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Landgraben

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Bild:Disambig-50px.png Dieser Artikel bezieht sich auf den Karlsruher Landgraben, für andere siehe Landgraben (Begriffsklärung).

Der Landgraben um 1788
Der Landgraben um 1788
Der Landgraben um 1882
Der Landgraben um 1882
Das unterirdische Gewölbe des Landgrabens
Das unterirdische Gewölbe des Landgrabens
An der Unterquerung der Bahnstrecke Rangierbahnhof – Hagsfeld ist der Landgraben noch offen.
An der Unterquerung der Bahnstrecke RangierbahnhofHagsfeld ist der Landgraben noch offen.

Der Landgraben ist ein Abwassersammler im Mischsystem. Er ist der größte Abwassersammler Karlsruhes, sein Querschnitt gehört nach Paris zu den größten in Europa. Der Normalabfluss ohne Regenwasser liegt bei 1-2 m3/s.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Landgraben entstand als offener Graben im Jahre 1588 in der Regentschaft von Ernst Friedrich von Baden-Durlach zur besseren Entwässerung der Niederungen zwischen Durlach und Ettlingen, die als Teil der Kinzig-Murg-Rinne etwas tiefer liegen, und zur Ableitung von Albhochwässern. Der Kanal diente nach der Gründung Karlsruhes dem Transport von Baumaterial und Bausandstein aus den Steinbrüchen bei Durlach zum Bau des Schlosses und der Stadthäuser und zur Hochwasserentlastung der Pfinz. Dazu wurde er ab 1768 durch den Steinkanal erweitert. Später diente er der Entsorgung der Abwässer, ab 1794 durften die Bürger alle flüssigen Abgänge mit Ausnahme von Fäkalien in den Landgraben einleiten.

Im selben Jahr erteilte der Markgraf einem Müller in Mühlburg die Konzession für eine Mühle, durch dessen Betrieb der Landgraben einen Meter aufgestaut wurde. Das sollte sich als Fehler erweisen, der Landgraben verschlammte und belästigte die Anwohner im Sommer bei niedrigem Wasserstand durch starke Geruchsentwicklung. Bei hohem Wasserstand dagegen lief der Graben über und überschwemmte die anliegenden Gebiete. Darum wurde 1815 begonnen, über den Landgraben ein Gewölbe zu errichten. Die Anwohner bezahlten die Bauarbeiten und erhielten das Eigentumsrecht an der neu entstandenen oberirdischen Fläche über dem Graben. Am Lidellplatz wurde begonnen, bis 1846 war bereits der Bereich zwischen Adlerstraße und Rathaus sowie zwischen Herrenstraße und Hirschstraße überwölbt worden. Der letzte Abschnitt in der Sophienstraße wurde erst 1900 und 1905 überdacht.

1877 erhielt Stadtbaumeister Hermann Schück vom Stadtrat den Auftrag, Karlsruhe mit einer Kanalisation zu versehen, mit dem vorhandenen Landgraben als Kernstück. Die 1794 erteilte Mühlenkonzession wurde für 70.000 Mark zurück gekauft und der Landgraben bis 1885 tiefer gelegt und ausgebaut. Der Abschluss der Arbeiten (und damit die Fertigstellung der Karlsruher Kanalisation) wurde 1885 angemessen mit einer unterirdischen Kahnpartie des Großherzogs Friedrich gefeiert.

Verlauf

Sein Verlauf, insbesondere in der Innenstadt:

Von Durlach kommend läuft er zunächst entlang der Durlacher Allee auf deren Südseite (deshalb die großzügigen Vorgärten), danach entlang der Kapellenstraße auf deren Südostseite, um in Höhe Waldhornstraße auf die Nordwestseite zu wechseln. Das Zurückweichen der Häuserfront dort hängt mit dem Verlauf des Landgrabens zusammen.

Danach läuft er unter dem Röser-Gebäude durch und weiter nördlich der Steinstraße. Durch das Schneiden von Adlerstraße und Markgrafenstraße entstand als Restfläche der Lidellplatz. Nach diesem verläuft er teilweise unter Gebäuden weiter, bis er auf den Marktplatz trifft. Danach läuft er weiter am Rathaus entlang unter der Nordseite der Hebelstraße und weiter unter Bankhof und südlichem Herrenhof.

Danach läuft er wieder unter einigen Gebäuden, um dann den Erbprinzenhof zu erreichen, den er nicht unter dessen Einfahrt, sondern unter dem westlich anschließenden Gebäude verlässt. Den "großen" Ludwigsplatz unterquert er südlich des Imbisses, den "kleinen" Ludwigsplatz zwischen der Erhöhung in Platzmitte und nördlicher Hausfront. Am Stephanplatz schneidet er die Ecke der Postgalerie und trennt diese dann von ihrer Tiefgarage. Danach läuft er unter Gebäuden durch zum Leopoldplatz, dessen Südkante er bildet. Ab ca. Scheffelstraße verläuft er unter der Sophienstraße, nach einem Schlenker auf deren Südseite, wieder an der Häuserfront zu erkennen, unter der Straßenmitte bis nach Mühlburg. An der Kreuzung mit der Yorckstraße ist ein Einstieg.

Das kleine Natursteingebäude am Lameyplatz ist ein vor einigen Jahren gebauter Einstieg in den Landgraben. Dort kann man ihn gelegentlich besichtigen.

Hier knickt der Wasserstrom nach Norden Richtung Kläranlage ab. Ein Überlauf führt weiterhin geradeaus in die Alb.

Führungen

Eingang zum Landgraben am Lameyplatz
Eingang zum Landgraben am Lameyplatz
Führungen sind möglich. Sie sind kostenlos und dauern etwa eine Stunde. Es sollten Gruppen von mindestens 30 Personen sein, alternativ können sich kleinere Gruppen anderen anschließen. Termine und weitere Infos unter (0721) 133-7441.

Ort der Führung ist am Lameyplatz, Rheinstraße/Ecke Lerchenstraße.

(H)  nächste Haltestelle: Lameyplatz    

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge