Stolpersteine in Bruchsal

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Stolpersteine in Bruchsal sind ein Projekt im Rahmen der Stolpersteine-Aktion, das in Bruchsal von der Stadtverwaltung, der Bürgerstiftung Bruchsal und der Bruchsaler Friedensinitiative durchgeführt wird.

Am 19. April 2015 wurden im Rahmen der Heimattage in Bruchsal erstmals zehn Stolpersteine verlegt. Diese erinnern an drei verschiedenen Orten an im Nationalsozialismus ermordete und überlebende jüdische Mitbürger aus Bruchsal.

Am 27. Juni 2016 wurden an fünf Verlegestellen insgesamt elf Steine verlegt. Neben jüdischen NS-Opfern wurde auch einem christlichen Opfer mit psychischer Erkrankung gedacht.

Liste der verlegten Steine und gedachten Opfer

19. April 2015

  1. Walter Jakob Jordan, Württemberger Straße 34, verschleppt nach Gurs, ermordet in Auschwitz
  2. Lotte Jordan, geb. Pfeffer, Württemberger Straße 34, verschleppt nach Gurs, ermordet in Auschwitz
  3. Prof. Julius Dreifuß, Wilderichstraße 23, ermordet in Theresienstadt
  4. Mathilde Dreifuß, geb. Nachmann, Wilderichstraße 23, verschleppt nach Theresienstadt, ermordet in Auschwitz
  5. Gustav Leopold Dreifuss, Wilderichstraße 23, Kindertransport nach England, Überlebender
  6. Fritz Sicher, Bismarckstraße 18, verschleppt nach Gurs, ermordet in Pau
  7. Recha Sicher, geb. Heß, Bismarckstraße 18, verschleppt nach Gurs, ermordet in Auschwitz
  8. Adelheid Heß, Bismarckstraße 18, verschleppt nach Gurs, ermordet in Auschwitz
  9. Emmy Sicher, Bismarckstraße 18, verschleppt nach Gurs, ermordet in Auschwitz
  10. Ernst Joachim Sicher, Bismarckstraße 18, Kindertransport nach England, Überlebender

27. Juni 2016

  1. Oskar Bornhäuser, Gutleutstraße 5, am 20. Juni 1940 ermordet in Grafeneck
  2. Wilhelm Prager, Styrumstraße 20, 1938 nach Dachau verschleppt, 1940 Gurs, 1942 in Ausschwitz ermordet
  3. Mathilde Prager, Styrumstraße 20, 1937 geflohen in die USA, dort 1993 verstorben
  4. Charlotte Prager, Styrumstraße 20, 1940 Gurs, 1942 in Ausschwitz ermordet
  5. Fanny Bär, Friedrichstraße 8, 1939 nach Rotterdam geflohen, dort am 7. Januar 1941 verstorben
  6. Anselm Bär, Friedrichstraße 8,1938 unfreiwillig nach Karlsruhe verzogen (u.a. wohnhaft in der Klauprechtstraße), 1940 Gurs, August 1942 Ausschwitz, dort ermordet.
  7. Sofie Bär, Friedrichstraße 8, 1939 Flucht in die Niederlande, 1942 psychiatrische Klinik Apeldoornsche Bosch, 1943 nach Ausschwitz verschleppt und am 25. Januar 1943 ermordet.
  8. Bertha Kahn, Kaiserstraße 16, April 1939 Flucht in die Niederlande, 1943 interniert in Westerbork, am 14. Mai 1943 im KZ Sobibor ermordet.
  9. Johanna Kahn, Kaiserstraße 16, April 1939 Flucht in die Niederlande, 1943 interniert in Westerbork, am 11. Juni 1943 im KZ Sobibor ermordet.
  10. Hedwig Oppenheimer, Bahnhofstraße 16a, 1938 unfreiwillig nach Frankfurt am Main verzogen, im September 1942 deportiert, dort am 13. Oktober 1943 ermordet.
  11. Berta Fröhlich, Bahnhofstraße 16a, 1938 unfreiwillig nach Frankfurt am Main verzogen, am 20. Oktober 1941 ins Ghetto Lodz deportiert, dort wenige Tage später erschossen.

