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Gondelsheim
Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
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Die Gemeinde Gondelsheim im Kraichgau gehört zum Landkreis Karlsruhe. Sie wird von der Saalbach durchflossen.
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Geschichte
Gondelsheim wird erstmals am 23. April 1257 urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich viel älter. Es lag an der alten Heerstraße, die vom Rhein nach Schwaben zieht. Dieses Gebiet war schon in der Steinzeit bewohnt. Ob Gondelsheim schon von den Alemannen oder erst durch die Franken gegründet wurde, ist nicht bekannt.
Vor 1257 hat Gondelsheim zum Zisterzienserkloster in Herrenalb gehört, die Urkunde legt fest, dass das Dorf im Tausch gegen andere Ländereien dem Edlen Konrad von Wiesloch übereignet wird. Über Jahrhunderte hinweg wurde Gondelsheim weiterhin immer wieder als Pfand oder Tauschgut verschoben. Die Besitzer waren unter anderen: die Grafen von Hohenberg, die Grafen von Württemberg (bis 1483, Wiprecht von Helmstatt, Konrad von Stammheim und Mya von Sickingen. 1457 gab Graf Ullrich V. von Württemberg als Vormund Eberhards V. die Pfandschaft erneut einem Wiprecht von Helmstatt und versprach zugleich, dass er diese Pfandschaft nicht mehr einlösen werde. 1483 die Grafen Eberhard der Ältere und der Jüngere dem pfälzischen Hofmeister Plicker Landschad von Steinach Schloss und Dorf Gondelsheim mit Helmsheim und den Höfen Bonartshausen, Rinklingen und Diedelsheim für 8300 Gulden. Damit kam das Dorf vom württembergischen in den pfälzischen Machtbereich. 1650 wurden Schloss und Dorf von Georg Rudolf Knebel von Katzenellenbogen an den Freiherrn Johann Bernhard von Menzingen verkauft. 1761 gelangte Gondelsheim aufgrund schuldenbedingter Tauschgeschäfte in den Besitz des Markgrafen von Baden-Durlach.
Schloss Gondelsheim
Das Gondelsheimer Schloss wurde 1857 in anglo-schottischem Stil errichtet. 1906 wurden weitere Flügel im Jugendstil angebaut. Ein Vorgängerbau hatte wahrscheinlich an einem Ort tiefer im Tal gestanden.
Eigentümer des Schlosses ist der Dipl.-Volkswirt Axel Graf Douglas (* 22. Juli 1943), der seinen ersten Wohnsitz auf Schloss Langenstein in Stockach (Hegau) hat. Das Schloss ist nur bei besonderen Anlässen öffentlich zugänglich.
2003 erhielt die Park- und Gebäudelandschaft des Schlosses einen Nymphenbrunnen. Er wurde von einem Spender finanziert. Es handelt sich dabei um eine Replik des Originals „Drei tanzende Mädchen“ von Walter Schott 1903. Es gibt nur zwei weitere Exemplare des Brunnens weltweit.
Alle drei Jahre wird auf dem Areal des Gondelsheimer Schlosses ein traditionelles Schlossfest gefeiert, zuletzt das 7. Schlossfest vom 3. bis 5. September 2005. Jedes Jahr gibt es den Gondelsheimer Weihnachtsmarkt im Schlosspark.
Im April 2005 geriet der Schlossherr in die Schlagzeilen, weil er offenbar ohne Genehmigung der Forstdirektion und des Gemeinderats den gesamten Schlosswald abholzen ließ. Douglas erklärte, er plane die Wiederherstellung eines Parkwaldes nach ursprünglichem Vorbild. Von Seiten des Bürgervereins wird allerdings der Verdacht geäußert, dass Douglas das Gelände anderweitig bebauen wolle. (Quelle: BNN, 12. April 2005)
Alte Synagoge
Einst hatte Gondelsheim eine über 100 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde. Daran erinnert heute die Synagoge im neoromanischen Rundbogenstil in der Leitergasse von 1849. 1930 wurde das Haus verkauft, da die Gemeinde wegen Auswanderungen nur noch aus wenigen Mitgliedern bestand. Der Käufer des Hauses war nicht jüdischen Glaubens, so dass die Pogromnacht 1938 keinen Schaden anrichtete. Heute dient das Haus als Wohnung und kann daher von innen nicht besichtigt werden.
Alter Turm
Der Alte Turm ist das älteste Bauwerk Gondelsheims, unweit des Schlosses. Es handelt sich um einen erhaltenen Kirchturm einer hochmittelalterlichen Wehrkirche, die im 30jährigen Krieg zerstört wurde. Im Innern befinden sich gotische Fresken aus der Zeit um 1430/1440. Er ist leider von Innen nicht zu besichtigen und benötigt dringend eine Restauration.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Gasthaus Loewenthor
- Brunnen vor dem Gasthaus Loewenthor, hier wurden einst die Pferde der Postreiter und die Reisenden auf dem Weg von Speyer nach Stuttgart getränkt
- Evangelische Kirche, 1842 nach Plänen Heinrich Hübschs gebaut, im zweiten Weltkrieg beschädigt
- Friedrichsbrunnen, 1903 am Brunnenberg eingeweiht, 1965 an den Marktplatz versetzt
- Evangelisches Pfarrhaus, 1895 in seiner heutigen Form errichtet
- Pfarrer-Rein-Haus, evangelisches Gemeindezentrum, 1997 renoviert
- Amtshaus, Silbergasse 4
- Rathaus
- Alte Schule
- Das "Schafhaus"
- Friedhof, Grabstätte von Josephine Benz, der Mutter von Carl Benz
- Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert
- Planetenweg und Sternwarte [1]
Adresse
- Gemeindeverwaltung
- 75053 Gondelsheim
- Telefon: (0 72 52) 94 44 - 0
Literatur
- „Gondelsheim: 750 Jahre Geschichte im Saalbachtal” von Thomas Adam (mit CD Ortsfamilienbuch Gondelsheim), ISBN 978-3-89735-440-1
del.icio.us
Mr.Wong
