Großherzogliche Grabkapelle

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Die Grabkapelle
(Weitere Fotos)

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Das 2020 eröffnete Besuchszentrum im ehemaligen Wächterhaus

Die Großherzogliche Grabkapelle in Karlsruhe (in Karlsruher Mundart kurz als „d' Grabkapell“ oder „'s Mausoleum“ bezeichnet) ist das Mausoleum des Hauses Baden und steht im Fasanengarten am Klosterweg und der Lärchenallee. Sie ist letzte Ruhestätte für 17 Zähringer und war nie eine Kirche.

Architektur und Geschichte

Nach dem frühen Tod ihres Sohnes Ludwig Wilhelm (1865–1888) gaben Großherzog Friedrich I. von Baden und seine Gemahlin Luise den Auftrag zum Bau eines Mausoleums im Schlossgarten, um privat und in Stille trauern zu können. Dies wäre in der eigentlichen Familiengrabstätte in der evangelischen Stadtkirche, nicht möglich gewesen, da kein gesonderter Zugang zur dortigen großherzoglichen Krypta bestand.

Den ausgeschriebenen Wettbewerb gewann der Freiburger Bauinspektor Franz Baer (1850–1891), der jedoch wenig später aus Krankheitsgründen den Auftrag zurückgeben musste. Nachfolger wurde Friedrich Hemberger (1826–1906) und sein Sohn Hermann, der im Laufe der Zeit zunehmend federführend die Bauleitung übernahm.

Bauzeit war von 1889 bis 1896, die Einweihung fand am 29. Juni 1896 statt.

An der Ausstattung waren unter anderem Hermann Volz (Grabdenkmäler), Wilhelm Sauer (Büsten der Vierungspfeiler) und Hermann Binz (Greifenköpfe in der Krypta) beteiligt. Seitlich der Grabkapelle befinden sich zwei Brunnen.

Die Höhe des Turms hatte zum Ziel, die Kapelle auch vom Schloss aus sichtbar zu machen. Sie wurde mit Darstellungen von Eidechsen, Laub und anderen Bezügen zum Thema Wald verziert, um ihre Lage symbolisch darzustellen und sie in den selben einzugliedern.

Bestattungen

Sarg des Prinzen Wilhelm von Baden († 1897)

im 19. Jahrhundert:

1896
30. Juni: Prinz Ludwig Wilhelm († 1888)
1897
1. Mai: Prinz Wilhelm (Anmerkung: 1953 nach Salem überführt)

im 20. Jahrhundert:

1906
7. Dezember: Prinz Karl
1907
7. Oktober: Großherzog Friedrich I.
1908
19. Oktober: Gräfin Rosalie v. Rhena († 15. Oktober 1908), Gemahlin des Prinzen Karl
23. November: Graf Friedrich v. Rhena († 20. November 1908), Sohn der Vorigen und des Prinzen Karl
1923
30. April: Großherzogin Luise
1928
16. August: Großherzog Friedrich II.
1946
Großherzog Ludwig I. († 1830), Prinzessin Henriette († 1834), Großherzog Leopold († 1852), Großherzog Ludwig II. († 1858), Markgraf Wilhelm († 1859), Markgräfin Elisabeth († 1864), Großherzogin Sophie († 1865), Markgraf Maximilian († 1882) und Prinzessin Pauline († 1891) werden aus der Fürstengruft der Stadtkirche in die Grabkapelle überführt
1952
14. Februar: Großherzogin Hilda

An die Beisetzung von Großherzogin Hilda erinnern zahlreiche Kranzschleifen im Chor der Kapelle. Zu Hildas 10. Todestag gab es 1962 einen Gedenkgottesdienst. 1964 übernahm das Land Baden-Württemberg die Grabkapelle.

Krypta

Seit 1946, nach der Zerstörung der evangelischen Stadtkirche, liegen die ursprünglich dort beigesetzten Familienmitglieder ebenfalls in der Krypta der Grabkapelle. Insgesamt sind in der Krypta 18 Särge, siehe auch den Gruftplan für Details.

Besichtigung

Die Grabkapelle ist seit 2012 von April bis Oktober jeweils von Donnerstag bis Sonntag für Besucher zu besichtigen.

