Brauerei Hoepfner

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Die Hoepfner-Burg zur blauen Stunde mit Burghof Hotel-Restaurant vorne
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Dachmarke
Hoepfner-Brauerei
Hoepfner-Brauerei
Plan der Brauerei um 1900
Plan der Brauerei um 2009
Eine der vier Würzepfannen

Die Privatbrauerei Hoepfner GmbH zählt mit dem Hatz-Moninger Brauhaus zu den größten Karlsruher Brauereien. Ihren Sitz hat sie in der so genannten Hoepfner-Burg in der nördlichen Oststadt. Auf dem Brauereigelände befindet sich auch die Gaststätte Hoepfner Burghof mit Hotel und Biergarten.

Die Brauerei gehört zur Brauholding International KG München (BHI), einer Tochter der Schörghuber Unternehmensgruppe und der holländischen Heineken N.V..

Davon unabhängig hat sich die ebenfalls am Standort befindliche Mälzerei Hoepfner Malz mit mehreren anderen Mälzereien zur Bestmalz AG mit Sitz in Heidelberg zusammengeschlossen. Diese versorgt viele große Brauereien in ganz Deutschland, aber auch sämtliche Brauereien in der Region (u.a. Moninger, Wolf, Vogelbräu) mit Malz.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Bierproduktion 
ca. 130.000 hl (1/4 davon als Fassbier)
Beschäftigte 
80
Biersorten 
Pilsner, Goldköpfle, Hefe-Weißbier, Keller-Weißbier, Edel-Weizen, Export, Porter, Kräusen, Jubelbier, Maibock, Leicht, Radler, Grape, Grape activ (alkoholfreies Grape). Es wird auch alkoholfreies Weizen angeboten, das aber bei der Konzernschwester Schmucker im Odenwald gebraut wird, da es in Karlsruhe keine Entalkoholisierungsanlage gibt.
Sonstiges 
Im Jahr 2000 brachte Hoepfner versuchsweise verschiedene Sorten von Radler raus: Apfel-Radler, Cola-Radler und Grape-Radler. Nur der Grape-Radler fand die erforderliche Resonanz und wird auch heute noch verkauft. Versuchsweise wurde auch Pfirsich-Radler hergestellt. Dieser gelangte allerdings nie in den Verkauf.
Hauptausschank 
Hoepfner Burghof, Haid-und-Neu-Straße 18 - mit großem Biergarten.
Veranstaltungen 
Bekannteste Veranstaltung sind das Hoepfner-Burgfest an Pfingsten und die Hoepfner Sports Night. Hoepfner unterstützt den Karlsruher SC und die Kultur.
Privatbrauerei 
Auch nach der Übernahme ist Hoepfner weiterhin eine Privatbrauerei. Entscheidend hierfür ist der Eintrag im Handelsregister. Außerdem ist der Haupteigentümer von Hoepfner mit 50,1% die Schörghuber Unternehmensgruppe, welche der Familie Schörghuber gehört.

Geschichte

Hoepfner-Brauerei

Die Wurzeln der Brauerei Hoepfner liegen in Liedolsheim, wo 1802 Karl Friedrich Gottlieb Hoepfner eine Gaststättenbrauerei eröffnete. 1825 verlegte er die Brauerei nach Linkenheim und überließ sie seinem jüngeren Sohn Heinrich Hoepfner.

Sein älterer Sohn Jakob Friedrich Hoepfner gründete dagegen 1837 in Eggenstein seine eigene Brauerei. 1849 zog dieser nach Karlsruhe, zunächst auf das Gelände des heutigen Ballermann bei der Universität (Altstadt), wo er die in Konkurs geratene Schmieder'sche Brauerei in der Langen Straße 16 (später Kaiserstraße 14) kaufte. August Schmieder dagegen siedelte nach Breslau über, kam dort zu Reichtum und ließ nach seiner Rückkehr nach Karlsruhe das Prinz-Max-Palais als Privatvilla erbauen.

1872 übernahm Jakob Friedrichs Sohn Friedrich Hoepfner den Betrieb, den er in den folgenden Jahren erweiterte und modernisierte. 1875 wurde die erste Dampfmaschine angeschafft, eine Zweite folgte 1882. Bald wurden die räumlichen Kapazitäten in der Kaiserstraße dem steigenden Produktionsvolumen nicht mehr gerecht.

1872 kaufte Hoepfner daher Gelände auf der Rintheimer Gemarkung und legte dort einen Bierkeller an. In Folge wurde dieser ständig erweitert. Die Planung eines Brauereineubaus in dem jetzt zur Oststadt gehörenden Gelände an der Karl-Wilhelm-Straße (seit 1962 Haid-und-Neu-Straße) konnte jedoch erst Jahre später umgesetzt werden. 1896 begann nach Plänen von Johann Hantschel schließlich der Bau der "Hochburg der Braukunst" in der heutigen Haid-und-Neu-Straße im neugotischen Stil, nach dem Vorbild Neuschwansteins. Der charakteristische Rundturm mit Helmdach ist seither Wahrzeichen der Brauerei. 1898 begann die Produktion in der neuen Braustätte. Ab 1899 entstand die Gaststätte Burghof und ab 1904 die Villa Hoepfner, jeweils nach Plänen der Architekten Curjel & Moser.

