Staustufe Iffezheim

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche
Östlicher Teil der Staustufe Iffezheim aus der Luft
Lage der Staustufe
Staustufe, Schleusenkammer
Die Schleusen von der Wintersdorfer Brücke aus gesehen
Informationstafel zum Umbau

Die Staustufe Iffezheim ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt am Rhein bei Iffezheim, das aus Wehr, Schleuse, Kraftwerk und Fischpass besteht. Die Staustufe Iffezheim ist gleichzeitig Rheinbrücke, die B500 führt hier über den Fluss.

Geschichte

  • Errichtung auf der Basis des deutsch-französischen Staatsvertrages von 1969
  • Vorbereitende Maßnahmen: 1970 Planfeststellungsverfahren, Grunderwerb auf beiden Rheinufern (etwa 400 ha), Baufeldräumung und Tiefenbohrungen
  • Beginn der eigentlichen Arbeiten für das Kraftwerk im Oktober 1974, für die Wehranlage im Dezember 1974 und für die Schleusenanlage im Januar 1975
  • Ende 1976 vorläufiger Abschluss der gesamten Bauarbeiten
  • Umleitung der Schifffahrt durch die Schleusenanlage am 14. März 1977
  • Absperrung des alten Rheinbetts am 26. März 1977
  • Fertigstellung der Staustufe Iffezheim Ende 1978
  • 2010 / 2011 Modernisierung der östlichen Schleusenkammer
  • Am 19. Oktober 2013 fand ein der Tag der offenen Tür statt.
  • Am 2. Juli 2017 fand zum 40-jährigen Bestehen erneut ein „Tag der offenen Tür“ von 10 bis 18 Uhr statt

Die Schleuse

Die Schiffe werden in zwei Doppelkammerschleusen gehoben. Die Stauhöhe beträgt durchschnittlich 10,80 Meter. Die Größe der Schleusenkammer beträgt 270 x 24 m. Je nach Größe können bis zu sechs Schiffe gleichzeitig durch die Schleuse befördert werden. Der Wasserspiegel wird durch Füllen oder Leeren der Kammer ausgeglichen. Jährlich passieren etwa 40.000 Schiffe die Staustufe. Dieser Vorgang wird von einem Turm aus gesteuert und überwacht.

Fischtreppe

Nachdem der Rhein über einen Zeitraum von mehreren hunderttausend Jahren Lebensraum für den Lachs gewesen war, verschwand er Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Fluss. Mit dem "Programm Lachs 2000" hat die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) 1987 Vorschläge formuliert, wie das Ökosystem des Rheins verbessert werden könne. Ziel war, den großen Wanderfischen wie Lachs, Meerforelle, Alse, Meerneunauge und Stör einen stabilen Lebensraum zu bieten und damit die Rückkehr in den Rhein bis zu den angestammten Laichplätzen zu ermöglichen.

Die Fischtreppe, auch Fischpass genannt, ist seit Juni 2000 in Betrieb. Es handelt sich um eine offene Betonrinne mit Neigung von etwas weniger als 4°. Der oberwasserseitige Abschnitt besteht aus 37 hintereinander angeordneten Becken, die miteinander durch senkrechte Schlitze verbunden sind. Während des anstrengenden Aufstiegs über die Labyrinth-Treppe können sich die Fische in den einzelnen Becken ausruhen. Der Fischpass ist 300 Meter lang und die Fische werden durch Fenster und über Kameras beobachtet und gezählt.

Das Kraftwerk

Das Kraftwerk wurde 1978 in Betrieb genommen. Die Betreibergeselleschaft Rheinkraftwerk Iffezheim GmbH gehört zu jeweils 50 % der EnBW und der Electricité de France (EDF). Vier Turbinen mit einem Durchmesser von 5,8 Metern erzeugten mittels des durchfließenden Rheinwassers bis Ende 2012 eine Leistung von rund 104 Megawatt und rund 740 GWh Strom jährlich.

Zwischen 2009 und 2013 wurde eine fünfte Turbine eingebaut. Seit Juni 2013 erzeugt sie eine Leistung von 38 Megawatt, was zur Versorgung von 35.000 Menschen ausreicht. Die Kosten für die Erweiterung beliefen sich auf rund 120 Millionen Euro. Als Besonderheit des Bau galt, dass die neue Baumaßnahmen für die neue Turbine während des laufenden Betriebs der anderen vier Turbinen gebaut wurde. Die neue Turbine wurde im Beisein des EU Kommissars für Energie Günther Oettinger am 18. Oktober 2013 in Betrieb genommen.

Mit der Inbetriebnahme der fünften Turbine zählt das Kraftwerk zum größten Laufwasserkraftwerk in Deutschland. Pro Sekunde werden 1,5 Millionen Liter Wasser in bis zu 148 Megawatt Strom umgewandelt. Damit können etwa 250.000 Haushalte mit umweltfreundlicher elektrischer Energie versorgt werden. Die mit Wasserkraft erzeugte Strommenge vermeidet den Ausstoß von jährlich etwa 110.000 Tonnen Kohlendioxid.

Das Wehr

Das Wehr besteht aus sechs Wehrfeldern von je 20 Metern Breite. Das Wehr ist ein Bauwerk zum Aufstauen des fließenden Wassers und garantiert die Schiffbarkeit des flussaufwärts des Wehrs gelegenen Flussabschnittes (Oberwasser). Es schützt zudem vor Hochwasser im flussabwärts gelegenen Bereich (Unterwasser), indem es das Wasser geregelt abfließen lässt.

Siehe auch

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

Weblinks