Karlsruher Modell

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Das Karlsruher Modell bezeichnet die Mitnutzung des Eisenbahnschienennetzes für Stadtbahnen.

Inhaltsverzeichnis

Idee

Die Idee hinter dem Karlsruher Modell ist es, dass nicht der Fahrgast umsteigt, sondern dass die Bahn ihr System wechselt. So können die auch „Tram-Train“ genannten Züge die Stadt mit der Region verbinden.

Geschichte

Vorgeschichte

Im Jahr 1979 fährt erstmals eine Karlsruher Stadtbahn auf Bundesbahngleisen. Es ist die mit Gleichstrom elektrifizierte Strecke nach Neureut, siehe auch Hardtbahn.

Die AVG unter Leitung von Dieter Ludwig startet 1983 ein Forschungsvorhaben zur Verknüpfung von Straßenbahn und Eisenbahn.

Erste Tests

Von 1986 bs 1988 gibt es eine Praxiserprobung von Zweisystem-Stadtbahnen, mit den Antriebsvarianten Gleichstrom und Wechselstrom. 1988 wird die erste Fahrzeugserie bestellt und 1991 geliefert: GT8-100C/2S.

1990 gibt es eine zweite Praxiserprobung für Zweisystem-Stadtbahnen, diesmal mit den Antriebsvarianten Gleichstrom und Energiespeicherung über NaS-Batterien.

1991 gibt es einen Vorlaufbetrieb auf der DB-Strecke Karlsruhe–Pforzheim.

1992

Am 25. September 1992 wurde die Stadtbahn Karlsruhe–Bretten (Linie B, später S4) in Betrieb genommen, Endhaltestelle war Gölshausen. Die Fahrgastzahlen zwischen Bretten und Karlsruhe stiegen bis September 1993 um 400%.

seit 1994

Wird das Stadtbahnnetz durch die weitere Nutzung von Eisenbahnstrecken in der Region Karlsruhe ausgebaut.

1996 wird die Verbindungsstrecke am Albtalbahnhof in Betrieb genommen und Baden-Baden direkt mit der Karlsruher Innenstadt verbunden, siehe auch Rheintalbahn.

1999 wird Heilbronn angebunden, siehe auch Kraichgaubahn und 2001 werden innerstädtische Straßenbahnstrecken in Heilbronn eröffnet.

2002 werden auf der Murgtalbahn und der Enztalbahn der Stadtbahnbetrieb eröffnet.

2003 wird die Murgtalbahn bis Freudenstadt verlängert und in Bad Wildbad eine innerstädtische Strecke eröffnet.

Der Ortenaukreis mit Achern wird seit 2004 durch Verlängerung der Linie S4 von Karlsruhe per Stadtbahn erreicht.

2005 wird die Stadtbahnstrecke Heilbronn-Öhringen eingeweiht.

Außenwirkung

Das „Karlsruher Modell“ wird nicht nur in Karlsruhe genutzt, so hat Saarbrücken seit 1997 ihr Umland mit Zweisystem-Stadtbahnen erschlossen, nachdem es dort keine über Jahrzehnte keine Straßenbahn mehr gab.

In Frankreich heißt das Modell „Tram-Train“.

Ausblick

Im Jahr 2009 erfolgt der „Spatenstich“ für die Anbindung von Germersheim Bahnhof über Wörth nach Karlsruhe, die Stadtbahn Wörth–Germersheim.

Literatur

  • Dieter Ludwig/Georg Drechsler: „Mit der Stadtbahn auf Bundesbahnstrecken“ in Eisenbahntechnische Rundschau 8/1991
  • „Melachtonstadt Bretten - Beiträge zur Stadtentwicklung“, Band 1, Oktober 2006

Siehe auch

Weblinks

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