Mundartlexikon

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Das Mundartlexikon zur Karlsruher Mundart.

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Ortsnamen

Über die Jahre und meist auch aus alter Zeit haben sich verschiedene mundartliche Bezeichnungen für Orte etabliert. Hier sollen einige dieser Namen gesammelt und "übersetzt" werden.

Biechä 
Büchig (Stutensee, Bretten)
Bietje 
das badische Bietigheim
Bredde 
Bretten
Brusl 
Bruchsal
Därddinge 
Oberderdingen
Dorlach, Letschebach 
Durlach (Karlsruher Stadtteil)
Durmesche 
Durmersheim
Eggschdoi 
Eggenstein (zu Eggenstein-Leopoldshafen)
Eligse 
Elchesheim, Teil von Elchesheim-Illingen
Etje 
Ötigheim
Forche 
Forchheim (zu Rheinstetten)
Gochze, Gochse 
Kraichtal-Gochsheim
Grawe 
Graben (zu Graben-Neudorf)
Grobach 
Untergrombach, Obergrombach
Hochschdedde 
Hochstetten (zu Linkenheim-Hochstetten)
Huddene 
Huttenheim (zu Philippsburg)
Iffze 
Iffezheim
Kallsruh 
Karlsruhe
Lielse 
Liedolsheim (zu Dettenheim)
Linkene 
Linkenheim (zu Linkenheim-Hochstetten)
Mannem / Monnem 
Mannheim
Mihlburg 
Mühlburg (Karlsruher Stadtteil)
Minzä 
Kraichtal-Münzesheim
Nairait, Neeret 
Neureut (Karlsruher Stadtteil)
Neijeberg 
Kraichtal-Neuenbürg
Oftersche 
Oftersheim
Owwaroise 
Kraichtal-Oberöwisheim
Pfordze 
Pforzheim, ("Pfordzener Halbseckel")
Rappele 
Rappenwört (Insel in Daxlanden, einem Karlsruher Stadtteil)
Roise / Rhense / Rhonse 
Rheinsheim
Ruße 
Rußheim (zu Dettenheim)
Sankt Klee 
Sankt Leon-Rot
Schbroandl 
Bretten-Sprantal
Scherrburg 
Philippsburg
Schreck, Leo, Leboldshafe 
Leopoldshafen, nach dem ehemaligen Ortsnamen Schröck (zu Eggenstein-Leopoldshafen)
Unnaroise 
Kraichtal-Unteröwisheim
Wängerte 
Weingarten (Baden)
Woghaisl 
Waghäusel
Wirmesche 
Würmersheim, Ortsteil von Durmersheim

Außerdem werden viele Ortsnamen schlichtweg "einfacher" ausgesprochen durch Auslassen eines Buchstabens, beispielsweise Daxlande statt Daxlanden, Lepoldshafe statt Leopoldshafen oder Reihhafe statt Rheinhafen. Die Endung -heim wird generell zu einem -e gekürzt, bspw. Helmse statt Helmsheim oder Forche statt Forchheim.

Wörterbuch

Für Mundart gibt es keine normierte Schreibung. Es wird versucht, möglichst phonetisch zu schreiben, trotzdem gibt es für ein und denselben Ausdruck verschiedene Schreibweisen (zum Beispiel "Gruschd" und "Kruschd"). Wenn die Variante den Anlaut betrifft, wird das Wort möglicherweise mehrfach aufgelistet.

A

aa 
auch
abschlage 
auseinander nehmen, auseinander bauen (beispielsweise Möbel)
abschmiere 
verhauen
adee 
Grußformel zum Abschied, von frz. "à dieu": "an Gott" ("Gott zum Gruße")
Aggasalad 
Feldsalat, Rapunzel (siehe auch Sonnewerwele)
Amais 
Ameise
Audo 
Auto
alange 
berühren, anfassen
alla 
also
alleweil 
Na also, ("Alleweil, alleweil, der Metzger schlacht sei Gail")
annaschda 
anders
Apflbutze 
Apfelrest aus Blüte, Kerngehäuse, Stängel und Resten des Fruchtfleisches
arg 
sehr
auswelle 
ausrollen (z.B. Plätzchenteig)

