Mundartlexikon
Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Das Mundartlexikon zur Karlsruher Mundart.
Inhaltsverzeichnis Ortsnamen Wunschliste Grammatik Betonung Weblinks
Wörter: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Ortsnamen
Über die Jahre und meist auch aus alter Zeit haben sich verschiedene mundartliche Bezeichnungen für Orte etabliert. Hier sollen einige dieser Namen gesammelt und "übersetzt" werden.
- Biechä
- Büchig (Stutensee, Bretten)
- Bietje
- das badische Bietigheim
- Bredde
- Bretten
- Brusl
- Bruchsal
- Därddinge
- Oberderdingen
- Dorlach, Letschebach
- Durlach (Karlsruher Stadtteil)
- Durmesche
- Durmersheim
- Eggschdoi
- Eggenstein (zu Eggenstein-Leopoldshafen)
- Eligse
- Elchesheim, Teil von Elchesheim-Illingen
- Etje
- Ötigheim
- Forche
- Forchheim (zu Rheinstetten)
- Gochze, Gochse
- Kraichtal-Gochsheim
- Grawe
- Graben (zu Graben-Neudorf)
- Grobach
- Untergrombach, Obergrombach
- Hochschdedde
- Hochstetten (zu Linkenheim-Hochstetten)
- Huddene
- Huttenheim (zu Philippsburg)
- Iffze
- Iffezheim
- Kallsruh
- Karlsruhe
- Lielse
- Liedolsheim (zu Dettenheim)
- Linkene
- Linkenheim (zu Linkenheim-Hochstetten)
- Mannem / Monnem
- Mannheim
- Mihlburg
- Mühlburg (Karlsruher Stadtteil)
- Minzä
- Kraichtal-Münzesheim
- Nairait, Neeret
- Neureut (Karlsruher Stadtteil)
- Neijeberg
- Kraichtal-Neuenbürg
- Oftersche
- Oftersheim
- Owwaroise
- Kraichtal-Oberöwisheim
- Pfordze
- Pforzheim, ("Pfordzener Halbseckel")
- Rappele
- Rappenwört (Insel in Daxlanden, einem Karlsruher Stadtteil)
- Roise / Rhense / Rhonse
- Rheinsheim
- Ruße
- Rußheim (zu Dettenheim)
- Sankt Klee
- Sankt Leon-Rot
- Schbroandl
- Bretten-Sprantal
- Scherrburg
- Philippsburg
- Schreck, Leo, Leboldshafe
- Leopoldshafen, nach dem ehemaligen Ortsnamen Schröck (zu Eggenstein-Leopoldshafen)
- Unnaroise
- Kraichtal-Unteröwisheim
- Wängerte
- Weingarten (Baden)
- Woghaisl
- Waghäusel
- Wirmesche
- Würmersheim, Ortsteil von Durmersheim
Außerdem werden viele Ortsnamen schlichtweg "einfacher" ausgesprochen durch Auslassen eines Buchstabens, beispielsweise Daxlande statt Daxlanden, Lepoldshafe statt Leopoldshafen oder Reihhafe statt Rheinhafen. Die Endung -heim wird generell zu einem -e gekürzt, bspw. Helmse statt Helmsheim oder Forche statt Forchheim.
Wörterbuch
Für Mundart gibt es keine normierte Schreibung. Es wird versucht, möglichst phonetisch zu schreiben, trotzdem gibt es für ein und denselben Ausdruck verschiedene Schreibweisen (zum Beispiel "Gruschd" und "Kruschd"). Wenn die Variante den Anlaut betrifft, wird das Wort möglicherweise mehrfach aufgelistet.
A
- aa
- auch
- abschlage
- auseinander nehmen, auseinander bauen (beispielsweise Möbel)
- abschmiere
- verhauen
- adee
- Grußformel zum Abschied, von frz. "à dieu": "an Gott" ("Gott zum Gruße")
- Aggasalad
- Feldsalat, Rapunzel (siehe auch Sonnewerwele)
- Amais
- Ameise
- Audo
- Auto
- alange
- berühren, anfassen
- alla
- also
- alleweil
- Na also, ("Alleweil, alleweil, der Metzger schlacht sei Gail")
- annaschda
- anders
- Apflbutze
- Apfelrest aus Blüte, Kerngehäuse, Stängel und Resten des Fruchtfleisches
- arg
- sehr
- auswelle
- ausrollen (z.B. Plätzchenteig)
B
- Babbe
- Vater
- Babbedeggl
- Karton (Material; von "Pappdeckel"), auch als Bezeichung von "Führerschein" verwendet
- Babbichs Guutzl
- Jemand der einem nicht von der Seite weicht, wie ein "klebriges Bonbon".
