Rheinbrücke
Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Über den Rhein führen mehrere Brücken. Für die Stadt Karlsruhe ist es die Rheinbrücke, die Wörth in Rheinland-Pfalz und Karlsruhe verbindet.
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Karlsruhe – Wörth
Straßenbrücke
Die derzeit für den Individualverkehr einzige Rheinbrücke in der Nähe der Stadt Karlsruhe befindet sich im Zuge der B 10 bei Karlsruhe-Knielingen (Maxau) und verbindet Karlsruhe mit dem Ortsteil Maximiliansau der Stadt Wörth. Auf der Westseite folgt bald das Wörther Kreuz, wo die B 10 in die A 65 übergeht und die B 9 angeschlossen ist. Auf der Ostseite sind zunächst B 10 und Südtangente bis zur Abfahrt Kühler Krug identisch.
Für den Straßenverkehr stehen auf der 1966 fertig gestellten Brücke zwei baulich getrennte Richtungsfahrbahnen mit je drei Fahrstreifen zur Verfügung. Beide Fahrbahnen teilen sich aber einen gemeinsamen Unterbau und eine gemeinsame Aufhängung, was bei Mitte der für 2010 geplanten Sanierung problematisch werden könnte. Wegen vermuteter Bauschäden gilt für Lkw auf der Rheinbrücke eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h und ein Verbot der Benutzung des mittleren und des linken Fahrstreifens. Bei jeder Vorbeifahrt eines schweren Fahrzeugs spürt man auf dem Fußweg Erschütterungen und hört das Geländer klappern.
Die Straße über die Brücke ist weder Autobahn noch Kraftfahrstraße, darf also zwischen den Ausfahrten Maximiliansau und Knielingen auch mit Fahrzeugen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 60 km/h befahren werden, also auch von Treckern und Mofas.
Bei der Eröffnung war die Brücke für 33.000 Fahrzeuge täglich geplant. Einige veröffentlichte Belastungszahlen:
| Jahr | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kfz/Tag | 79.300 | 65.850 | 66.800 | 68.000 | 68.300 | 70.000 | 70.000 | 68.930 |
| Kfz/Tag montags bis freitags | 78.320[1] | |||||||
| LKW-Anteil | 14 % | 10,9 % | 11,3 % | 11,5 % | 11,0 % | 11,1 % | 11,8 % | 11,7 % |
| Referenz | [2] | [3] | ||||||
Dieser Ort im Stadtplan:
- Yellowmap-Stadtwikiplan (auch mit Luftbild)
- 2009er Karlsruher Onlinestadtplan (und als farbiges Orthobild von 2008)
Eisenbahnbrücke
Unmittelbar südlich der Straßenbrücke quert auch die Eisenbahnstrecke Karlsruhe - Wörth - Landau (Pfalz) - Neustadt (Weinstraße) (Kursbuchstrecke 676 der Deutschen Bahn AG) den Rhein. Daneben benutzen Züge der KVV-Regionalbahnlinie 8 nach Germersheim - Speyer und der Stadtbahnlinie S5 (Wörth-Dorschberg - Karlsruhe - Pforzheim) diese Rheinquerung. Diese Brücke wurde nach der Beschädigung ihrer Vorgängerin 1991 zunächst nur eingleisig gebaut, aber gleich für den Bau eines zweiten Gleises vorbereitet, das dann 2000 eröffnet wurde.
„Zweite Rheinbrücke”
Die 2. Rheinbrücke wird – so die derzeitige Planung – auf Höhe des Wörther Hafens den Rhein überqueren. Sie soll neben der bestehenden Brücke die Pendlerströme zwischen den Wirtschaftszentren Karlsruhe und Wörth aufnehmen. Gleichzeitig würde sie als Ausweichstrecke die Wartung der bestehenden Brücke erleichtern. Die Anbindung an die auf pfälzischer Seite verlaufende Bundesstraße 9 soll laut Presseinformationen („Die Rheinpfalz”) beim jetzigen Anschluss „Hafen Wörth/Jockgrim” erfolgen. Bisher noch nicht öffentlich gemacht wurde die Weiterführung auf badischer Seite. Der Geschäftführer des Siemens Industrieparks, Peter Grimm, regte die Anbindung an die Bundesstraße 36 an.
Laut Presseartikeln soll 2012 Baubeginn sein, 2015 soll sie fertig sein. Die Kosten dafür soll der Bund tragen.
Eine Bürgerinitiative aus der Region („Bürgerinitiative für eine Nordbrücke und gegen eine Parallelbrücke”) kämpfte für eine Brücke nördlich der bestehenden Verbindung. Diese Variante wurde dann auch vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz favorisiert und ausgewählt.
Siehe auch Nordtangente.
Zweite Rheinbrücke wird ernst
Laut einer Pressemitteilung in der BNN vom 29.11.2005 liegt nach mehr als zwei Jahren Vorarbeit jetzt der Entwurf der Umweltverträglichkeitsprüfung vor. Das erforderliche Raumordungsverfahren für die linke Rheinseite für die Brücke und die Zufahrt soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden.
Stand März 2006
Das Raumordnungsverfahren in Rheinland-Pfalz läuft, der erste Anhörungstermin war schon. Auf badischer Seite hält die Politik dieses Verfahren nicht für erforderlich. Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat sich im Februar 2006 mehrheitlich (SPD, GRÜNE, KAL, BÜKA/ÖDP, PDS) gegen die vorgelegte Planung ausgesprochen.