B

Babbe 
Vater
Babbedeggl 
Karton (Material; von "Pappdeckel"), auch als Bezeichung von "Führerschein" verwendet
Babbichs Guutzl 
Jemand der einem nicht von der Seite weicht, wie ein "klebriges Bonbon".
Babbler 
Schwätzer
babbel mer koin schwätz mer net 
Red kein dummes Zeug.
badsche 
schlagen, ohrfeigen
bass uff 
pass auf, auch "bass aimol uff!" pass einmal auf (ermahnend)
bebbe 
kleben, Im Skat: "Was bebbt, des bebbt" einmal ausgespielte Karten bleiben liegen (kleben)
Bebber 
Aufkleber
Beggagsell 
der Bäckergeselle
Bengel 
grober Stock, Stecken
bengle 
mit dem Stock vom Baum holen, ernten (z.B. Nüsse)
Bibbeleskees 
der Quark ("Bibbeles" sind Küken)
Bimberle 
Bubenzipfel
Bixemilch 
die Büchsenmilch
Blanierraub 
die Planierraupe
Blaschdiggugg 
die Plastiktüte
Blaukraut 
Rotkohl
Bleedsinn 
Blödsinn
Bobbele 
Baby ("Erschtklässler Bobbele, trinkt jo noch des Schobbele")
bobble 
mit Kleinkindern schmusen
Bollemitz 
die Pudelmütze
Breedle 
Keks (von "Brötchen")
bressiere 
drängeln, eilen
Briggel 
Prügel, grober Stock
Briggele 
kleiner Stock
Brih 
Brühe, schlechtes Bier, Putzwasser, seltsames flüssiges Etwas, Hitze (ä Brihhitz isch des heit widda)
Brogge 
Brocken, ("Net bloß Brih, a Brogge!")
Bröggeleshuuschde 
Erbrechen, Kotzerei
Bruddler 
eine Person, die häufig nörgelt, meckert ("bruddle" ist nörgeln)
Bubespitzle 
Schupfnudeln (Teigwaren aus Kartoffelteig, werden angebraten und mit Sauerkraut und Speck gegessen)
Buddabretschl 
Butterbrezel
Budslumbe 
der Putzlappen, das Bodenwischtuch
Buggl 
Hügel oder Rücken, ("De Buggl nuff", den Berg hinauf), ("Kannsch mer mol de Buggl nunner rudsche!", Du bist mir gleichgültig!)
butze 
putzen

D

dabbe 
laufen, gehen, treten
dahoim 
zu Hause (vereinzelt auch "dehoim" oder "dehaim", in der Hardt "deheem")
Dambedei 
Gebäck aus süßem Hefeteig in Männchenform, Augen aus Rosinen (norddeutsch: Stutenkerl, Rheinisch: Weckmann)
Debbich 
Bettdecke, Wolldecke
Debbichbadscher 
der Teppichklopfer
denksch ma helfe dro, dasse...? 
Hilfst du mir, daran zu denken, dass ich...?
do niwwa, do naa, do hanne no 
dort hinüber, dorthin, hier hin
druff hogge 
draufsitzen, sich draufsetzen
Droddwar 
Der Gehweg, Bürgersteig (von französisch trottoir)
dsidssinass 
(d' Sids sin nass) die Sitze sind nass
doddlvoll 
satt, mehr als satt

E

ebbes 
etwas
ebbes was de Bebbes nix ageht 
das geht dich nichts an
Eggepfetzer 
"Herumlungerer"
eh 
sowieso

F

Faasenachder 
der Fasnachter; eine Person, die gerne Fastnacht feiert
Ferz 
unnütze Dinge, Lügengeschichten, "Jo, mach koi Ferz", (ungläubiges Staunen)
fezze 
pfetzen, kneifen
Fezze 
(Papier-)Schnitzel, abgetragenes Kleidungsstück
Fiiß 
alles ab Leiste abwärts, (die drei Karlsruher Köperteile: "De Rissle, de Ranze un d'Fiiß")
Flaischkiichle 
Frikadellen
forzdrogge 
furztrocken (umgangssprachlich), überaus trocken
Fra 
die Frau (d'Fra - meine Frau)
Friehschobbe 
Frühschoppen (geselliges Beisammensein mit Musik und Bier am Morgen)
frogsch noch? 
selbstverständlich