- Babbler
- Schwätzer
- babbel mer koin schwätz mer net
- Red kein dummes Zeug.
- badsche
- schlagen, ohrfeigen
- bass uff
- pass auf, auch "bass aimol uff!" pass einmal auf (ermahnend)
- bebbe
- kleben, Im Skat: "Was bebbt, des bebbt" einmal ausgespielte Karten bleiben liegen (kleben)
- Bebber
- Aufkleber
- Beggagsell
- der Bäckergeselle
- Bengel
- grober Stock, Stecken
- bengle
- mit dem Stock vom Baum holen, ernten (z.B. Nüsse)
- Bibbeleskees
- der Quark ("Bibbeles" sind Küken)
- Bimberle
- Bubenzipfel
- Bixemilch
- die Büchsenmilch
- Blanierraub
- die Planierraupe
- Blaschdiggugg
- die Plastiktüte
- Blaukraut
- Rotkohl
- Bleedsinn
- Blödsinn
- Bobbele
- Baby ("Erschtklässler Bobbele, trinkt jo noch des Schobbele")
- bobble
- mit Kleinkindern schmusen
- Bollemitz
- die Pudelmütze
- Breedle
- Keks (von "Brötchen")
- bressiere
- drängeln, eilen
- Briggel
- Prügel, grober Stock
- Briggele
- kleiner Stock
- Brih
- Brühe, schlechtes Bier, Putzwasser, seltsames flüssiges Etwas, Hitze (ä Brihhitz isch des heit widda)
- Brogge
- Brocken, ("Net bloß Brih, a Brogge!")
- Bröggeleshuuschde
- Erbrechen, Kotzerei
- Bruddler
- eine Person, die häufig nörgelt, meckert ("bruddle" ist nörgeln)
- Bubespitzle
- Schupfnudeln (Teigwaren aus Kartoffelteig, werden angebraten und mit Sauerkraut und Speck gegessen)
- Buddabretschl
- Butterbrezel
- Budslumbe
- der Putzlappen, das Bodenwischtuch
- Buggl
- Hügel oder Rücken, ("De Buggl nuff", den Berg hinauf), ("Kannsch mer mol de Buggl nunner rudsche!", Du bist mir gleichgültig!)
- butze
- putzen
D
- dabbe
- laufen, gehen, treten
- dahoim
- zu Hause (vereinzelt auch "dehoim" oder "dehaim", in der Hardt "deheem")
- Dambedei
- Gebäck aus süßem Hefeteig in Männchenform, Augen aus Rosinen (norddeutsch: Stutenkerl, Rheinisch: Weckmann)
- Debbich
- Bettdecke, Wolldecke
- Debbichbadscher
- der Teppichklopfer
- denksch ma helfe dro, dasse...?
- Hilfst du mir, daran zu denken, dass ich...?
- do niwwa, do naa, do hanne no
- dort hinüber, dorthin, hier hin
- druff hogge
- draufsitzen, sich draufsetzen
- Droddwar
- Der Gehweg, Bürgersteig (von französisch trottoir)
- dsidssinass
- (d' Sids sin nass) die Sitze sind nass
- doddlvoll
- satt, mehr als satt
E
- ebbes
- etwas
- ebbes was de Bebbes nix ageht
- das geht dich nichts an
- Eggepfetzer
- "Herumlungerer"
- eh
- sowieso
F
- Faasenachder
- der Fasnachter; eine Person, die gerne Fastnacht feiert
- Ferz
- unnütze Dinge, Lügengeschichten, "Jo, mach koi Ferz", (ungläubiges Staunen)
- fezze
- pfetzen, kneifen
- Fezze
- (Papier-)Schnitzel, abgetragenes Kleidungsstück
- Fiiß
- alles ab Leiste abwärts, (die drei Karlsruher Köperteile: "De Rissle, de Ranze un d'Fiiß")
- Flaischkiichle
- Frikadellen
- forzdrogge
- furztrocken (umgangssprachlich), überaus trocken
- Fra
- die Frau (d'Fra - meine Frau)
- Friehschobbe
- Frühschoppen (geselliges Beisammensein mit Musik und Bier am Morgen)
- frogsch noch?
