Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

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Staatliche Akademie der Bildenden Künste
Blick von Moltkestraße aus

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe liegt in der Reinhold-Frank-Straße/Ecke Moltkestraße.

Geschichte

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe wurde 1854 vom damaligen Prinzregenten und späteren Großherzog Friedrich I. von Baden gegründet. Erster Direktor war der Düsseldorfer Landschaftsmaler Johann Wilhelm Schirmer (1807–1863), sowohl als Pädagoge als auch als eifriger Reformer mit verwaltungstechnischen Kenntnissen, entwickelte er ein außerordentlich fortschrittliches Lehrprogramm für die „Großherzogliche Kunstschule“. Es wurde nicht nur die im 19. Jahrhundert als avantgardistisch angesehene Landschaftsmalerei gefördert, sondern auch ein breites Angebot künstlerischer Disziplinen angestrebt. Innerhalb kurzer Zeit gewann die Ausbildungsstätte einen ausgezeichneten Ruf. Historische Künstlerpersönlichkeiten wie Carl Friedrich Lessing (1808-1880)[1]), später Hans Thoma (1839-1924) und nach dem Zweiten Weltkrieg Erich Heckel (1883-1970) beeinflussten die Akademie.

Brunnen 1906

Besondere Bedeutung erlangte die 1920 zur „Badischen Landeskunstschule“ umbenannte Akademie als Zentrum der Neuen Sachlichkeit, bevor das nationalsozialistische Regime die Reformbestrebungen unterbrach. Bekannte Künstler dieser Epoche wie August Babberger (1885-1936), Karl Hubbuch (1891-1979), Georg Scholz (1890-1945) sowie Wilhelm Schnarrenberger (1892-1966) wurden bereits Mitte des Jahres 1933 fristlos aus ihrem Lehramt entlassen und ihre Kunstwerke als „entartet“ diffamiert.

Nachdem 1942 Fliegerangriffe große Teile des Akademiegebäudes zerstört hatten und der Lehrbetrieb erheblich eingeschränkt war, wurde der Unterricht 1944 eingestellt. Im Wintersemester 1947/48 fand die Neueröffnung der zunächst „Badischen Akademie der bildenden Künste“ statt. Seit 1956 verfügt die Akademie zudem über eine Außenstelle in Freiburg. 1961 erhielt die als „Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe“ titulierte Hochschule eine Rektoratsverfassung. Gleichzeitig beschloss man im Zuge einer Reform, die angewandten Bereiche nicht mehr in das Lehrangebot aufzunehmen und dieses auf freie Kunst (Malerei, Bildhauerei, Zeichnung) zu konzentrieren. Ausgebildet werden seitdem ausschließlich bildende Künstler und Kunsterzieher für die gymnasiale Oberstufe. Dem ersten gewählten Rektor Prof. Gaensslen folgten der Bildhauer Prof. Hans Kindermann, die Maler Harry Kögler, Klaus Arnold und ab 1988 der Kunsthistoriker Dr. Andreas Franzke. Seit Herbst 2000 leitet der Maler Prof. Erwin Gross die Akademie als Rektor. Prorektoren sind die Professoren Ernst Caramelle und Harald Klingelhöller.

Geschichte auf einen Blick

Lichthof des Vordergebäudes
1854-1876 
Großherzogliche Kunstschule
1876-1892 
Großherzoglich-Badische Kunstschule
1892-1920 
Großherzoglich-Badische Akademie der Bildenden Künste
1920-1933 
Badische Landeskunstschule
1933-1944 
Badische Hochschule der Bildenden Künste
1947-1949 
Badische Akademie der Bildenden Künste
1949 
Staatliche Akademie der Bildenden Künste