G

Gaadehidd 
die Gartenhütte
Gail 
Pferde
gautsche 
schaukeln, wippen (Stuhl oder Schaukel)
Gebabbl 
das Geschwätz
Gel(w)ariiwe 
Karotten
Gfräs 
eine schlechte Mahlzeit, allgemein auch Mist, Quatsch
Gilfer 
ein schriller Schrei
gilfe 
schrill schreien (kleine Kinder machen das gern)
Glaidabiigl 
der Kleiderbügel
Gnaisle 
Brotanschnitt, -ende
gnitz 
intelligent, hübsch, bezaubernd; verschmitzt, pfiffig
gnitze Grodd 
kleines entzückendes Mädchen
Goanstrauwe 
Johannisbeeren
Goggl 
Hahn
Gosch 
Mund
Grodd 
(von "Kröte"?) Kind, Mädchen (positiv oder negativ verwendet)
G'schäft 
Arbeit; "ins G'schäft gehe": ins Büro gehen, zur Arbeit gehen; "ä G'schäft mache": Stuhlgang verrichten
Gugg 
Tüte
gugge 
schauen
guggebabbe 
tütenkleben
Gugg emol ind Gugg, do isch noch a Guutsl drin. 
Schau einmal in die Tüte, da ist noch ein Bonbon drin.
Guutsl 
Bonbon
grad hewe denkt, dass e grumm denkt hätt 
Gerade habe ich gedacht,....
Grumbiere 
die krumme Beere, Grundbirne, gemeint ist die Kartoffel (siehe auch serbokroatisch Krumpir = Kartoffel)
Gruschd 
Kram, Gerümpel
gruschdle 
herumkramen
Grodd 
kleines Mädchen
Gschmäckle 
Geschmack, auch unangenehmer Beigeschmack (auch im übertragenen Sinne: etwas Anrüchiges)
Gschpritzdes 
Bier mit Mineralwasser
Gselz 
Konfitüre (umgangssprachlich: Marmelade)
Gselzbrot 
Marmeladenbrot
Gsongveroi 
der Gesangsverein
Gwedsche 
die Zwetschge
Gweniglich 
Gerade wenn man es nicht erwartet passiert es! (Das Wort ersetzt für gewöhnlich den ganzen Satz)

H

Haffe 
der Topf
hajo 
ja (betont)
hanoi 
nein (betont)
Halbseckel 
Halbgebildeter, siehe auch Seckel
heebe 
festhalten (Achtung: es heißt nicht heben)
heeb emole 
Halt (ein)mal (fest)
hen 
(wir) haben, ("Mir hen dahoim en alde Reisbrei...")
hewwe 
(ich) habe, "Grad hewwe denkt, dass e krumm denkt hätt"
her 
he (empört)
hii 
kaputt ("Jedz isch de Karre hii, kannsch en grad zum Böhler bringe...")
hii mache 
kaputt machen, ("I mach de hii", Ich schlag' dich tot!)
hinner 
daran hindern (Hinner me net dra des zu mache)
hinnere 
nach hinten
Hinnere 
der Hintern
Hobbele 
der Tannen- oder Kiefernzapfen
hogge 
sitzen
huddle 
schnell und schlampig durchführen (meist als Warnung: "numme net huddle!")
Huschdeguuzl 
der/das Hustenbonbon
jezerd 
jetzt
jezerdjez 
siehe auch "alleweil"

I

Idipfle 
i-Punkt
Idipfles-Schaißa 
Korinthenkacker, Pedant, kleinlicher Mensch, Erbsenzähler

K

Kaffeemehl 
Kaffeepulver
Karch 
Karre, (abfällig) Auto
Käppsele 
Gewitzter Mensch, aber: "E Käppsele, des isch von de Bleede de Gscheidscht"; auch: kleiner Deckel, z.B. Kronkorken
Kerschdeblotza 
Kirschenkuchen
Keschte 
(Ross)Kastanien, Esskastanien, Maroni
Kicheschorz 
die Küchenschürze
Kichewoog 
die Küchenwaage
Kiddl 
Jacket (von Kittel)
Kischd 
Kiste
Knaisle 
Brotkanten, Anschnitt
koi 
keine (siehe auch Autokennzeichen KA: "Koi Ahnung")
komm, geh fort! 
Wirklich? (erstaunt, zweifelnd)
Kusseng 
der Cousin, der Vetter
Kraut 
Kohl
Krautwiggl 
Kohlroulade
Kruschd 
Ansammlung meist kleiner, nicht näher bezeichneter Dinge, ähnlich wie "Ferz"
Kuhbumbl 
ein sehr zähes Stück Fleisch

