Josephine Benz

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Gedenkstein im Friedhof Gondelsheim mit einem Schattenriss, dem einzigen erhaltenen Bild von Josephine Benz
Infotafel zum Gedenkstein

Josephine Benz, geb. Vaillant (* 8. April 1804 in Landstuhl; † 12. März 1870 in Gondelsheim) war die Mutter von Carl Benz.

Leben

Josephine Vaillant kam am 8. April 1804 als dritte Tochter des Gendarmen Philipp Vaillant und dessen Frau Johanna Katharina Vuillemin im pfälzischen Landstuhl zur Welt.

Ihr Vater – im Dienst als Gendarm National in der französichen Grand Armeé – kehrte vom Feldzug aus Russland nicht zurück.

Bei einer Karlsruher Bürgerfamilie in Diensten stehend, lernte sie Johann Georg Benz aus Pfaffenrot kennen, einen Lokomotivfüher der Badischen Eisenbahn.

Am 25. November 1844 kam ihr gemeinsamer Sohn Carl Friedrich zur Welt.

Ein Jahr später, am 16. November 1845, wurden Josephine Vaillant und Johann Georg Benz in der katholischen Kirche St. Stephan in Karlsruhe getraut. Die Familie lebte anschließend im heutigen Karlsruher Stadtteil Mühlburg.

Wenige Monate später, am 21. Juli 1846, starb Johann Georg Benz im Alter von 36 Jahren an einer Lungenentzündung.

Von jährlich 76 Gulden und 48 Kreuzern aus der Witwenkasse für Angestellte der badischen Eisenbahnen lebte Josephine Benz und versorgte ihr Kind.

Dennoch ermöglichte sie ihrem Sohn den Besuch des naturwissenschaftlich orientierten Lyzeums in Karlsruhe. Carl Benz sprach später über seine Mutter: „Sie war eine Schlüsselfigur in meinem Leben.“

Als Carl Benz 1866 seinen Wohnsitz aus beruflichen Gründen nach Mannheim verlegte, zog Josephine Benz ihm zunächst nach und 1869 dann nach Gondelsheim, wo bereits ihre Schwester Louisa Elisabetha Schnittspan lebte.

Josephine Benz starb am 12. März 1870 in Gondelsheim.

Diskussion um ihr Geburtsdatum

Aufgrund falscher Angaben bei ihrer Eheschließung bezüglich ihres Geburtsdatum wurde lange angenommen, dass Josephine Benz (geb. Vaillant) am 8. Januar 1812 geboren wurde. Dies konnte jedoch widerlegt werden. Sowohl das angegebene Alter in den Sterbeeinträgen, als auch die Überprüfung in den Kirchenbüchern in Landstuhl ergaben eindeutig den 8. April 1804 als ihr Geburtsdatum. Im Geburtseintrag wird der 18. Germinal des Jahres 12 nach dem französischen Revolutionskalender genannt, welcher mit dem 8. April 1804 identisch ist. Möglicherweise kannte der katholische Geistliche in St. Stephan, der die Trauung vollzog, nicht mehr den französischen Revolutionskalender und so wurde aus Germinal der Januar und aus dem Jahr 12 das Jahr 1812 und bei der 18 war vielleicht die 1 in Josephines Dokumenten nicht mehr zu lesen.

Ehrungen

  • In Gedenken an Josephine Benz stiftete die Gemeinde Gondelsheim einen Stein. Er befindet sich im Steinmuseum auf dem Friedhof.
  • Nach ihr wurde die Josephine-Benz-Straße in Gondelsheim benannt.
  • Die historische Bertha-Benz-Fahrt für Oldtimer von Mannheim nach Pforzheim legt regelmäßig einen Josephine-Benz-Gedächtnisstopp in Gondelsheim ein.

Siehe auch

Literatur