Stolpersteine

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Gertrud Herrmann

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Vor Häusern, in denen Opfer des Nationalsozialismus wohnten, werden Messingplatten im Boden eingelassen, die Namen und biographische Daten der Menschen tragen.

Die Judenverfolgung hatte einen Höhepunkt am 22. Oktober 1940 als über 5000 Juden aus ganz Baden ins Konzentrationslager Gurs deportiert wurden.

Die Steine erinnern aber auch an die Vertreibung und Vernichtung der Sinti und Roma (Porajmos), an die Opfer politischer und religiöser Verfolgung sowie der Euthanasie und an die Verfolgung Homosexueller.

Bisher sind 296 Stolpersteine in Karlsruhe verlegt worden (Stand Mai 2017).

Termine Karlsruhe

Stolpersteine an der Ständehausstraße 2, verlegt am 10. November 2013.
Die selbe Stelle im Mai 2017. Der Stein für Nußbaum wurde von der Stadt wieder entfernt.

Am 18. März 2005 wurden in Karlsruhe die ersten 11 Stolpersteine verlegt, das Projekt begann in Karlsruhe mit Stolpersteine Hoffstraße 1.

Am 9. August 2006 wurden 27 Stolpersteine in der Weststadt und in Durlach verlegt, siehe Stolpersteine 9. August 2006. Damit stiegt die Zahl der Steine auf 38.

Am 9. November 2006 wurden weitere 28 Steine verlegt, die Terminliste findet sich auf Stolpersteine 9. November 2006 und es waren danach 66.

Am 7. Mai 2007 wurden die ersten Steine in Weingarten verlegt, siehe Stolpersteine Weingarten.

Am 20. August 2007 wurden weitere 27 Steine in Karlsruhe verlegt, die Terminliste findet sich auf Stolpersteine 20. August 2007 und damit 93 Stolpersteine in Karlsruhe.

Am 18. und 19. März 2008 wurden weitere 20 Steine gesetzt, damit sind es insgesamt 113 Stolpersteine in Karlsruhe.

Am 29. Mai 2009 wurden weitere 28 Steine gesetzt, damit sind es insgesamt 141 Stolpersteine in Karlsruhe.

Für den Nachmittag des 15. Juli 2011 wurden weitere zwei Steine verlegt, nachdem am gleichen Nachmittag vier Steine in Ettlingen verlegt wurden.

Am 13. November 2011 zeigte das SWR-Fernsehen die Reportage „Ich bin da so hineingestolpert …“ über die Gedenksteine des Gunter Demnig in der Reihe „Menschen unter uns“. Hierzu wurde am 15. Juli 2011 auch in Ettlingen und Karlsruhe gefilmt.[1]

Am 12. September 2012 wurden weitere 41 Steine in Karlsruhe verlegt, vor allem in der ehemaligen Altstadt (Dörfle).

Zwischen Ende Oktober und Anfang November 2012 will das Tiefbauamt weitere Steine verlegen.

Am 16. April 2013 wurden weitere 13 Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt, darunter auch einer für Otto Reize

Am 10. November 2013 wurden 11 Steine für verfolgte Mitglieder des damaligen Badischen Landtags vor dem Ständehaus (Hermann Böning, Karl Grosshans, Josef Heid, Julius Helmstädter[2], Leopold Kullmann, Georg Lechleiter, Guido Leser, Ludwig Marum, Christian Daniel Nussbaum, Leopold Rückert und Georg Reinbold[3]) sowie 7 weitere Steine verlegt.

Am 20. Mai 2014 kamen weitere 13 Stolpersteine in der Innenstadt hinzu.

Am 12. April 2017 verlegt das Tiefbauamt elf Stolpersteine vor der Adlerstraße 35 für die Familie Altmann.

Der am 10. November 2013 verlegte Stein für Christian Daniel Nussbaum wurde durch die Stadt wieder entfernt. Der badische Landtagsabgeordnete erschoss 1933 in Freiburg zwei Polizisten, die ihn in „Schutzhaft“ nehmen wollten. Nußbaum wurde später für schuldunfähig erklärt. Er starb 1939 in der Heilanstalt Wiesloch wohl an den Folgen von Syphilis.

