Schloss Gondelsheim

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Das Schloss aus südwestlicher Blickrichtung im Jahr 2011
Schloss mit Nymphenbrunnen
Eingang; über der Tür das Wappen. Die Treppe wird von zwei liegenden Löwen flankiert.

Das Schloss Gondelsheim ist ein Schloss mit Schlosspark und Kinderspielplatz in Gondelsheim. Das Schloss wird als Kultur- und Tagungszentrum genutzt und ist nur bei besonderen Anlässen öffentlich zugänglich.

Geschichte

Schloss

Das Schloss geht auf einen Vorgängerbau zurück, der bereits im 17. Jahrhundert existierte. Ludwig I. von Baden kaufte das Schloss als junger Prinz zusammen mit einem seinem Brüder, die vor ihm verstarben, so dass es sich in seinem Privatbesitz befand und an seine unehelichen Nachkommen vererbt werden konnte. Die vorherigen Besitzer waren die Freiherren von Mentzingen.

Es wurde 1857 vom Karlsruher Architekten Georg Jakob Schneider im schottischen-neugotischen Stil sowohl innen als auch außen umgebaut. Als Graf Ludwig von Langenstein ohne Nachkommen verstarb, erbte sein Neffe, Graf Wilhelm Douglas (1849–1908), auch das Schloss. Dieser wohnte ursprünglich in Karlsruhe und ließ sich dort von 1878 bis 1884 das sogenannte Douglas-Palais errichten. Als er aber aus gesundheitlichen Gründen seinen Wohnsitz von Karlsruhe in das Schloss verlegte, verkaufte er dieses an den Prinzen Karl von Baden. Vom Architekten Emil Schweickhardt ließ sich Graf Wilhelm Douglas das Schloss 1906 um weitere Flügel im Jugendstil nach Norden und Osten erweitern. Die Erweiterung wurde 1907 fertig gestellt.

Am 22. April 1908 verstarb der Graf und Reichstagsabgeordnete. Er wurde Ende 1908 in das von der Witwe Gräfin Valesca Douglas Schweikhardt erbaute Mausoleum überführt, welches sich nordöstlich am Waldrand befindet.

2010 wurde das Schloss von Axel Graf Douglas an die Heidelberger Geschäftsfrau Deniz Tandogan-Weidenhammer verkauft. Die Familie von Graf Douglas hatte ihren Ursprung in Schottland. Zwischenzeitlich lebt Graf Douglas in Schloss Langenstein in der Gemeinde Eigeltingen, nordwestlich des Bodensees gelegen.

Schlosspark

Der Schlosspark wurde bereits 1810 im Stil eines englischen Landschaftgartens angelegt. Auftraggeber war der ursprüngliche Besitzer des Schlosses, Ludwig I. von Baden. Der ausführende Architekt war Johann Michael Zeyher, der auch Mitarbeiter von Friedrich Weinbrenner war.

2003 erhielt die Park- und Gebäudelandschaft des Schlosses einen Nymphenbrunnen, der von einem Spender finanziert wurde und Eigentum der Gemeinde ist, sich jedoch auf dem Privatgrund des Schlosses befindet. Es handelt sich dabei um eine Replik des Originals „Drei tanzende Mädchen“ von Walter Schott (1861–1938)[1] aus dem Jahr 1903. Es gibt nur drei weitere Exemplare des Brunnens weltweit: Burg Schlitz in Mecklenburg, New York und Potsdam.

Im Osten des Schlosses wurde eine neue Parkanlage angelegt. Zuvor befand sich dort ein Waldstück. Es existiert dort auch ein einzelnes Soldatengrab aus dem Jahr 1945.

Alter Turm

Der Alte Turm ist das älteste Bauwerk Gondelsheims und steht oberhalb des Schlossparks und südöstlich des Schlosses in dessen Nähe. Es handelt sich um einen erhaltenen Kirchturm einer hochmittelalterlichen Wehrkirche, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Im Innern befinden sich gotische Fresken aus der Zeit um 1430/1440, die einen Apostelzyklus zeigen. Er ist von innen nicht zu besichtigen und benötigt dringend eine Restauration.

Es wird vermutet, dass der alte Turm, der sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss befindet, zu einer ursprünglich vorhandenen kleinen Burganlage gehörte, die zerstört wurde. Später wurde dann ein Kirchenschiff an den Turm angebaut. Auf die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Wehrkirche wurde eine neue Kirche im romanischen Stil erbaut. Sie war bis 1842 in Verwendung und wurde 1857 abgerissen. Lediglich der Turm blieb dabei erhalten.

Die noch erhaltenen Zinnen stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Im Februar 2009 wurde der Turm von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats“ erklärt.

Bilder

Veranstaltungen

Kontakt

Kultur und Tagungszentrum Schloss Gondelsheim
Neibsheimer Straße 1
75053 Gondelsheim
Telefon: (0 72 52) 77 95 00
E-Mail: r.wolf(at)schloss-gondelsheim.info

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

(H)  nächste Haltestelle: Gondelsheim Bahnhof   

Literatur

  • Kapitel „Douglas-»Castle« in Gondelsheim – original badisch“, in: Manfred Frust, Silvia Huth: Schlösser am Oberrhein. Tübingen 2008. ISBN 978-3-87407-793-4, Seiten 60 – 63 (und Seite 157 für Adresse/Kontakt)
  • Seite 97 „Schloss Gondelsheim” in: Hartmut Riehl: „Burgen und Schlösser im Kraichgau”, Ubstadt-Weiher 1997. ISBN 3-929366-51-7.

Weblinks

Fußnoten

  1. zum Künstler siehe: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Walter Schott“