- selbstverständlich
G
- Gaadehidd
- die Gartenhütte
- Gail
- Pferde
- gautsche
- schaukeln, wippen (Stuhl oder Schaukel)
- Gebabbl
- das Geschwätz
- Gel(w)ariiwe
- Karotten
- Gfräs
- eine schlechte Mahlzeit, allgemein auch Mist, Quatsch
- Gilfer
- ein schriller Schrei
- gilfe
- schrill schreien (kleine Kinder machen das gern)
- Glaidabiigl
- der Kleiderbügel
- Gnaisle
- Brotanschnitt, -ende
- gnitz
- intelligent, hübsch, bezaubernd; verschmitzt, pfiffig
- gnitze Grodd
- kleines entzückendes Mädchen
- Goanstrauwe
- Johannisbeeren
- Goggl
- Hahn
- Gosch
- Mund
- Grodd
- (von "Kröte"?) Kind, Mädchen (positiv oder negativ verwendet)
- G'schäft
- Arbeit; "ins G'schäft gehe": ins Büro gehen, zur Arbeit gehen; "ä G'schäft mache": Stuhlgang verrichten
- Gugg
- Tüte
- gugge
- schauen
- guggebabbe
- tütenkleben
- Gugg emol ind Gugg, do isch noch a Guutsl drin.
- Schau einmal in die Tüte, da ist noch ein Bonbon drin.
- Guutsl
- Bonbon
- grad hewe denkt, dass e grumm denkt hätt
- Gerade habe ich gedacht,....
- Grumbiere
- die krumme Beere, Grundbirne, gemeint ist die Kartoffel (siehe auch serbokroatisch Krumpir = Kartoffel)
- Gruschd
- Kram, Gerümpel
- gruschdle
- herumkramen
- Grodd
- kleines Mädchen
- Gschmäckle
- Geschmack, auch unangenehmer Beigeschmack (auch im übertragenen Sinne: etwas Anrüchiges)
- Gschpritzdes
- Bier mit Mineralwasser
- Gselz
- Konfitüre (umgangssprachlich: Marmelade)
- Gselzbrot
- Marmeladenbrot
- Gsongveroi
- der Gesangsverein
- Gwedsche
- die Zwetschge
- Gweniglich
- Gerade wenn man es nicht erwartet passiert es! (Das Wort ersetzt für gewöhnlich den ganzen Satz)
H
- Haffe
- der Topf
- hajo
- ja (betont)
- hanoi
- nein (betont)
- Halbseckel
- Halbgebildeter, siehe auch Seckel
- heebe
- festhalten (Achtung: es heißt nicht heben)
- heeb emole
- Halt (ein)mal (fest)
- hen
- (wir) haben, ("Mir hen dahoim en alde Reisbrei...")
- hewwe
- (ich) habe, "Grad hewwe denkt, dass e krumm denkt hätt"
- her
- he (empört)
- hii
- kaputt ("Jedz isch de Karre hii, kannsch en grad zum Böhler bringe...")
- hii mache
- kaputt machen, ("I mach de hii", Ich schlag' dich tot!)
- hinner
- daran hindern (Hinner me net dra des zu mache)
- hinnere
- nach hinten
- Hinnere
- der Hintern
- Hobbele
- der Tannen- oder Kiefernzapfen
- hogge
- sitzen
- huddle
- schnell und schlampig durchführen (meist als Warnung: "numme net huddle!")
- Huschdeguuzl
- der/das Hustenbonbon
- jezerd
- jetzt
- jezerdjez
- siehe auch "alleweil"
I
- Idipfle
- i-Punkt
- Idipfles-Schaißa
- Korinthenkacker, Pedant, kleinlicher Mensch, Erbsenzähler
K
- Kaffeemehl
- Kaffeepulver
- Karch
- Karre, (abfällig) Auto
- Käppsele
- Gewitzter Mensch, aber: "E Käppsele, des isch von de Bleede de Gscheidscht"; auch: kleiner Deckel, z.B. Kronkorken
- Kerschdeblotza
- Kirschenkuchen
- Keschte
- (Ross)Kastanien, Esskastanien, Maroni
- Kicheschorz
- die Küchenschürze
- Kichewoog
- die Küchenwaage
- Kiddl
- Jacket (von Kittel)
- Kischd
- Kiste
- Knaisle
- Brotkanten, Anschnitt
- koi
- keine (siehe auch Autokennzeichen KA: "Koi Ahnung")
- komm, geh fort!