Koordinierungsgruppe Karlsruhe

In Karlsruhe gibt es keinen Verein, sondern eine offene Koordinierungsgruppe, die das Projekt ehrenamtlich begleitet.

Vortrag

Dienstag, 8. August 2006, 18.00 Uhr 
Der Künstler Günter Demnig berichtete in einem Vortrag im Ständehaussaal über das Projekt unter dem Titel "Stolpersteine, ein Projekt für Europa"
Neues Ständehaus (Stadtbibliothek), Ständehausstraße 2, Karlsruhe

Adresse

Die Gruppe ist über das Aktivbüro der Stadt zu erreichen.

Telefon: (07 21) 1 33 - 12 12

Eine Webpräsenz gibt es, siehe Stolpersteine Karlsruhe.

Verlegeorte

Der Artikel „Stolpersteine Karlsruhe“ enthält die Verlegeorte im Detail. Auch in der Partnerstadt Karlsruhe Halle (Saale) liegen Stolpersteine.

Landkreis Karlsruhe

Bretten 
siehe Stolpersteine in Bretten.
Bruchsal 
siehe Stolpersteine in Bruchsal.
Ettlingen 
Seit Ende 2009 wurden Paten für 16 geplante Stolpersteine gesucht; das „Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis“ übernimmt die Organisation. Am 11. Oktober 2010 fand die erste Verlegung statt, siehe Stolpersteine in Ettlingen, eine weitere ist für den 15. Juli 2011 geplant.
Jöhlingen 
Am 6. November 2008 wurden sechs Stolpersteine in Jöhlingen verlegt.
Malsch 
Am 11. Oktober 2010 wurden die ersten Stolpersteine in Malsch verlegt. Bürgermeister Elmar Himmel hat die Schirmherrschaft übernommen, die Heimatfreunde Malsch unterstützen die Aktion. Am 13. September 2012 wurden weitere 15 Steine verlegt.
Odenheim
In Ortsteil von Östringen wurden am 19. März 2016 vier Stolpersteine verlegt: In der Kirchstraße 28 und in der Eppinger Straße 2
Oberderdingen 
Am 15. Dezember 2010 wurde Stolpersteine in Flehingen verlegt, damit ist Flehingen die 611. Kommune mit Stolpersteinen, sie ist auch die erste Kommune in der drei vorbereitete Stolpersteine nicht verlegt werden konnten, siehe Judentum in Flehingen.
Rheinstetten
Am 11. September 2012 sollen die ersten Steine verlegt werden.
Weingarten (Baden) 
Aktion Weingartener Bürger setzen Stolpersteine

Landkreis Rastatt

Gaggenau 
Am 7. Oktober 2009 wurden die ersten neun Stolpersteine verlegt.
Kuppenheim 
Im April 2010 fand die Gründungsversammlung des Arbeitskreises Stolpersteine statt, sie setzen sich für die Verlegung von Stolpersteinen in Kuppenheim ein, siehe Stolpersteine in Kuppenheim.
Lichtenau 
Im Herbst 2012 regt die Stiftung „Civil-Courage“ an, Stolpersteine auch in Lichtenau zu verlegen, der Bürgermeister steht hinter der Idee.
Rastatt
2013 sollen die ersten Stolpersteine verlegt werden.

Stadt Baden-Baden

Baden-Baden 
Am 4. November 2008 wurden die ersten 21 Stolpersteine an acht Orten in Baden-Baden verlegt, darunter einer für Gerhard Durlacher. Am 27. Januar 2009 kamen weitere hinzu, am 12. Oktober 2010 wurden 33 weitere Steine verlegt. Der vierte Termin, bei dem weitere sieben Steine verlegt wurden, war am 28. November 2011. Am 25. Oktober 2016 wurden neun Steine verlegt.

Weblinks

Fußnoten

  1. Video in der Mediathek des SWR (Stand: 27.11.2011)
  2. SWR2 Stolpersteine zu Julius Helmstädter
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Georg_Reinbold“