Eintrittspreise

Anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg in Karlsruhe war am Sonntag, 7. Mai 2017, der Eintritt frei.

Sonderführungen

Es gibt mehrfach im Jahr kostenpflichtige Sonderführungen der Service Center Schloss Heidelberg GbR, dazu ist eine Anmeldung erforderlich bei: Service Center Schloss Heidelberg:

Telefon: (0 62 21) 65 88 81-5
Telefax: (0 62 21) 65 88 81-9
E-Mail: Service(at)Schloss-Bruchsal.de

Tag der offenen Tür

Tag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals 2002 war die Grabkapelle zu besichtigen, seither war dies bis einschließlich 2010 bei jedem dieser Tage gewesen. Seit 2011 ist der Tag des offenen Denkmals in der Grabkapelle ein regulärer Öffnungstag (Sonntag, geöffnet 13 bis 17 Uhr) und daher Eintritt zu bezahlen.

Am Tag des offenen Denkmals 2020 nahm die Grabkapelle mit einer kostenfreien Führung teil, ansonsten galten auch an diesem Tag die normalen Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

2006

Zum 110-jährigen Jubiläum war sie am 29. Juni 2006 von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen. Die Organisation des Tages wurde unterstützt durch die Karlsruher Bürgerwehr, die unter anderem eine Ehrenwache stellte und bereits im Vorfeld die Außenanlagen ausgebessert und gesäubert hatte.

Adresse

Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe
Klosterweg 11
76131 Karlsruhe
Telefon: (0721) 46 72 28 69

Lage

Plan des Schlossgartens mit Grabkapelle im Nordosten (rechts oben)

Ausgeschildert ist die Grabkapelle zum Teil als Fürstliche Grabkapelle und so wird sie auch in Stadtplänen bezeichnet; seit 2012 steht auf neu angebrachten Wegweisern am Klosterweg und Adenauerring Großherzogliche Grabkapelle. Dieser Ort im Stadtplan:

Bus-Signet.png  nächste Bushaltestelle: Büchiger Allee  
Zeichen 224.svg  nächste Haltestelle: Karl-Wilhelm-Platz   


Literatur

  • Faltblatt „Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe“ mit Übersicht über die Gruft (vergriffen). Text: Holger Schumacher. Herausgeber: Staatliche Schlösser und Gärten - OFD Karlsruhe, Moltkestraße 10, und Staatliches Liegenschaftsamt, Blumenstraße 2a
  • Bodo Blenk: Die Großherzogliche Grabkapelle. Ein Beitrag zur Stadtgeschichte. Hohenwestedt 1985
  • Kurt Andermann: Das Großherzogliche Mausoleum im Fasanengarten in: „Residenz im Kaiserreich. Karlsruhe um 1890“. Karlsruhe, 1990 (Seiten 63–65)
  • Annegret Kalvelage M.A.: Die Großherzogliche Grabkapelle (1888–1896) in Karlsruhe. Karlsruhe 2002 (Magisterarbeit)
  • dieselbe: Fernab vom Getriebe der Stadt. Die Grablege der Großherzöge Badens in: „Denkmalpflege in Baden-Württemberg“ (Nachrichtenblatt des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg), Heft 3/2003, Seite 218 ff.
  • Konrad Krimm: Rückzugsort oder fürstliches Denkmal? Das Mausoleum im Karlsruher Hardtwald, in: „Memoria im Wandel. Fürstliche Grablegen in der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert“ (= Band 35 der Reihe Oberrheinische Studien), Ostfildern 2016 (ISBN 978-3-7995-7837-0; Standort-Nr. 116 A 8845 in der BLB Karlsruhe), Seiten 143–178

2011 erschien zudem ein Kurzführer, der in der Kapelle zum Preis von 50 Cent (Stand 1. Juni 2011) an der Kasse zu erwerben ist.

Ein ausführlicher Kunstführer kam 2016 hinzu (48 Seiten, 4 Euro; ISBN 978-3-7319-0247-8) und 2020 zum Themenjahr „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ der Kunstführer Gräber, Grüfte, Gottesäcker (6 Euro; ISBN 978-3-7319-1031-2), der auch ein Kapitel zur Grabkapelle enthält.

Presse

(Auswahl)

Weblinks