Studium und Lehre

Lange Jahre galt die Karlsruher Akademie primär als „Malerakademie“. Den Neo-Expressionismus der 1980er Jahre vertraten namhaft Georg Baselitz und Markus Lüpertz. Wandlungsfähigkeit und Offenheit des Lehrbetriebs sorgen für eine selbstverständliche Durchmischung der verschiedenen künstlerischen Disziplinen. Auf dem Lehrplan steht die freie Kunst, also Malerei und Grafik, Bildhauerei und Zeichnung. Ebenso werden Kunsterzieherinnen und -erzieher für die Gymnasiale Oberstufe ausgebildet. Mit rund 300 Studierenden gehört die Akademie zu den kleineren spezialisierten Kunsthochschulen und ist heute eine Einrichtung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eine Vielzahl großzügiger Ateliers garantieren ausgezeichnete Studienbedingungen und die Werkstätten für Lithographie, Siebdruck, Radierung, Stein-, Metall- sowie Gipsbearbeitung, Fotografie, Video Typographie und experimentelle Transferverfahren ermöglichen eine prinzipiell offene künstlerische Praxis im Kontext von Tradition und Aktualität.

Die Ausbildung der Studierenden findet im gemeinsamen Klassenverband statt. Theoretische Lehrveranstaltungen der Kunstgeschichte und -didaktik sowie Gastvorträge ergänzen das praktische Studium. Charakteristisch für das Studium an der Akademie ist die Tatsache, dass freie Künstler, die aktiv im Berufsleben stehen, ihre Erfahrung an junge Menschen weitergeben und sie so auf das Künstlerleben vorbereiten. Im Zentrum des Lehrangebots stehen nicht Rezepte, sondern künstlerische Positionen, die den Studierenden als Beispiel und Anregung dienen, für sich selbst gestalterische Möglichkeiten zu entwickeln und originelle Antworten zu finden. In diesem Rahmen werden auch die Kunsterzieher für die gymnasiale Oberstufe ausgebildet.

Derzeit (Stand: Juli 2007) sind an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe folgende Professoren als künstlerische Lehrer tätig: Franz Ackermann, Silvia Bächli, Stephan Balkenhol, John Bock, Ernst Caramelle, Helmut Dorner, Erwin Gross, Axel Heil, Leni Hoffmann, Harald Klingelhöller, Gustav Kluge, Meuser, Daniel Roth, Marijke van Warmerdam und Corinne Wasmuht. Die kunstwissenschaftlichen Professoren sind: Dr. Rainer Metzger und Dr. Klaus Theweleit.

Bedeutende Lehrer

Immer wieder gelang es, bedeutende Lehrerinnen und Lehrer für die Akademie zu gewinnen: Angefangen bei Johann Wilhelm Schirmer, Ferdinand Keller über Hans Thoma, Wilhelm Trübner sowie Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger, Erich Heckel, HAP Grieshaber, Georg Meistermann[2], Emil Schumacher[3][4], Horst Antes, Wilhelm Loth[5], Georg Baselitz und Markus Lüpertz bis zu den gegenwärtig an der Akademie lehrenden Professoren und Professorinnen. Zusätzlich nehmen und nahmen namhafte Gastdozenten aus dem In- und Ausland Lehraufträge wahr.

Namhafte Absolventen

Zu den namhaften Absolventen der Akademie gehören unter anderen

Literatur

  • Das Buch zur 150-Jahrfeier. Die Geschichte der Kunstakademie Karlsruhe in Bildern und Texten.
    • Die Veröffentlichung enthält Beiträge u.a. von Karl-Ludwig Hofmann, Dr. Rudolf Theilmann, Dr. Ulrich Loock, Prof. Dr. Klaus Gallwitz, Prof. Dr. Andreas Franzke, Prof. Dr. Heusinger von Waldegg.
    • Das Buch ist im Swiridoff Verlag Künzelsau erschienen und kostet als Softcover 30 Euro, als Hardcover 45 Euro.
    • Bestellung über die Kunstakademie per Telefon oder E-Mail auf Rechnung zzgl. Portokosten
  • Leo Mülfarth: „Kleines Lexikon Karlsruher Maler“. Badenia Verlag Karlsruhe, 1987 ISBN 3-7617-0250-7
  • Debütantenkataloge
    • Dimitrios Chalatsis, 25.11-08.12.2006
    • Donna Stolz, 25.11-08.12.2006
    • Tinka Stock, 26.11.-10.12.2005
    • Esther Strub, 26.11.-10.12.2005
    • Nicole Bianchet, 21.01.-02.02.2005
    • Michael Stumpf, 21.01.-02.02.2005
    • Jan Burmester, "Viel Arbeit", 15.11.-30.11.2002
    • Ana Laibach, 15.11.-28.11.2003
    • Olaf Quantius / Christine de la Garenne, 18.11.-02.12.2000
    • Peter Pumpler, 18.11.-02.12.2000
    • Peter Rollny, 15.11.-30.11.2002