- Wirklich? (erstaunt, zweifelnd)
- Kusseng
- der Cousin, der Vetter
- Kraut
- Kohl
- Krautwiggl
- Kohlroulade
- Kruschd
- Ansammlung meist kleiner, nicht näher bezeichneter Dinge, ähnlich wie "Ferz"
- Kuhbumbl
- ein sehr zähes Stück Fleisch
L
- Labb
- der Mund (von "Klappe") ("willsch oins uff d'Labb nuff?" Gleich gibt es Schläge!, "hal dei Lapp!" Sei still!
- Labbe
- Lumpen, Führerschein ("Hasch de Lappe weg?")
- Laatsche (Subs.)
- Schuhe
- laatsche (Verb)
- (umher)laufen
- Latsche (Subs.)
- Großer Mensch. Unbeholfener Trottel
- latsche (Adj.)
- betrunken
- Lätsch
- der Mund, schmollender Gesichtsausdruck
- lipfe, lupfe
- hochheben
M
- Maulschell
- die Ohrfeige
- Mauldasch
- gefüllte Teigtaschen
- Merpsle
- süßes Stückchen aus Plunderteig
- Middag
- der Mittag, der Nachmittag
- Millich
- Milch
- mir
- wir ("mir hen" - "wir haben")
- moinsch?
- glaubst du wirklich? (zweifelnd)
- Mugg
- Stubenfliege
N
- nablozze, nabengle
- hinfallen (Ein spezieller badischer Kirschkuchen heißt "Kerscheblozza")
- na isch a!
- man kanns nicht mehr ändern, nun ist es auch egal.
- naa
- hin
- naabringe
- hinkriegen, erreichen, reparieren
- naahogge
- hinsetzen
- nai
- je nach Kontext "hinein" oder "neu"
- naidabbt!
- reingefallen!
- Neeret
- Neureut
- niwerzus
- hinüber
- nuff, nuffzuus
- hinauf
- nunna
- hinunter
O
- obbachtgewe
- aufpassen, achtgeben
- Oima
- Eimer
- Oxeaug
- Ochsenauge (Spiegelei)
P
- Pärrick
- die Perücke
- Peederle / Peederling
- Petersilie
- Pfipfes
- Erkältung
- Pimperle
- das männliche Geschlechtsteil (Kindersprache)
R
- Rabbele mache
- Wasser lassen (hauptsächlich, aber nicht nur bei Kindern gebräuchlich)
- Raddegiggl
- der Rattenkot, sehr beleidigendes Schimpfwort für einen durchtriebenen Menschen
- Radler
- Bier mit Zitronenlimonade
- (mit de) Rädle scharre
- mit durchdrehenden Rädern anfahren
- Ranze
- Bauch, auch Rucksack ("Schuleranze")
- Ranzeblitze
- Magenschmerzen
- Rauchfleisch
- Räucherspeck
- rearre
- regnen (s´reat : es regnet)
- Reihaafe
- der Rheinhafen
- Reisbrei
- Milchreis
- Ribble
- Kasseler, Stück Schokolade
- richte
- reparieren, zurechtlegen
- riwerzus
- herüber
- Rosebebbele
- der Rosenkohl
- Roderiiwe
- Rote Beete
S
- Saich / Soach
- schlechte Sache
- Saichbrih / Soachbrih
- ekelhaftes Getränk, schmutziges Wasser
- Saura Schbruudl
- Mineralwasser
- schaffe
- arbeiten
- Schaier
- Scheune
- Schairedoor
- Scheunentor
- Schalkadoffl
- Pellkartoffel
- Schbetzlesschwob
- Spätzledrücker, Kartoffelpresse
- Scheedlweh
- Kopfschmerzen
- scherre
- kratzen, scharren
- Schell
- Klingel (Karlsruher Zungenbrecher: "Schelle se net an sellere Schell, selle Schell schellt net. Schelle se an sellerer Schell, selle Schell schellt!")
