Murgtalbahn

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Die Murgtalbahn ist die 58 km lange, durch das Murgtal führende, weitgehend eingleisige Eisenbahnstrecke Freudenstadt - Gaggenau - Rastatt. Hier verkehrt heute (über Karlsruhe Hauptbahnhof, meist Vorplatz) die Stadtbahn-Linie S41, zur Hauptverkehrszeit auch die Linie S31. Aus Umlaufgründen gibt es auch Direktverbindungen zwischen Menzingen (S32) und dem Murgtal, hier wird die Linienbezeichnung in Ubstadt oder Rastatt geändert. Planmäßig herrscht in zweigleisigen Bereichen Rechtsverkehr (Bahnsteige meist in Seitenlage); die Zweirichtungsfahrzeuge erlauben jedoch Ausnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Abschnitt Rastatt - Gernsbach entstand 1869, die Verlängerung Weisenbach dann 1894 (bis dahin alles auf dem rechten Ufer der Murg und ohne Tunnels), der schwierige Rest von Freudenstadt ausgehend schrittweise bis 1928. Die lange Bauzeit damals lag vor allem an

Bis in die 1990er Jahre wurde die Strecke mit durchgehenden Fernzügen (Kurswagen) erreicht. Der Umbau im Rahmen des Karlsruher Modells wies und weist folgende Besonderheiten auf:

  • Die Elektrifizierung der zahlreichen Tunnelabschnitte erforderte zwecks Tieferlegung des Gleises dort zunächst die Abtragung des Oberbaus. Um weitere Kosten zu sparen, kamen Y-Stahlschwellen, die gegenüber Betonschwellen eine geringere Bauhöhe haben und eine Stromschiene an der Tunneldecke (erstmals auf freier Strecke in Deutschland angewendet) zum Einsatz. So konnte das Lichtraumprofil eingehalten werden.
  • Ein mitten zwischen Ortschaften liegender Haltepunkt wurde durch unmittelbar in denselben liegende ersetzt.
  • Weitere, neue Haltepunkte erhöhen die Erschließungswirkung der Bahn zusätzlich.
  • Ein wichtiger, mehr als nur Haltepunkte umfassender, zweigleisiger Abschnitt liegt zwischen Kuppenheim und Bad Rotenfels und unterstützt auch den Güterverkehr im unteren Murgtal.
  • Die vorher im Karlsruher Modell nicht aufgetretenen Steigungen waren einer der Gründe für das schrittweise Vorgehen bei der Elektrifizierung, ein weiterer Grund jedoch die Grenze zwischen Baden und Württemberg, da jeweils andere Verwaltungsbezirke an der Finanzierung beteiligt waren. Dann kam schließlich noch hinzu, dass die Pachtstrecke der AVG am Einfahrtsignal von Freudenstadt Hbf endet. Für die letzten 100 m war die DB Netz AG zuständig, dessen Genehmigungsverfahren jedoch länger brauchte. Durch die baldige Ausmusterung der Baureihe 627 (der bis dahin einzigste streilstreckentaugliche Dieseltriebwagen, auch "Bergziege" genannt), kam der notwendige Schub, wenigstens Gleis 1 von Freudenstadt Hbf zu elektrifizieren, da dessen Spurlage durch die spätere Modernisierung des Freudenstädter Sternes und Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerkes in Freudenstadt Hbf nicht verändert werden sollte.
  • In Freudenstadt Hbf liegt die Weiche spitz in Richtung Hausach, von/nach wo allerdings bereits die dieselgetriebene Ortenau-S-Bahn verkehrt ( R43  Richtung Offenburg / teilweise Bad Griesbach). Durch Umbau und Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerkes in Freudenstadt Hbf kann allerdings nur noch von Gleis 3 in diese Richtung gefahren werden, da ansonsten wesentlich höhere Auflagen hätten erfüllt werden mussten, was den höhengleichen Bahnsteigzugang zu den Gleisen 2 und 3 betrifft, der von nun an nur noch bei Rangierfahrten gekreuzt wird (u.a. in die momentan im Bau befindliche Abstellhalle).

Regio-Bistro

Regio-Bisto S31
Regio-Bisto S31

Das „Regio-Bistro“ fährt jeden Sonn- und Feiertag zwischen Karlsruhe und Freudenstadt. Mit einem heißen Kaffee oder einer Spezialität aus dem umfangreichen Tee-Sortiment sowie einem belegten Brötchen oder einer kleinen Süßigkeit lässt sich die Fahrt durch das Murgtal genießen.

Ab 22. Dezember 2006 hat das „Regio-Bistro“ neue Abfahrtszeiten: In Karlsruhe Hbf starten die Züge um 10:10 und 14:10 Uhr, in Freudenstadt um 12:23 und 16:23 Uhr. Unterwegs kann man in Rastatt, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Schönmünzach, Baiersbronn und Freudenstadt Stadt zu- oder aussteigen.

