Karlsruher Fußballverein

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Der Karlsruher Fußballverein (KFV) ist der wohl traditionsreichste aller Karlsruher Sportvereine. Er wurde 1891 gegründet.

Inhaltsverzeichnis

KFV seit 2007

Spielplatz 2007/08 (Gehörlosenzentrum)
Spielplatz 2007/08 (Gehörlosenzentrum)

2007 startete auf Initiative von Alexander Etzel der KFV in der Staffel 3 der Kreisklasse C[1] wieder neu, denn der Verein wurde 2004 nicht aus dem Vereinsregister gelöscht.[2] Die Spiele werden auf dem Gelände des Gehörlosenzentrums ausgetragen, da das alte Stadion 2006 abgerissen wurde.

Anfang 2009 wechselte man auf das Gelände des SZ Südwest Hardeck-Oberreut, während die Heimspiele bei der DJK Karlsruhe-Ost ausgetragen werden.

Der Verein zählt derzeit etwa 75 Mitglieder (Stand August 2007), darunter auch der einzige noch lebende Nationalspieler des KFV, Kurt Ehrmann.

Geschichte

Erste Glanzzeit von 1891 bis 1906

Eingang des ehemaligen Stadions (März 2006)
Eingang des ehemaligen Stadions (März 2006)

Am 17. November 1891 wurde der KFV auf dem Engländerplatz ins Leben gerufen. Ein Gründungsmitglied des KFV war Walther Bensemann. In den Anfangsjahren des deutschen Fußballs Anfang des 20. Jahrhunderts nahm der KFV eine führende Rolle im deutschen Fußball ein. In den ersten Endrunden um die deutsche Fußballmeisterschaft des Deutschen Fußball Bunds (DFB, gegründet 1900) war der Karlsruher FV häufig vertreten.

Zweite Glanzzeit von 1910 bis 1912

1910 wurde der KFV Deutscher Fußballmeister vor 5.000 Zuschauern durch ein 1:0 gegen Holstein Kiel. Nach torloser regulärer Spielzeit fällt in Köln die Entscheidung in der zweiten Verlängerung, als der KFV Mittelläufer Max Breunig einen Elfmeter verwandelt. Im Halbfinale hatte der KFV den Stadtkonkurrenten und Vorjahresmeister Phönix Karlsruhe mit einem knappen 2:1 ausgeschaltet. Weitere Erfolge siehe unten.

1910 hatte der Verein Massageräume und ab 1920 sogar ein Entmüdungsbecken. 1912 erzielt der Nationalspieler Gottfried Fuchs vom KFV in Stockholm mit zehn Treffern beim 16:0 gegen Russland den bis heute gültigen Torjägerrekord der deutschen Länderspielgeschichte.

Abriss des Clubhauses des KFV am 22. Juni 2006
Abriss des Clubhauses des KFV am 22. Juni 2006

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte allerdings die Mannschaft ihre Erfolge nicht mehr wiederholen.

Dritte Glanzzeit von 1925 bis 1933

In den 50er Jahren entstand aus dem KFV gewissermaßen die SG Siemens – die Siemens-Sportgruppe im KFV. Die Mitglieder dieser Gruppe wurden namentlich als KFV-Mitglieder geführt und konnten somit offizell auf allen Sportfesten starten und waren gegen Sportunfälle versichert.

Finanzielle Probleme

Der KFV ist deutschlandweit so bekannt und beliebt, dass nach seinem Abstieg in die 2. Fussballoberliga Süd der DFB beschloss, die 1. Oberliga Süd aufzustocken, um dem KFV den Abstieg zu ersparen. 1981 konnten die Verbindlichkeiten zwar um 12,5 Prozent abgebaut werden[3], doch der Abstieg ging weiter: in den letzten Jahrzehnten spielte man nur noch in den untersten Klassen, bis der Verein 2004 vom Badischen Fußballverband wegen finanzieller Gründe mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen wurde und damit von der Fußball-Landkarte erstmal verschwunden war. Der Verein hatte 300.000 Euro Schulden.

Das Gelände wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens für das Projekt „Karlsruher Weg 17“ verkauft, um die Schulden zu tilgen.

Der Tennisclub Karlsruhe West wurde am 04.08.2004 gegründet und ist praktisch aus der Tennisabteilung des Karlsruher FVs hervorgegangen. Es handelt sich um einen unabhängigen Verein, der das Grundstück (u.a. Clubhaus, 7 Sandplätze) von der Stadt Karlsruhe zugesprochen bekam.

Stadion bis 2006

Die Heimspiele wurden im KFV-Stadion gegenüber der Telegrafenkaserne ausgetragen, dazu gab es das Vereinsheim des KFV.

Erfolge

  • 1901 Süddeutscher Meister
  • 1902 Süddeutscher Meister
  • 1903 Süddeutscher Meister
  • 1904 Süddeutscher Meister
  • 1905 Deutscher Vizemeister, Süddeutscher Meister
  • 1910 Deutscher Meister, Süddeutscher Meister
  • 1911 Süddeutscher Meister
  • 1912 Deutscher Vizemeister, Süddeutscher Meister
  • 1922 Südwestkreismeister
  • 1924 Kreismeister Mittelbaden
  • 1925 Kreismeister Mittelbaden
  • 1926 Baden-Württembergischer Bezirksmeister
  • 1928 Badischer Meister
  • 1929 Badischer Meister
  • 1931 Badischer Meister
  • 1932 Badischer Meister
  • 1938 Bezirksmeister
  • 1943 Kreismeister
  • 1952 Norbadischer Amateurmeister
  • 1961 Nordbadischer Pokalmeister
  • 1962 Nordbadischer Pokalmeister
  • 1965 Nordbadischer Pokalmeister
  • 1974 Nordbadischer Amateurmeister
  • 1981 Bezirksligameister

Trainer

Vor dem ersten Weltkrieg gab es Spielertrainer. Am 17. Januar 1909 übernahm mit dem Engländer William Townley der erste hauptamtliche Trainer die Leitung.