26. April 2017

  1. Mathilde Weil, Huttenstraße 26, 1940 nach Gurs deportiert, interniert in Riversaltes, Altersheim Perpignan, dort verstorben am 23.12.1941
  2. Dr. Siegfried Grzymich, Huttenstraße 2, letzter Bruchsaler Rabiner, Dachau 1938, Gurs 1940, nach Drancy gebracht, 1944 Ausschwitz, dort ermordet.
  3. Carola Grzymich, Huttenstraße 2, Gurs 1940, nach Drancy gebracht, 1944 Ausschwitz, dort ermordet.
  4. Charlotte „Lina“ Mayer, Huttenstraße 2, Gurs 1940, nach Drancy gebracht, 1942 Ausschwitz, dort ermordet.
  5. Max Löb, Friedrichstraße 53, 1938 in die USA geflohen
  6. Julie Löb, Friedrichstraße 53, Gurs 1940, nach Drancy gebracht, 1942 Ausschwitz, dort ermordet.
  7. Edith Löb, Friedrichstraße 53, Gurs 1940, Interniert Riversaltes, versteckt und überlebt durch das Kinderhilfswerk OSE.
  8. Heinz Löb, Friedrichstraße 53, Kinderheim Esslingen 1938, Frankfuert/Main 1939, Theresienstradt 1942,Ausschwitz 1944, ermordet.
  9. Friedrich Molitor, Durlacher Straße 71, ab 1911 in verschiedenen Heilanstalten, am 10.04.1940 nach Grafeneck verlegt, dort am selben Tag ermordet.
  10. Friedroch Sem Bär, Schwimmbadstraße 17, Dachau 1938, Gurs 1940, Drancy, Ausschwitz 1942, ermordet.
  11. Franziska Bär, Schwimmbadstraße 17, Gurs 1940, Drancy, Ausschwitz 1942, ermordet.
  12. Therese "Resi" Bär, Schwimmbadstraße 17, Flucht nach England 1936
  13. Simon Marx, Bismarckstraße 10, Verhaftet 1937, Kislau, JVA Bruchsal 1938, Dachau, ermordet
  14. Rosalie Marx, Bismarckstraße 10, Gurs 1940, Drancy, Ausschwitz 1942, ermordet.
  15. Betty Marx, Bismarckstraße 10, Flucht nach England 1939
  16. Trude Marx, Bismarckstraße 10, Flucht in die USA 1938

5. Juli 2018

  1. Ludwig Geismar, Otto-Oppenheimer-Platz 3, deportiert 1940 Gurs, interniert Recebedou, tot 11.2.1942 Portet sur Garonne
  2. Ida Geismar, Otto-Oppenheimer-Platz 3, deportiert 1940 Gurs, interniert Masseube, tot 1945, Lacaune les Bains
  3. Otto Siegfried Geismar, Otto-Oppenheimer-Platz 3, Flucht 1933 Frankreich, Fremdenlegion, überlebt
  4. Lucie Jeannette DeVries, Otto-Oppenheimer-Platz 3, Flucht 1934 Holland, versteckt überlebt
  5. Else Mayer, Friedrichstraße 40, 1939 Zwangsverkauf des Hauses, gedemütigt/entrechtet, tot 4.4.1940 Krankenhaus Mannheim
  6. Selma Mayer, Friedrichstraße 40, deportiert Gurs 1940, interniert Drancy, 1942 Ausschwitz, ermordet.
  7. Ludwid Bärtig, Kaiserstraße 24, „Schutzhaft“ 1938 Dachau, unfreiwillig verzogen, 1939 Mannheim, Flucht 1940 USA
  8. Beate Bärtig, Kaiserstraße 24, unfreiwillig verzogen, 1937 Flehingen, Ulm, deportiert 1941 Riga, ermordet
  9. Recha Bärtig, Kaiserstraße 24, unfreiwillig verzogen, 1937 Flehingen, deportiert 1940 Gurs, interniert Drancy, 1942 Ausschwitz, ermordet 12.8.1942
  10. Max Bärtig, Kaiserstraße 24, verhaftet 11.7.1938, Dachau, Buchenwald, Flucht 1939 Frankreich, interniert Pithiviers, deportiert 1942 Ausschwitz, ermordet 18.8.1942
  11. Hannelore Bärtig, Kaiserstraße 24, Flucht 1939 Frankreich, interniert Baune-la-Rolande, deportiert 1942 Ausschwitz, ermordet 27.8.1942
  12. Wilhelmine Bärtig, Kaiserstraße 24, Flucht 1939 Frankreich, interniert Pithiviers, deportiert 1942 Ausschwitz, ermordet 18.8.1942
  13. Ernst Nathan, Franz-Bläsi-Straße 17, deportiert 1940 Gurs, interniert Drancy, 1942 Ausschwitz, ermordet
  14. Betty Nathan, Franz-Bläsi-Straße 17, deportiert 1940 Gurs, interniert Drancy, 1942 Ausschwitz, ermordet
  15. Marie Nathan, Franz-Bläsi-Straße 17, deportiert 1940 Gurs, interniert Drancy, 1942 Ausschwitz, ermordet
  16. Margarethe Nathan, Franz-Bläsi-Straße 17, eingewiesen 1939 Heilanstalt Wiesloch, „Verlegt“ 11.7.1940 Grafeneck, ermordet 11.7.1940 „Aktion T4“[1]
  17. Jettchen Bär, Franz-Bläsi-Straße 10, deportiert 1940 Gurs, interniert Noe, 1943 Altersheim Martel, versteckt überlebt
  18. Josef Heid, Gartenweg 37, Landtagsabgeordneter /SPD, „Schutzhaft“ 1933, Heuberg, verhaftet 1944, „Aktion Gitter“[2], Dachau, ermordet 21.12.1944

Weblinks

Fußnoten

  1. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Aktion T4“
  2. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Aktion Gitter“