Betrieb

Die Linie S4 (Kraichgaubahn) führt demgegenüber separate Fahrzeug-Umläufe; seit 2004 endet und beginnt die S41 an verschiedenen Stellen in Karlsruhe (hauptsächlich am Albtalbahnhof über die Karlstraße, aber auch einzelne Fahrten in/von Knielingen). Durch die Karlstraße zwischen den Haltestellen Ebertstraße und Europaplatz kann dabei nur ohne Ein- oder Ausstieg durchgefahren werden, da die Bahnsteige zu kurz sind. Die Linienbrechung hat den Vorteil, dass die Pünktlichkeit verbessert wurde (Verspätungen werden nicht mehr vom Kraichgau in das Murgtal oder umgekehrt übertragen) und die vermehrt mit Toiletten verkehrenden Stadtbahnen können nun durch den Aufenthalt in Karlsruhe besser gereinigt werden. Sobald der im Bau befindliche Betriebshof Ost in der Gerwigstraße fertig ist, ist dieser als Start- und Endpunkt angedacht.

Zwischen Freudenstadt und Rastatt besteht über Durmersheim und eine Systemwechsel-Rampe nach Karlsruhe verlängerter Stundentakt. Dieser wird zur Hauptverkehrszeit zwischen Forbach und Rastatt zum Halbstundentakt verdichtet, wobei die Verstärker umlaufmäßig in die täglich verkehrende S31 Rastatt - Malsch - Karlsruhe Hbf DB - Bruchsal - Odenheim übergehen; aufgrund von Flügelungen in Ubstadt ist auch Linie S32 Menzingen beteiligt. Beide sowie die S41 bieten zusammen ungefähr einen Halbstundentakt Forbach - Karlsruhe. Sonn- und feiertags verkehrt ein Zugpaar morgens direkt von Bad Wildbad (Enztalbahn) über Karlsruhe und abends ebenso zurück. Die Murgtalbahn bietet die ganze Woche hindurch verschieden schnelle Fahrten, nämlich zweistündlich verkehrende Eilzüge (E) und häufigere, an allen Zwischenstationen haltende Züge (nE).

Vom Wagenmaterial her kommen im unteren Murgtal bis Forbach auch teilweise Zweisystem-Hochflurwagen der 1. Generation von der Karlsruher Stadtbahn vor (Linien S31 und S32), die bis Odenheim oder Menzingen verkehren und für den Halbstundentakt zur Hauptverkehrszeit sorgen. Aufgrund einer Vereinheitlichung fahren diese jedoch im Murgtal als Linie S31, während von und nach Baden-Baden die Linie S32 beschildert wird (unabhängig vom Start- oder Zielbahnhof Menzingen oder Odenheim). Im oberen Murgtal fahren jedoch nur moderne Zweisystem-Mittelflurwagen der 2. Generation mit ebenerdigen Einstieg an den Bahnsteigen. Diese verkehren als S41 oder S31-Eilzug (E). Hier haben die Stadtbahnen auch überwiegend eine Toilette an Board. Zwischen Baiersbronn und Freudenstadt befindet sich die Steilstrecke (5 % Steigung) und nur die Zweisystem-Mittelflurwagen der 2. Generation der Karlsruher Stadtbahnen haben eine Steilstreckenzulassung erhalten.

Bei der Steilstreckenfahrt ermöglicht eine elektronische Überwachungsfunktion in diesen Stadtbahnen (Zweisystem-Mittelflurwagen der 2. Generation), die Steilstrecke ohne Beimann zu befahren, was zu Zeiten vor dem elektrischen Betrieb (Baureihe 218 und 627) vorgeschrieben war. Hierzu muss nach erfolgreicher Bremsprobe bei der Talfahrt der Steilstreckentaster gedrückt sein. Während der Steilstreckentaster eingerastet ist, muss die Geschwindigkeit unter 50 km/h bleiben, ansonsten erfolgt nach einer akustischen Warnung eine Zwangsbremsung, falls nicht schnell genug runtergebremst wurde (innerhalb von 6 Sekunden müssen weniger als 45 km/h erreicht sein). Sollte die Geschwindigkeit 55 km/h erreichen, so erfolgt eine sofortige Zwangsbremsung. Diese Überwachung ist notwendig, da die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa oder Totmannknopf) zu lange braucht, bis sie bei Abwesenheit des Triebfahrzeugführers (u.a. Bewusstlosigkeit) reagiert, denn in dieser Zeit könnte das Fahrzeug zu stark beschleunigen. Zusätzlich befinden sich entlang der Steilstrecke noch einmal drei Geschwindigkeitsprüfabschnitte (mit "a", "b" und "c" gekennzeichnet), die zusätzlich prüfen, ob die Geschwindigkeit nicht übertreten wurde und bei einer Übertretung eine Zwangsbremsung über die punktförmige Zugbeeinflussung (PZB, früher INDUSI genannt) auslösen. Diese Einrichtung beeinflusst alle Züge, die mit PZB ausgerüstet sind.

