen. In Graben-Neudorf entstand der Kreuzungspunkt mit der Rheinbahn.

Die Rheinbrücke wurde Anfang 1877 fertiggestellt, am 15. Mai 1877 eingeweiht und damit die Verbindung nach Germersheim hergestellt.

In den folgenden Jahren wurde, durch den steigenden Zugverkehr bedingt, auch das zweite Gleis auf der Brücke ausgeführt. 1879 gab es den ersten Schnellzug, der die Strecke München–Bruchsal–Germersheim–Landau–Saarbrücken–Brüssel–Oostende bediente.

1927 und 1930 musste die Brücke verstärkt werden, um dem Gewicht der immer schwerer werdenden Züge Rechnung zu tragen.

In beiden Weltkriegen hatte die Strecke stets eine hohe militärische Bedeutung und stellte ein wichtiges, strategisches Verbindungsstück der Linie Saarbrücken – Stuttgart dar (über Pirmasens, Landau, Germersheim, Bruchsal, Mühlacker).

Am 24. März 1945 wurde die Brücke vor den anrückten alliierten Streitkräften gesprengt. Mit der Sprengung sollte die Rheinüberquerung und damit deren Vormarsch erschwert werden.

Von Juni 1945 bis 1999

Die zerstörte Rheinbrücke blieb Jahre im Rhein liegen. Es wurde immer nur soviel an Trümmern geräumt wie für die Schifffahrt notwendig war. Die Bundesbahn hatte kein Interesse mehr an einem Neubau der Brücke. Als Konsequenz wurden auf beiden Seiten des Rheines die betroffenen Gleisanlagen zurückgebaut und zum Teil nur noch eingleisig betrieben.

1964 wurde aber dennoch der Neubau einer Brücke ausgeschrieben. 1965 begannen die Arbeiten mit der Räumung der restlichen Trümmer im Rhein. Im September 1967 überquerte der erste Bauzug den Strom. Am 23. Oktober 1967 wurde die neue Rheinbrücke in einer Feierstunde dem Verkehr übergeben.

Die Strecke von Bruchsal nach Germersheim kam aber nicht mehr über eine regionale Bedeutung hinaus. 1994 wurde die strategische Bedeutung über die Rheinbrücke aufgegeben und das zweite Gleis zwischen Graben-Neudorf und Germersheim demontiert. Nur zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wurde die Strecke elektrifiziert und zweigleisig weiter betrieben. Zwischen Bruchsal und Germersheim verkehrte eine Regionalbahn mit Dieseltriebwagen. Die Bahnhöfe an der Strecke wurden aufgegeben und zu „Haltepunkten“ herabgestuft.

Seit 2000

9. Dezember 2011 – Einweihungsfest in Karlsdorf

Mit der Planung und Realisierung der Stadtbahnen in den 1980er und 1990er Jahren kam auch die Bruhrainbahn mit in die Planvorhaben. Im März 2004 wurde das Projekt der Stadtbahn von der AVG allerdings an die Deutsche Bahn AG übergeben und dort als S-Bahn weiter geplant.

Hauptproblem war die fehlende Elektrifizierung der Strecke zwischen Graben-Neudorf und Germersheim. Die Bahnlinie führt durch Wald- und Auengebiete mit recht eigenwilliger Streckenführung, was die Ausbaupläne stark verteuerte. Letztendlich gelang die Finanzierung des Bauvorhabens durch die Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Rhein-Neckar (VRN), die zusätzliche Fördermittel aus Rheinland-Pfalz erschlossen.

Der Ausbau der S-Bahn Bruchsal–Germersheim begann im Juli 2010 und wurde mit der Einweihung der neu gestalteten Bruhrainbahn am 9. Dezember 2011 am Karlsdorfer Bahnhof abgeschlossen. Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde der Linienbetrieb der  S33  aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks