Brauerei Moninger AG
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Die Brauerei Moninger ist die größte Brauerei Karlsruhes mit Sitz in Grünwinkel. Das Firmengelände befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Hofguts Grünwinkel zwischen Durmersheimer Straße, Zeppelinstraße, Fritz-Haber-Straße und Hopfenstraße und ist weithin an der Silhouette des alten weißen Getreidesilos mit dem Moninger-Emblem, sowie an dem danebenstehenden massigen Backsteinbau (altes Mühlengebäude) erkennbar.
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Allgemeines
- Bierproduktion
- ca. 300.000 hl (2005)
- Biersorten
- Export, Pilsener, Karlsruher Gold, Karlsruher Naturtrüb, Extra Herb Pilsener, Zwickel hefetrüb, Kristall Weizen, Hefe Weizen, Dunkles Weizen, Alkoholfrei, Bertold Bock dunkel, Alt Badisch Dunkel, Festbier (im Herbst), Los Amigos, Radler
- Hauptausschank
- Brauhaus Moninger (seit 2005, ehemalige Gaststätte Lokalbahn), Zeppelinstraße 17
- Veranstaltungshalle
- Abfüllhalle auf dem Sudhausberg, Zeppelinstraße 15. Die 2.275m² große ehemalige Flaschenfüllerei mit Bar, Bühne, Theken und Tanzfläche wird für Brauereifeste, Musikveranstaltungen und andere Events genutzt und fasst bis zu 1.500 Personen.
Die Brauerei Moninger AG gehört zur Stuttgarter Hofbräu AG und ist damit Teil der Radeberger-Gruppe, des größten deutschen Brauereikonzerns. Sie ist zu 20% auch an der Brauhaus Kühler Krug GmbH beteiligt. Vorstandsvorsitzender ist Horst Winterberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Dieter Woiwode.
Geschichte
Als Stephan Moninger aus Oberschneidheim bei Ellwangen 1854 nach Karlsruhe kam, wollte die hiesige Brauerzunft seinen Meisterbrief nicht akzeptieren. Kein Wunder, den hatte er sich in Stuttgart erworben. Bei damals 27 Brauereien und 25.000 Einwohner herrschte ein großer Konkurrenzkampf. Moninger arbeite dann zunächst als Geschäftsführer der Brauerei Ludwig Kaufmann in der Waldhornstraße 23. Als Kaufmann starb, heiratete Moninger 1856 dessen Witwe Marie geb. Hermann. Bevor er jedoch noch im gleichen Jahr die Brauerei unter dem Namen Brauerei S. Moninger führen durfte, musste er vor der Bierbrauer- und Küferzunft eine neue Meisterprüfung ablegen.
Nachdem Moninger 1866 in die ehemalige Brauerei seines Schwagers Josef Hack in der Langen Straße 142 (später Kaiserstraße) umzog, begann das Unternehmen bald zu florieren. 1875 wurde der Betrieb von seiner Witwe Marie und ab 1881 von den Söhnen Karl und Stefan Moninger als Offene Handelsgesellschaft weitergeführt.
Von Josef Hack hatte Moninger auch einen Bierkeller im Sommerstrich (an der Kriegsstraße) erworben. Auf dem dortigen Gelände in der Kriegsstraße 128-130 (später Nr. 210-216) errichteten die Gebrüder Moninger - nachdem 1884 ein Brauereibrand die Malzdarre in der Kaiserstraße zerstört hatte - schließlich einen Brauereineubau.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Brauereianlagen 1888 vollzog sich der Wandel zu einem der ersten Industriebetriebe in dieser bisher handwerklich orientierten Branche. Zugleich erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen Brauereigesellschaft vorm. S. Moninger AG (seit 1938 nur noch Brauerei Moninger AG). 1898 wurde ein Bierausstoß von 100.000 hl erreicht. Damit konnte sie sich in der Folgezeit als nunmehr größte Brauerei Badens etablieren. 1905 ging eine Flaschenfüllerei in Betrieb.
Den ersten Weltkrieg überstand die Moninger AG besser als die meisten anderen Karlsruher Brauereien. Durch den Aufkauf der Brauerei Kammerer (1920), der Brauerei Eglau (1921) und der Union-Brauerei (1922) hielt sie den Spitzenplatz unter den Karlsruher Brauereien (Bierproduktion 1928: 200.000 hl.). Ab 1923 kam die Herstellung von Limonaden und Mineralwasser hinzu.