Geschichte
Die erste Straßenbrücke an dieser Stelle wurde 1840 als hölzerne Schiffsbrücke erstellt, zuvor gab es nur eine Fährverbindung über den wechselnden Rheinverlauf zwischen Knielingen und Wörth, nach der Rheinkorrektur durch Johann Gottfried Tulla 1818 zwischen Maxau und Maximiliansau. Diese Brücke war auf 24 Pontons aus Eichenholz errichtet, von denen einige bei Bedarf ausgeschwenkt werden konnten um Schiffe durchzulassen.
1864 wurde sie ersetzt durch eine kombinierte Eisenbahnbrücke gleichartiger Konstruktion mit einem Gleis und zwei danebenliegenden Fahrbahnen . Mit 34 Pontons, 12m Breite und 363m Länge sowie 3 ausfahrbaren Jochen an jeder Uferseite (wegen wechselndem Fahrrinnenverlauf) war sie die erste Eisenbahnschiffsbrücke Deutschlands und wurde damals als Wunderwerk der Ingenieurskunst viel bestaunt. Sie ermöglichte der Maxaubahn die Verbindung und Weiterfahrt ohne Umsteigen in die bayrische Pfalz. Wegen der begrenzten Tragfähigkeit dieser Brücke wurden die normalen, für die Brücke zu schweren Dampfloks abgekoppelt und die Waggons durch eine speziell hierfür konstruierte, besonders leichte Kleinlokomotive, der sogenannte "Brückenhexe", auf die andere Rheinseite gezogen. Bei schwerem Eisgang im Winter mußte sie allerdings ausgeschwommen und stillgelegt werden. Ein sehr anschauliches Modell dieser Brücke befindet sich im Knielinger Museum im Hofgut Maxau.
Die erste feste Straßen- und Eisenbahnbrücke wurde erst 1938 als Stahlfachwerkkonstruktion mit getrennten, parallel verlaufenden Jochen, aber gemeinsamen Widerlagern für zweigleisige Bahntrasse und Straße und einem gemeinsamen Mittelpfeiler errichtet, sie hielt aber nur bis 1945. Zwar hatten deutsche Pioniere im 2. Weltkrieg (wie üblich) schon 1944 den Mittelpfeiler "vorsorglich" mit 1,5 t Sprengstoff bestückt, der wurde aber erst während des Angriffs der französischen Armee auf den Rheinübergang und auf Karlsruhe im März 1945 durch einen Volltreffer der Artillerie zur Explosion und die Brücke zum Einsturz gebracht.
1945/46 wurden durch französische und amerikanische Pioniere wenige Meter neben der zestörten Brücke Behelfsbrücken für Straße und Eisenbahn errichtet, 1947 dann durch die französische Militärregierung flußaufwärts neben der gesprengten Brücke je eine provisorische Brücke für den Straßenverkehr und daneben eine eingleisige für die Bahn erstellt, beide ebenfalls als Stahlgitterkonstruktion, aber mit 4 gemeinsamen Pfeilern. Beide Provisorien erwiesen sich als recht langlebig, die Straßenbrücke wurde bis 1966, die Bahnbrücke sogar bis 1991 benutzt.
weitere Brücken über den Rhein
Flussabwärts
Germersheim und Philippsburg sind seit den 1970er Jahren durch eine Straßenbrücke und eine Eisenbahnbrücke verbunden. In Amtsdeutsch hieß sie seit der Errichtung „Brücke im Zuge der B 35”, seit Oktober 2008 heißt sie „Rudolf-von-Habsburg-Brücke”. Sie ist 605 Meter lang.
Flussaufwärts
Bei Rastatt führt die kleine Wintersdorfer Brücke, an der Staustufe Iffezheim eine große Straßenbrücke über den Rhein.
siehe auch
Neben den Brücken verbinden Fähren die Menschen beiderseits des Flusses, siehe auch Rheinübergang.
Es gibt einen Bahnhof Rheinbrücke auf Karlsruher Seite.
Weblinks
- Webcam B 10 Rheinbrücke Karlsruhe-Maxau Blickrichtung Karlsruhe
- Straßenbrücke im brückenweb
- Eisenbahnbrücke im brückenweb
- Straßenbrücke bei structurae
- Eisenbahnbrücke bei structurae
- Historie und technische Daten der Rheinbrücke Karlsruhe-Maxau auf den Seiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe
- Geschichte der Rheinbrücke Maximiliansau-Karlsruhe
- Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Rheinbrücke Maxau“
- Nordtangente und Rheinbrücke im u&v 1/05 (http://www.umverka.de/hefte/heft105/nordtangente.html)
Fußnoten
- ↑ Kleine Anfrage der Abg. Dr. Gisela Splett GRÜNE und Antwort des Innenministeriums (PDF). Siehe Antwort auf Frage 2
- ↑ Kleine Anfrage der Abg. Regina Schmidt-Kühner SPD und Antwort des Ministeriums für Umwelt und Verkehr (PDF). Siehe Antwort auf Frage 1 und 2
- ↑ Kleine Anfrage des Abgeordneten Erhard Lelle (CDU) und Antwort des Verkehrsministeriums (PDF). Siehe Anlage 4