Amtszeit Name Amtszeit Name
1921 – 1922 Max Breunig 1954 – 1956 Erwin Schneider
1922 – 1923 Max Groke 1956 – 1957 Helmut Schmeiser / Erwin Schneider
1922 – 1924 Robert Kraft („Boba”) 1957 – 1958 Erwin Echle
1924 – 1925 Jack Burton 1958 – 1959 Dr. A. Faller / Erwin Echle
1925 – 1931 James Lawrence 1959 – 1960 Fritz Ruchay + Simon Weber
1931 – 1933 Benjamin Sedlacek 1960 – 1962 Robert Kraft + S. Weber
1933 – 1934 Robert Kraft 1962 – 1964 Stefan Schneider
1934 – 1935 Eugen Link 1963 – 1964 Robert Geiger
1934 – 1936 Leopold Kastner 1964 – 1966 Georg Seeburger
1936 – 1937 Rudolf Jansen 1966 – 1967 Heini Gärtner
1937 – 1939 Ralph Hymmen 1967 – 1968 Georg Seeburger
1939 – 1941 Ludwig Tretter 1968 – 1970 Josef Schäfer
1941 – 1943 Max Breunig 1970 – 1972 Berni Termath
1943 – 1944 1972 – 1975 Ludolf Hyll
1944 – 1945 Johann Günther 1975 – 1976 Josef Schäfer / Hans Walter
1945 – 1946 Dr. Karl Zimmermann 1976 – 1977 Otto Koch
1946 – 1947 Julius Döring / Max Breunig 1977 – 1978 Werner Ludwig
1948 – 1949 Friedrich Moser / Albert Janda 1978 – 1979 Rolf Kahn
1949 – 1950 Hermann Trauth 1979 – 1981 Lodolf Hyll
1950 – 1951 Karl Striebinger 1981 – 1983 Arthur Böhm
1951 – 1952 Erwin Stumpp 1983 – 1984 Daniel Meister
1951 – 1952 Erwin Schneider 1984 – 1985 Hugo Rastetter / Butz
1952 – 1954 Robert Kraft 1985 – 1987 Werner Hafner

Vorsitzende

Da der Verein erst am 27. November 1903 ins Vereinsregister eingetragen wurde, kann erst ab diesem Datum eine genaue Auflistung der Vorsitzenden angegeben werden.

Amtszeit Name Bemerkungen
1903 – 1905 Ernst Langer
1905 – 1906 Ernst Roth
1906 – 1907 Ernst Langer
1907 – 1908 Alfred Walz
1908 – 1911 Ernst Langer
1911 – 1912 Hermann Rupp
1912 – 1913 Fritz Langer silberne und goldene Ehrennadel, seit 1923 Erster Präsident auf Lebenszeit
1913 – 1918 Rudolf Kraus
1918 – 1919 Karl Daniel Huber
1919 – 1921 Rudolf Kraus
1921 – 1922 Friedrich Wilhelm Nohe war bereits ab 1896 Vorsitzender, wie lange, ist unbekannt.
1922 – 1923 Fritz Langer
1923 – 1924 Dr. Karl Waerther und Hans Plesch
1924 – 1925 Karl Daniel Huber
1925 – 1929 August Schneider
1929 – 1931 Dr. Hermann Keßler silberne und goldene Ehrennadel, Ehrenvorsitzender, Ehrenpräsident des KFV
1931 – 1932 Fritz Langer
1932 – 1934 Dr. Otto Albietz
1934 – 1936 Fritz Langer
1936 – 1940 Karl Künkel
1940 – 1942 Fritz Langer
1942 – 1945 Dr. Josef Ruzek Ehrenvorsitzender, Verdienstnadel in Bronze und Ehrennadel in Silber und Gold des Bad. Fußballverbands
1945 – 1948 Max Ransenberg
1948 – 1951 Dr. Josef Ruzek
1950 – 1951 Karl Künkel
1951 – 1957 Walter Krück
1957 – 1963 Dr. Ottmar Bürger
1963 – 1964 Heinz Higer
1964 – 1968 Peter Pflästerer
1968 – 1975 Josef Frey
1975 – 1977 Karl-H. Erhardt
1977 – 1984 Günther Heyden
1984 – 1986 Dr. Wolf-D. Koller
1986 – 1991 Peter Weingärtner
Seit 2004 Alexander Etzel

Wichtige ehemalige Spieler

Nationalspieler des KFV:

Siehe auch

Literatur

Josef Frey: „90 Jahre Karlsruher Fußballverein – Ein Kapitel Karlsruher + deutscher Fußballgeschichte”, erschienen 1981, Präzis-Druck GmbH, ohne ISBN

Adresse

Karlsruher Fußballverein
c/o Alexander Etzel
Binger Straße 34
76185 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 7 41 10
E-Mail: AEtzel(at)bhw.de

Weblinks

Fußnoten

  1. http://www.fussballkreis-karlsruhe.de/cms/docs/doc27113.doc Fußballkreis Karlsruhe, Staffeleinteilung 2007/2008 für die Kreisklasse C – gelesen am 15. Juli 2007
  2. Boulevard Baden, 15. Juli 2007, Titelgeschichte
  3. Tagebuch der Fächerstadt 1982, Seite 169
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