- Schlabbe
- der Schuh, der Hausschuh
- Schbeezi
- Cola mit Limonade
- Schbinnehuddle
- Spinnweben
- Schbordla
- Sportler
- Schdaffl
- kurze Treppe, meist Hauseingangstreppe
- Schdroseba
- die Straßenbahn
- schdupfe
- stechen, pieksen
- Schdaubzugga
- Puderzucker
- schdauche
- treten
- Schäufele
- gebratene Schweineschulter
- Schlambale/Schlamba-Mepple
- Federmäppchen, in dem Stifte etc. ungeordnet gesammelt werden (wenn man darin "ebbes" finden will, muss man erst "gruschdle")
- Schlegl
- Keule (z.B. beim Huhn)
- Schleggsl
- Marmelade
- schlozze
- lutschen, trinken
- schmecke
- schmecken, auch: riechen. "Des schmeckt ma ga net" bedeutet "Das passt mir nicht in den Kram".
- Schnebberle / Schnäbberle
- eigentlich das männliche Geschlechtsorgan, daher der Ausdruck: "uff 'm Schnebberle sitze" für "auf der Stuhlkante sitzen" (auch aus Platzmangel); auch gebräuchlich für "auf dem Sprung sein", "gleich gehen müssen".
- schnipfle
- schneiden
- Schnoog
- Stechmücke (von Schnake, wie die Tiere in Süddeutschland genannt werden)
- Schnoogebubbl, Schnoogebobbl
- die Schwellung infolge eines Mückenstiches
- Schobbele
- Babyflasche (von Schoppen)
- Schrupfer, Schdrupfa
- Schubber, siehe auch (Budslumbe)
- schugge
- schubsen, stoßen
- Seckel
- Idiot, siehe auch "Halbseckel" und Kepsele
- Seia
- Sieb
- seie
- sieben
- sella/selle
- jene(r), der/die dort ("des kannsch halde wie sella uffm Dach" bedeutet: "das kannst du machen, wie du willst", "das kannst du halten wie der Dachdecker")
- Sellerich
- Sellerie
- Sonn
- Sonne (dsonn : die Sonne)
- Sonnewerwele
- Feldsalat, Rapunzel (siehe auch Aggasalad)
- Spreißel
- (Holz-)Splitter ("einen Spreißel haben" kann auch bedeuten: "einen Knall/Vogel haben"/"verrückt sein")
- Steeg
- Treppe (von Steige, Stiege)
- Suchsch ma helfe?
- Hilfst du mir beim Suchen?
- Supp
- Suppe (auch als Schimpfwort verwendet: "du bleede Supp" - etwa auf dem Niveau von "blöde Kuh")
T
- Traible
- rote Johannisbeeren
- Trottwah
- Bürgersteig, von frz: Trottoir
U
- uffbasse
- aufpassen, achtgeben
- uffrabble
- sich aufrappeln
- Uffschnidt
- Aufschnitt, die badische Wurstsorte mit "U"
V
- vabutze
- leiden können
- vahebe
- unterdrücken (Lachen, Harndrang etc.)
- valache
- auslachen
- vasauboidle
- verlegen, verschlampen, verlieren
- vasohle
- (Hintern) verhauen
- vasoige
- aufräumen, an seinen Platz stellen
- vazeehle
- erzählen
- Verheierte
- "Verheiratete", Grumbiereschnitz un Schpätzle, Gaisburger Marsch
W
- Wainachtsbreedlen
- Plätzchen (siehe auch: Breedlen)
- waisch
- weißt du (erklärendes Anhängsel)
- Watsch
- Ohrfeige
- Wefz
- Wespe (Plural: Wefzge)
- Wegg, Weggle
- das Brötchen
- Weggmeel
- Paniermehl, Semmelbrösel
- weller, welle
- welcher (siehe auch seller), welcher
- Wellholz, Werglholz
- Nudelholz, Kuchenrolle
- Welschkorn
- Mais
- Woaschd
- die Wurst
- worre
- geworden (bisch nass (g)worre? - Bist du nass geworden?)