Aufgrund im Taktverkehr bestehender Symmetrieen und Wiederholungen genügt in folgender (auszugsweiser) "Grafik" zu diesem Betrieb (tagsüber) die Darstellung eines zeitlichen Ausschnitts von 60 Minuten Länge; zur Verfolgung des Laufweges eines zum Taktverkehr gehörenden Zuges ist jeweils am Rand des Fensters zu spiegeln, vgl. Billard-Kugeln. Die Zählung der Entfernungsminuten bezieht sich jeweils auf den Mittelwert beider Fahrtrichtungen mit eventuellen Rundungsfehlern (vollständige Darstellung aller Haltestellen nur zwischen Karlsruhe und Forbach). (Stand 10. Dezember 2006. Ohne Gewähr.)

  <------- Zeit (Fenster) ------>            Weg
ungerade       halbe         gerade
volle Std.     Stunde       volle Std.
                                   E  nE
  ----                          |
  |    \                        |      0'     Eutingen im Gäu
  |       \                     |      5'     Hochdorf (bei Horb)  R52 
  |              \              |     20'     Schopfloch
  |                     \       |     34'     Freudenstadt Hbf  R43 
  |    --------------------------
  |   /                 ---------
  |  /              E        \  |  0' 44'     Freudenstadt Hbf  R43 
  X              E              X  5' 50'     Freudenstadt Stadt
  |    \     /             /    | 13' 62'     Baiersbronn Bahnhof
  |       X             /       |     66'     Klosterreichenbach
  |    /         X              | 25' 80'     Schönmünzach
  |                             |
  -----                     -----
  E    \    /         \    /    | 35' 90' | | Forbach (Schwarzw) 246 248 263
  | \   \  /           \  /     |     92'  |  Gausbach
  |  \   X               X      |     95' | | Langenbrand
  |   \ /  \           /  \     |     98'  |  Au im Murgtal
  |    X    \         /    \    | 44'101' | | Weisenbach
  |   / \    \       /      \   |    103'  |  Hilpertsau
  |  /        \     /        \  |    104'  |  Obertsrot
  |/     \      \ /            \|    107'  |  Gernsbach Mitte
  X       \      X              X 51'110' | | Gernsbach Bus 244 242 247
  |\       \    / \            /|    113'  |  Hörden
  | \       \  /   \          / |    115'  |  Ottenau
  |  \        /     \        /  |    117'  |  Gaggenau DaimlerChrysler
  |   \      X       \      /   | 57'118' | | Gaggenau 21x 240 25x
  |    \    / \       \    /    |    120'  |  Bad Rotenf. Weinbrennerstr.
  |     \  /           \  /     |    122'  |  - Bahnhof
  |      \/    \        \/      |    123' | | Bad Rotenfels Schloss
  |      /\             /\      |    125' | | Bischweier
  |     /  \    \      /  \     |    127' | | Kuppenheim 24x 251
  |    /    \         /    \    |    130'  |  Rastatt Beinle
  |   /      \   E   /      \   | 66'132' | | Rastatt  R4  S31S32 S4 2xx
  | .          \   / .        . |    137' | | Ötigheim 224
  |.             X     .       .|    140' | | Bietigheim (Baden)
  | .          /   \    .     . |    143' | | Durmersheim 222
  |   .       /     \    .  .   |    144' | | Durmersheim Nord
  |     .   /         \   .     |    149' | | Forchheim (Karlsruhe)
  |      \               / E----- 85'         Karlsruhe Hbf DB  R  S1S11 S3S31S32
  |      ./             \.      |         | |                                           Systemwechselstelle
  |      /               \      |    155' | | - Albtalb. S1S11  2   4   6  Bus 50 Bus 51 Bus 52 Bus 55 Bus 62
  |     /.               .\     |    157' | | - Hbf Vorpl. DB  R  S3S31S32  3   6  Bus 47 Bus 50 Bus 55 Bus 62
  |      .               .      |    158' | | - Poststraße
  |    / .               . \    |    159' | | - Augartenstraße
  |      .               .      |    160' | | - Kongresszentrum
  |   /  .               .  \   |    161' | | - Ettlinger Tor  5 
  |  /   .               .   \  |    163' | | - Marktplatz (Pyramide) S2 S5  1   2   3   4 
  | /    .               .    \ |    165' | | - Herrenstraße  1   3 
  |/     .               .     \|    167' | | Karlsruhe Europaplatz  2   6  Bus 73

        S31             S31

Bei den Fahrten ist zu unterscheiden zwischen täglich (fettgedruckt) und demgegenüber einschränkend nur zeitweise.

  • --- = Wendung / Aufenthalt
  •  .  = Zug kann oder muss über eine andere Strecke fahren
  •  X  = Zugbegegnung (Kreuzung)
  •  E  = Eilzug, hält nur dort, wo in der  E -Spalte Zeiten stehen
  •  |  = eingleisig
  • | | = zweigleisig

Siehe auch

  • NVBW (Verbünde und Bahnstrecken in Baden-Württemberg; für dortigen Verweis: Die Murgtalbahn trägt die Nummer 710.41)
  • Ulmer Eisenbahnfreunde (Dampfzugfahrten auf dieser Strecke)

Verweise

Persönliche Werkzeuge