COVID-19-Pandemie

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Vorstellungsbetrieb im Badischen Staatstheater unterbrochen.
Solidaritätsbekundung der "Gegengerade Karlsruhe" für die Mitarbeiter in den Lebensmittelläden
Leere  A8  auf Höhe des Freibads Wölfle am Sonntagmorgen, 22. März 2020

Vom Ausbruch der neuartigen Atemwegserkrankung COVID-19 ist auch die Region Karlsruhe betroffen.

Verlauf der Ereignisse

Nachdem das bis dahin unbekannte Coronavirus SARS-CoV-2 zu Jahresende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen ist, wurde am 28. Februar 2020 der erste Fall in Karlsruhe bekannt: Ein Geschäftsmann aus Nürnberg, welcher auf der Konferenz „Willow Creek“ in der Messe Karlsruhe einen Vortrag halten sollte, wurde nach milden Symptomen positiv auf das Virus getestet. In der Folge wurde die Konferenz abgesagt, 20 Personen aus dem Umkreis des Geschäftsmannes, bei welchen es sich nicht um Einheimische handelte, standen unter Quarantäne.

Ein freikirchlicher Gottesdienst im südelsässischen Mulhouse, welcher vom 17. Februar bis zum 21. Februar mit 2.000 Besuchern stattfand wird mit der schnellen Verbreitung des Viruses im Département Bas-Rhin in Verbindung gebracht. Als Reaktion auf die weitere Ausbreitung in Ostfrankreich hat das Robert-Koch-Institut am 11. März die gesamte französiche Region Grand Est, welche an das Karlsruher Umland grenzt und über zahlreiche Grenzgänger verfügt, zum Risikogebiet erklärt.

Die Durchführung der INVENTA, welche vom 13. bis 15. März 2020 in der Messe stattfinden sollte, wurde bis zum 3. März noch bestätigt, aber am 9. März abgesagt.

Am 12. März reagierte der KVV mit der Ankündigung zu Maßnahmen gegen das Virus: So sollte ab dem 16. März wie bereits in Zürich und Berlin umgesetzt, der Einstieg in den Linienbusse an den hinteren Türen möglich sein, während die vordere Tür beim Fahrer geschlossen bleibt. Der Fahrkartenverkauf beim Busfahrer wird eingestellt, weshalb Fahrkarten im Voraus zu erwerben sind. Diese Maßnahme wurde vorgezogen und bereits am 14. März praktiziert. Auch eine Taktreduzierung auf einen 20-Minuten-Takt auf den Straßenbahn-Linien  5  und  6  ab dem 16. März wurde angekündigt. Zudem öffnen nun alle Straßenbahn-Türen an den Haltestellen, wodurch ein Knopfdruck an der Haltestelle nicht mehr nötig ist.

Am Nachmittag des 13. März kündigte das baden-württembergische Kultusministerium an, alle Schulen ab dem 17. März zu schließen. Am Abend des 13. März hat die Stadt Karlsruhe per Allgemeinverfügung eine Vielzahl von Veranstaltungen untersagt. Nach dieser sind Versammlungen im Freien mit mehr als 50 Teilnehmenden, die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen mit Ausnahme religiöser Zusammenkünfte, der Betrieb von Diskotheken, Clubs und Tanzlokalen sowie von Schank- und Speisewirtschaften mit Musikvorführung und Tanz untersagt. Auch der Betrieb von Kultur- und Bildungseinrichtungen, Kinos, Bäder und Saunen, Jugendhäusern, Vergnügungsstätten, Versammlungsstätten sowie Prostitutionsbetrieben ist nicht mehr gestattet. In der Folge wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, darunter die St. Patrick’s Day Parade.

Am 14. März gab die Stadt Bruchsal die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen, darunter dem Deutsches Musikautomatenmuseum sowie, sofern nicht zuvor geschehen, die Absage aller Veranstaltungen bekannt.

Am 16. März um 8 Uhr wurden Grenzübergänge nach Frankreich stark eingeschränkt. Wer nun ins eigentlich stark mit der Region Karlsruhe verbundene Elsass reisen will, muss einen triftigen Grund haben. In der elektronischen Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn wurden ab diesem Zeitpunkt Verspätungen aufgrund von Grenzkontrollen angekündigt. Seit dem 20. März sind im Eisenbahnverkehr grenzüberschreitende Fernverkehrsfahrten zwischen Deutschland und Frankreich behördlich untersagt. ICE- und TGV-Verbindungen mit Start oder Ziel in Paris entfallen nun komplett. Ebenso entfallen die EC-Züge mit Start oder Ziel in der Schweiz komplett. ICE-Züge mit Start oder Ziel in der Schweiz beginnen bzw. enden vorzeitig in Basel Badischer Bahnhof.

Am 17. März wurde auf allen Straßenbahn-Linien sowie der Stadtbahnlinien  S2  der Sonntagsfahrplan eingeführt, allerdings der Betrieb aus Rücksicht auf Berufstätige früher begonnen.

Am 19. März gab die AVG bekannt, ab dem 23. März den Takt auf den Stadtbahnlinie  S1  und  S11  auszudünnen. Für selbigen Zeitpunkt hat die DB Regio Mitte angekündigt, den Regionalverkehr auszudünnen, wovon auch die Linien  RE4 ,  RE6  und  R51  zwischen Karlsruhe Hbf und Rheinland-Pfalz betroffen sind. Eine Reduzierung auf den verblieben Stadt- und Regionalbahn-Linien in der Region wurde von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg für den 30. März angekündigt.

Am 21. März gab die Stadt Karlsruhe bekannt, dass sie die Anordnung des Landes Baden-Württemberg durchsetzt und auf eigene Verschärfungen verzichtet, wie sie von vielen Orten im Landkreis Karlsruhe beschlossen werden.

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