Der zweite Weltkrieg brachte einen erneuten Einbruch, von dem sich die Brauerei nur langsam wieder erholte. Bis 1965 war der Bierausstoß jedoch schließlich auf 300.000 hl gestiegen. Ab 1967 beteiligte sich die Henninger AG Frankfurt (Reemtsma-Gruppe) mit 25% an der Moninger AG. 1969 übernahm Moninger die Brauerei Denner in Bruchsal und 1970 die Brauerei Huttenkreuz in Ettlingen.
Nach dem Kauf der Brauerei Sinner im Jahre 1972, seinerzeit eine der modernsten Brauereien Deutschlands, begannen die Planungen zur Verlegung der Brauerei von der Kriegsstraße auf das Sinner-Gelände in Grünwinkel. Ab 1978 wurde hier eine neue Produktionshalle errichtet, so dass der Brauereibetrieb 1980 auf dem neuen Gelände in der Durmersheimer Straße 59 (später Nr. 55) beginnen konnte.
1987 übernahm die Erste Kulmbacher Aktienbrauerei AG (März-Gruppe) die Henninger Brau AG, und damit auch die Brauerei Moninger. Seit 1989 ist die Brauerei zu 80% im Besitz der Stuttgarter Hofbräu AG. Seit 2003 ist die Stuttgarter Hofbräu ihrerseits Teil des Radeberger-Konzerns (Oetker-Gruppe). aiser Von der alten Braustätte in der Kriegsstraße ist das alte, von Hermann Walder konzipierte burgähnliche Sudhaus als markanter Blickfang nach wie vor erhalten (s. Foto) - ebenso das einstige Verwaltungsgebäude, das sich in der Kriegsstraße rechts neben der ehemaligen Brauereieinfahrt befindet. Die restlichen Gebäude auf dem Areal zwischen Kriegsstraße, Moningerstraße und Lessingstraße wurden abgerissen und durch Wohnblocks ersetzt.
Ebenso markant ist heute noch das sogenannte Moninger Palais in der Kaiserstraße 144, Ecke Karlstraße. Der ehemalige Hauptausschank Zum Moninger war 1901 unmittelbar neben der alten Brauerei in der Kaiserstraße 142 von Hermann Walder & Rauschenberg im neugotischen Stil errichtet worden. Noch immer befindet sich im rückwärtigen Teil ein Lokal mit Biergarten.
Adresse
- Brauerei Moninger AG
- Durmersheimer Straße 59 (Verwaltung) + Zeppelinstraße 15 (Abfüllhalle)
- 76185 Karlsruhe
- Telefon: (07 21) 57 02 - 0
- Telefax: (07 21) 57 02 - 3 29
Weblinks
Quellen
- "Hopfen und Malz - Die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe"
- Herausgeber: Heinz Schmitt, Ernst Otto Bräunche, Band 19 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia-Verlag, 1998, ISBN 3-7617-0323-6
- "Wegweiser für die Großherzogliche Residenzstadt Karlsruhe", heute "Adressbuch der Stadt Karlsruhe"
- Ausgaben ab 1818, Verlag G. Braun - verfügbar im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek
- "Historisches Brauereiverzeichnis Deutschland"
- Herausgeber: IBV - Internationaler Brauereikultur-Verband e.V., Ausgabe 2005.
- Brauwesen-Historisch - Das große historische Brauereiverzeichnis
- http://www.brauwesen-historisch.de/Uebersicht.html
- "Karlsruher Chronik"
- Herausgeber: Manfred Koch, Band 14 der Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs, Badenia-Verlag, 1992, ISBN 3-7617-0260-4
- "Karlsruhe - Zwischen den Zeilen der Chronik"
- Herausgeber und Autor: Horst F. Pampel. Ohne Herausgabejahr und Bestellnummer.
- "Karlsruhe - 275 Jahre Perspektiven, Perioden und Persönlichkeiten"
- Herausgeber und Autor: Horst F. Pampel. Ohne Herausgabejahr und Bestellnummer.
- "Karlsruhe - Architektur im Blick - Ein Querschnitt"
- Herausgeber: Annette Ludwig, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Röser Verlag, 2005, ISBN3-9805361-2-2
siehe auch
weitere Moninger.
del.icio.us
Mr.Wong