Meisterschüler-Kataloge

TOP 07 Meisterschüler
Kunsthalle Mannheim 03.06.-15.07.2007
Marburger Kunstverein 28.07.-02.09.2007
Eine Publikation mit 27. Einzelbeiträgen Karlsruhe
ISBN 3-937014-72-1 // 978-3-937014-72-2, Broschiert Zahlreiche s/w – und Farbabbildungen
Modo-Verlag Freiburg i. Brsg. 24 Euro
TOP 06 MeisterschülerInnen
Kunstverein Freiburg 08.04. - 14.05.2006
Columbus Art Foundation 24.05. - 04.08.2006
Eine Publikation mit Einzelbeiträgen von 19 Teilnehmern Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
ISBN 3-937014-45-4, Printed in Germany Broschiert, dt./engl. zahlreiche s/w- und Farbabbildungen
modo Verlag Freiburg i. Brsg. 22 Euro
TOP 05 MeisterschülerInnen
Heidelberger Kunstverein. 08.04. - 12.07.2005
Eine Publikation mit Einzelbeiträgen von 23 Teilnehmer Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
ISBN 3-88190-366-6 Broschiert, zahlreiche s/w- und Farbabbildungen INFO Verlag Karlsruhe, 25 Euro
TOP 04 MeisterschülerInnen
Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim e.V. 06.06. - 04.07.2004
Eine Publikation mit Einzelbeiträgen von 22 TeilnehmerInnen Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
ISBN 3-88190-366-6 Broschiert, zahlreiche s/w- und Farbabbildungen INFO Verlag Karlsruhe, 25 Euro
TOP 03 MeisterschülerInnen
Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 24.05. - 29.06.2003
Eine Publikation mit Einzelbeiträgen von 24 TeilnehmerInnen, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
ISBN 3-88190-334-8 228 Seiten, broschiert, zahlreiche s/w- undFarbabbildungen INFO Verlag Karlsruhe, 20 Euro
TOP 02 MeisterschülerInnen
Kunstverein Offenburg/Mittelbaden, Städtische Galerie. 25.05. - 16.06.2002 vergriffen
TOP 01 MeisterschülerInnen
Ausstellung im Schloss Bruchsal 27.05. - 01.07.2001 vergriffen

Die Kataloge der TOP MeisterschülerInnen kann man beim Info Verlag GmbH – Lindemanns Bibliothek bestellen.

Adresse

Die Räume sind über drei Standorte verteilt – das Hauptgebäude mit Rückgebäude in der Reinhold-Frank-Straße 81/83, den Bildhauergarten in der Bismarckstraße 67 und Gut Scheibenhardt. Verwaltung und Bibliothek befinden sich in einer Gründerzeitvilla in der Nähe des Hauptgebäudes. Die Außenstelle Freiburg hat die Adresse Kirchstraße 4.

Verwaltung und Bibliothek

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
Reinhold-Frank-Straße 67
76133 Karlsruhe
Telefon: (07 21) 926 - 5205
Telefax: (07 21) 926 - 5206
E-Mail: mail(at)kunstakademie-karlsruhe.de

Hauptgebäude

Dieser Ort im Stadtplan:

(H)  nächste Haltestelle: Kunstakademie   

Weblinks

Fußnoten

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Friedrich_Lessing
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Meistermann
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Schumacher
  4. http://www.artfacts.net/index.php/pageType/artistInfo/artist/611
  5. http://www1.karlsruhe.de/Kultur/Galerie/Beendet/loth.htm