Gondelsheim

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Gemeindewappen

Bildergalerie: weitere Bilder zu diesem Artikel finden sich auf Gondelsheim/Bilder

Lage von Gondelsheim im Landkreis Karlsruhe
Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 7, ältestes Haus in Gondelsheim, Baujahr 1604
Die Evangelische Kirche von 1842
Blick von der Neibsheimer Straße in Richtung Bahnhofstraße mit den gerade geschlossenen Bahnschranken, weil gleich die Stadtbahnlinie  S9  queren wird

Die Gemeinde Gondelsheim im Kraichgau gehört zum Landkreis Karlsruhe. Sie wird von der Saalbach durchflossen und liegt im Saalbachtal.

Geschichte

Gondelsheim wird erstmals am 23. April 1257 urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich viel älter. Es lag an der alten Heerstraße, die vom Rhein über Staffort nach Schwaben zieht. Dieses Gebiet war schon in der Steinzeit bewohnt. Ob Gondelsheim schon von den Alemannen oder erst durch die Franken gegründet wurde, ist nicht bekannt.

Geschichte

Gondelsheim wird erstmals am 23. April 1257 urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich viel älter. Es lag an der alten Heerstraße, die vom Rhein nach Schwaben zieht. Dieses Gebiet war schon in der Steinzeit bewohnt. Ob Gondelsheim schon von den Alemannen oder erst durch die Franken gegründet wurde, ist nicht bekannt.

Vor 1257 hat Gondelsheim zum Kloster Herrenalb gehört. Eine Urkunde legte fest, dass das Dorf im Tausch gegen andere Ländereien dem Edlen Konrad von Wiesloch übereignet wird. Über Jahrhunderte hinweg wurde Gondelsheim weiterhin immer wieder als Pfand oder Tauschgut verschoben. Die Besitzer waren unter anderen: die Grafen von Hohenberg, die Grafen von Württemberg bis 1483, Wiprecht von Helmstatt, Konrad von Stammheim und Mya von Sickingen. 1457 gab Graf Ullrich V. von Württemberg als Vormund Eberhards V. die Pfandschaft erneut einem Wiprecht von Helmstatt und versprach zugleich, dass er diese Pfandschaft nicht mehr einlösen werde. 1483 die Grafen Eberhard der Ältere und der Jüngere dem pfälzischen Hofmeister Plicker Landschad von Steinach Schloss und Dorf Gondelsheim mit Helmsheim und den Höfen Bonartshausen, Rinklingen und Diedelsheim für 8300 Gulden. Damit kam das Dorf vom württembergischen in den pfälzischen Machtbereich. 1650 wurden Schloss und Dorf von Georg Rudolf Knebel von Katzenellenbogen an den Freiherrn Johann Bernhard von Menzingen verkauft. 1761 gelangte Gondelsheim aufgrund schuldenbedingter Tauschgeschäfte in den Besitz des Markgrafen von Baden-Durlach.

Mitte des 19. Jahrhunderts verließen rund 14 % der Einwohner Gondelsheim und emigrierten in die USA. In den Jahren von 1895 bis 1900 verließen sogar 100 Bewohner den Ort, der daraufhin nur noch rund 1.200 Einwohner zählte. Viele zogen auf der Suche nach auskömmlicher Arbeit in größere Städte, da die bis dahin verbreitete Ausübung der Landwirtschaft für Kleinbauern immer unrentabler wurde. Noch in der Gegenwart arbeiten die wenigsten Bewohner in Gondelsheim sondern in den größeren Nachbarstädten Bretten, Bruchsal und Karlsruhe.

Durch Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bewohnerzahl wieder an, so dass die Neubürger mehr als ein Viertel der Dorfbevölkerung ausmachte. Nachdem der Ort seit dem 16. Jahrhundert überwiegend dem evangelischen Glauben folgte, brachten die Neubürger überwiegend ihren katholischen Glauben mit, was in den Folgejahren sowohl den alteingesessenen Bewohnern als auch den neuen Bewohnern einiges an Integrationsleistung abverlangte.

Politik

Bürgermeister ist Markus Rupp, sein zweiter Stellvertreter seit 1999 ist Willi Brauch.

Sehenswürdigkeiten

Gasthaus LöwenThor

Die Gemeinde hat zu etlichen Sehenswürdigkeiten erläuternde Infotafeln erstellt und an den entsprechenden Standorten angebracht. Eine Übersicht der vorhandenen Tafeln ist unter „Infotafeln in Gondelsheim“ zu finden.

  • Schloss Gondelsheim mit dem Schlosspark, dem Nymphenbrunnen und dem naheliegenden Alten Turm
  • Alte Synagoge: Einst hatte Gondelsheim eine über 100 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde. Daran erinnert heute die Synagoge im neoromanischen Rundbogenstil in der Leitergasse von 1849. 1930 wurde das Haus verkauft, da die Gemeinde wegen Auswanderungen nur noch aus wenigen Mitgliedern bestand. Der Käufer des Hauses war nicht jüdischen Glaubens, so dass die Pogromnacht 1938 keinen Schaden anrichtete. Heute dient das Haus als Wohnung und kann daher von innen nicht besichtigt werden.
  • Gasthaus LoewenThor
  • Brunnen vor dem Gasthaus Loewenthor, hier wurden einst die Pferde der Postreiter und die Reisenden auf dem Weg von Speyer nach Stuttgart getränkt
  • Evangelische Kirche, 1842 nach Plänen Heinrich Hübschs gebaut, im Zweiten Weltkrieg beschädigt
  • Friedrichsbrunnen, 1903 am Brunnenberg eingeweiht, 1965 an den Marktplatz versetzt
  • Evangelisches Pfarrhaus, 1895 in seiner heutigen Form errichtet
  • Pfarrer-Rein-Haus, evangelisches Gemeindezentrum, 1997 renoviert
  • Amtshaus, Silbergasse 4
  • Rathaus
  • Alte Schule
  • Das „Schafhaus”
  • Friedhof mit Grabstätte von Josephine Benz, der Mutter von Carl Benz
  • Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert
  • Kraichgau-Sternwarte Gondelsheim (Planetenweg und Sternwarte)

Unternehmen

Vereine

Die Vereine in Gondelsheim sind in der 1971 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Gondelsheimer Vereine (AGG) organisiert. Stand September 2008 sind es 20 Vereine.

Adresse

Gemeindeverwaltung
Bruchsaler Straße 32
75053 Gondelsheim
Telefon: (0 72 52) 94 44 - 0

Literatur

Weblinks

Fußnoten

  1. www.gondelsheim.de/vl12.htm
Orte im Landkreis Karlsruhe