- Wutz
- Schwein
Z
- zamme
- zusammen, gemeinsam
- zamme nausdabbe
- "gemeinsam hinauslaufen", bezeichnet unter KSC-Anhängern den gemeinsamen Fußmarsch von der Innenstadt ins Wildparkstadion.
- Zwetschgä
- Zwetschgen (Pflaumenart)
- zwoi woiche Oia in oinare Roi
- zwei weiche Eier in einer Reihe (Spruch, der dazu dient, echte Badener von Wahl-Badenern zu unterscheiden)
- Zwuggl
- sehr kleine Person
Wunschliste
Fehlende Einträge sind auf der Wunschliste.
Grammatik
Auch in der Grammatik gibt es Unterschiede zum Hochdeutschen.
2. Fall
Der 2. Fall (Genetiv) wird folgendermaßen gebildet: Evas Sachen - Das isch de Eva ihr Krempl. Stefans Sachen - Das isch em Stefan sei Krempl.
3. oder 4. Fall
Im Hochdeutschen heißt es "jemanden anrufen" (4. Fall, Akkusativ), im Badischen verwendet man den 3. Fall (Dativ), es heißt also "jemandem anrufen". "Rufst du mich morgen an?" heißt also übersetzt ins Badische "Dusch me moaige arufe?"
Hilfsverb "tun"
Häufig wird das Verb "tun" als Hilfsverb eingesetzt, was den Vorteil hat, dass man nur "tun" beugen muss und die jeweiligen Vollverben in der Grundform verwendet werden können. Besonders auch als Ersatz von "würde" beim Konjunktiv. "Dädsch du ebbes mache?" (Würdest (Tätest) du sowas tun?)
Grammatisches Geschlecht
Manche Hauptwörter haben im Badischen ein anderes Geschlecht als im Hochdeutschen:
- Hochdeutsch/Badisch
- der Bach/die Bach
- (historisch, noch in Flur- und Gewässernamen sichtbar, Gewerbegebiet "An der Bach" Rheinstetten, "Alte Bach" im Landschaftsschutzgebiet "Füllbruch - Vokkenau" Stutensee, siehe auch Hagsfeld (Stadtteilplan), Saalbach)
- die Butter/der Butter
- der Kiosk/das Kiosk
- der Teller/das Teller
Besitzanzeigende Fürwörter
Bei Verwandtschaftsbeziehungen werden häufig keine besitzanzeigenden Fürwörter benutzt.
- d'Fra/meine Frau
- d'Omma/meine Großmutter
- d'Mama/meine Mutter
Artikel bei Personeneigennamen
In Abweichung vom Hochdeutschen haben Vornamen grundsätzlich einen Artikel. Die Lisa, der Markus'.
"als"
"Als" wird im Badischen nicht nur für Vergleiche ("größer als", "dünner als", ..) benutzt. Gerne wird es auch im Sinne von "manchmal" verwendet: "ich geh als auch schwimmen" ("i geh als aa schwimme") , "Peter ist als auch zornig" ("d'Peeda isch als aa bees").
"wie"
Der Badner hat ein Ur-Problem. Er kann nicht zwischen "als" und "wie" unterscheiden. Sagt er "der Bub isch awwa größer wie die Kloi do hinne", dann darf man ihm das nicht übelnehmen. Seine Spracherziehung trägt Schuld, denn Unterscheidungen werden im Badischen mit "wie" getroffen.
"obwohl dass"
Das Bindewort "obwohl" wird im Badischen immer mit "dass" verknüpft.
Betonung
Die Betonung ist ein kompliziertes Kapitel. Das Folgende lässt sich sicher in einen größeren linguistischen Zusammenhang bringen. Aber zunächst so viel:
Im Badischen wird anders betont als im Hochdeutschen. Das fängt schon bei der Aussprache der Stadt Karlsruhe an. Im Hochdeutschen betont man auf der vorletzten Silbe: "Karls'ruhe". Die Badener hingegen betonen auf der ersten Silbe: "'Karlsruh(e)"
Auffällig ist auch die angepasste Aussprache französischer Namen:
- Badisch/Französisch
- 'Balkon/Bal'kon
- 'Jaqueline/Jaque'line
- 'Nadine/Na'dine
- 'Nicole/Ni'cole
- 'Pascal/Pas'cal
- 'René/Re'né
- 'Yvonne/Y'vonne
del.icio.us
Mr.Wong