1921 starb Friedrich Hoepfner, und sein Sohn Fritz Hoepfner übernahm die Führung des Unternehmens. Ab 1930 lautete die Firmenbezeichnung offiziell Privatbrauerei Hoepfner. Ab 1945 baute Fritz Hoepfner zusammen mit seinem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Sohn Albrecht Hoepfner den durch den 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Betrieb wieder auf. Nach seinem Tod 1953 übernahm Albrecht den Betrieb. Ihm folgte 1992 dessen Sohn Friedrich Georg Hoepfner, der bereits 1976 in die Firma eingetreten war.

Obwohl Hoepfner durch Weltkriege, Weltwirtschaftskrise und Währungsreform hart mitgenommen und 1944 aus politischen Gründen sogar zeitweise geschlossen wurde, ist sie heute die letzte "Überlebende" der 29 Brauereien, die 1849 in Karlsruhe arbeiteten, und das älteste noch bestehende Karlsruher Unternehmen. Das mag auch mit der Qualität der Biere zusammenhängen, die zu den meistprämierten in Deutschland gehören.

Da sich zur Fortführung des Familienunternehmens kein möglicher Nachfolger fand, verkaufte Dr. Friedrich Georg Hoepfner zum 1. Januar 2005 seine Brauerei, die sich in der sechsten Generation im Besitz der Familie befand, an die Brau Holding International AG (BHI), die zu 50,1% der Schörghuber Unternehmensgruppe und zu 49,9% der Heineken N.V. gehört. Friedrich Georg Hoepfner war bis Oktober 2007 weiterhin Geschäftsführer der Privatbrauerei Hoepfner und zeitweise auch Sprecher der Geschäftsführung der BHI. Die Mälzerei Hoepfner Malz ist dagegen seit 2003 Tocher der Bestmalz AG Heidelberg.

Nach einem 2005 abgeschlossenen Kooperationsvertrag mit der Brauerei Wolf übernahm Hoepfner zeitweilig die Abfüllung für Wolf-Bier und unterstützte auch dessen Vertrieb. Seit 2006 beliefert Hoepfner anstelle der Brauerei Wolf auch Das Fest mit Getränken. Es wird eine Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendausschuss über zunächst 5 Jahre angestrebt.

Ab April 2013 gibt es ein Spezialbier „Karls” anlässlich des Stadtgeburtstags 2015. Pro verkaufter Flasche geht ein Teil der Einnahmen an die Stadt Karlsruhe zur Finanzierung der Veranstaltung.

Auszeichnungen

  • 2010: Preis der Besten in Gold
  • 2010: Goldmedaille "World Beer Cup" für Hoepfner Export
  • 2011: DLG-Medaillen (7xGold)
  • 2011: Bundesehrenpreis

Lage

In der Oststadt, direkt gegenüber der Technologiefabrik in der Haid-und-Neu-Straße befindet sich die Hoepfner-Brauerei, wie auch das Hoepfner Burghof Hotel-Restaurant und der Hoepfner Burggarten mit Biergarten und Festsaal.

Adresse

Privatbrauerei Hoepfner GmbH & Co. KG
Haid-und-Neu-Straße 18
76131 Karlsruhe

Weblinks

Quellen

  • Heinz Schmitt, Ernst Otto Bräunche (Hrsg): Hopfen und Malz – Die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe. Karlsruhe 1998, Band 19 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia Verlag, ISBN 3-7617-0323-6
  • Wegweiser für die Großherzogliche Residenzstadt Karlsruhe, heute „Adressbuch der Stadt Karlsruhe“, Ausgaben ab 1818, Verlag G. Braun – verfügbar im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek
  • Historisches Brauereiverzeichnis Deutschland. Herausgeber: IBV – Internationaler Brauereikultur-Verband e.V., Ausgabe 2005.
  • Brauwesen-Historisch – Das große historische Brauereiverzeichnis : www.brauwesen-historisch.de/Uebersicht.html
  • Manfred Koch (Hrsg): Karlsruher Chronik. Karlsruhe 1992, Band 14 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia-Verlag, ISBN 3-7617-0260-4
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – Zwischen den Zeilen der Chronik. Ohne Herausgabejahr und Bestellnummer.
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – 275 Jahre Perspektiven, Perioden und Persönlichkeiten. Ohne Herausgabejahr und Bestellnummer.
  • Annette Ludwig, Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Hrsg): Karlsruhe – Architektur im Blick – Ein Querschnitt. Karlsruhe 2005, Röser Verlag, ISBN 3-9805361-2-2
  • Zum 50jährigen Geschäfts-Jubiläum der Brauerei A. Printz in Karlsruhe : 1850 - 1900, Karlsruhe : Gutsch, 1901. Ohne Herausgabejahr und Bestellnummer.
  • Offizielle Webpräsenz der Privatbrauerei Hoepfner : http://www.hoepfner.de