Gottfried Fuchs

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Gottfried Fuchs, deutscher Nationalspieler

Der Fußballer Gottfried Fuchs wurde am 3. Mai 1889 in Karlsruhe geboren und starb am 25. Februar 1972 in Montreal, Kanada. Er war aktiv beim Karlsruher Fußballverein (KFV) und in der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Leben und Wirken

Fuchs wurde 1889 als Sohn eines Kaufmanns in Karlsruhe geboren. Beruflich nach Düsseldorf übersiedelt, erreichte er mit dem Düsseldorfer FC 1899 (heute Düsseldorfer SC 1899) im Jahre 1907 die Westdeutsche Meisterschaft. Anschließend übersiedelte er für ein Jahr nach England. Nach seiner Rückkehr war er vorübergehend sowohl für den Düsseldorfer FC als auch für den Karlsruher FV aktiv, wo er 1910 mit Julius Hirsch und Fritz Förderer („Frieder“) Deutscher Meister

Als deutscher Nationalspieler erreicht Gottfried Fuchs 1912 in Schwedens Hauptstadt Stockholm beim 16 : 0 gegen Russland mit zehn Treffern den bis heute gültigen Torjägerrekord der deutschen Länderspielgeschichte. Seinen Titel als Deutschen Rekordtorschützen (ingesamt 14 Länderspieltore) behielt er bis 1930.

Am Ersten Weltkrieg nahm er mit seinen drei Brüdern (darunter Richard Fuchs) als Freiwilliger teil. Als Artillerie-Offizier wurde er viermal verwundet. 1920 beendete er seine aktive Laufbahn.

Beruflich im Väterlichen Familienbetrieb, die Holzhandlung Fuchs Söhne, eingestiegen, zog Fuchs 1928 nach Berlin, wo er bis 1935 dem dortigen Tennisclub angehörte, ehe er aufgrund seiner jüdischen Abstammung den Verein verlassen musste.

1937 floh Fuchs erst in die Schweiz und dann nach Frankreich; 1940 reiste er nach Kanada aus, wo er sich Godfrey E. Fochs nannte. Dort blieb er – von kurzen Besuchen in Deutschland um Rechtsfragen zu klären – bis zu seinem Tode am 25. Februar 1972.

Weder sein ehemahliger Verein der KFV, noch der Deutsche Fußballbund, noch die Bürgergemeinschaft Nordweststadt noch die Karlsruher Stadtverwaltung wollten sich des Gedenkens vor 2002 annehmen.

Ehrung

Weder sein ehemaliger Verein der KFV noch der Deutsche Fußball-Verband wollte sich vor dem Jahr 2000 erinnern. Erst im Mai 2013 beschloss der Karlsruher Gemeinderat die Benennung der Freifläche an der Ecke Karlsruher Weg/Berliner Straße mit Gottfried-Fuchs-Platz.

Literatur

Der Briefwechsel zwischen Fuchs und Sepp Herberger ist veröffentlicht in Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers.“ von Werner Skrentny (Göttingen 2012, ISBN 3895338583 und ISBN 978-3895338588. Das Buch erscheint im April 2012).

Presse:

  • Michael Wulzinger: Herbergers Held, in „DER SPIEGEL“, Nr. 14/2012 vom 2. April 2012, Seite 107

Weblinks