L

Labb 
der Mund (von "Klappe") ("willsch oins uff d'Labb nuff?" Gleich gibt es Schläge!, "hal dei Lapp!" Sei still!
Labbe 
Lumpen, Führerschein ("Hasch de Lappe weg?")
Laatsche (Subs.) 
Schuhe
laatsche (Verb) 
(umher)laufen
Latsche (Subs.) 
Großer Mensch. Unbeholfener Trottel
latsche (Adj.) 
betrunken
Lätsch 
der Mund, schmollender Gesichtsausdruck
lipfe, lupfe 
hochheben

M

Muggeneschd (Kneipe) in Muggensturm
Muggeneschd (Kneipe) in Muggensturm
Maulschell 
die Ohrfeige
Mauldasch 
gefüllte Teigtaschen
Merpsle 
süßes Stückchen aus Plunderteig
Middag 
der Mittag, der Nachmittag
Millich 
Milch
mir 
wir ("mir hen" - "wir haben")
moinsch? 
glaubst du wirklich? (zweifelnd)
Mugg 
Stubenfliege

N

nablozze, nabengle 
hinfallen (Ein spezieller badischer Kirschkuchen heißt "Kerscheblozza")
na isch a! 
man kanns nicht mehr ändern, nun ist es auch egal.
naa 
hin
naabringe 
hinkriegen, erreichen, reparieren
naahogge 
hinsetzen
nai 
je nach Kontext "hinein" oder "neu"
naidabbt! 
reingefallen!
Neeret 
Neureut
niwerzus 
hinüber
nuff, nuffzuus 
hinauf
nunna 
hinunter

O

obbachtgewe 
aufpassen, achtgeben
Oima 
Eimer
Oxeaug 
Ochsenauge (Spiegelei)

P

Pärrick 
die Perücke
Peederle / Peederling 
Petersilie
Pfipfes 
Erkältung
Pimperle 
das männliche Geschlechtsteil (Kindersprache)

R

Rabbele mache 
Wasser lassen (hauptsächlich, aber nicht nur bei Kindern gebräuchlich)
Raddegiggl 
der Rattenkot, sehr beleidigendes Schimpfwort für einen durchtriebenen Menschen
Radler 
Bier mit Zitronenlimonade
(mit de) Rädle scharre 
mit durchdrehenden Rädern anfahren
Ranze 
Bauch, auch Rucksack ("Schuleranze")
Ranzeblitze 
Magenschmerzen
Rauchfleisch 
Räucherspeck
rearre 
regnen (s´reat : es regnet)
Reihaafe 
der Rheinhafen
Reisbrei 
Milchreis
Ribble 
Kasseler, Stück Schokolade
richte 
reparieren, zurechtlegen
riwerzus 
herüber
Rosebebbele 
der Rosenkohl
Roderiiwe 
Rote Beete

S

Saich / Soach 
schlechte Sache
Saichbrih / Soachbrih 
ekelhaftes Getränk, schmutziges Wasser
Saura Schbruudl 
Mineralwasser
schaffe 
arbeiten
Schaier 
Scheune
Schairedoor 
Scheunentor
Schalkadoffl 
Pellkartoffel
Schbetzlesschwob 
Spätzledrücker, Kartoffelpresse
Scheedlweh 
Kopfschmerzen
scherre 
kratzen, scharren
Schell 
Klingel (Karlsruher Zungenbrecher: "Schelle se net an sellere Schell, selle Schell schellt net. Schelle se an sellerer Schell, selle Schell schellt!")
Schlabbe 
der Schuh, der Hausschuh
Schbeezi 
Cola mit Limonade
Schbinnehuddle 
Spinnweben
Schbordla 
Sportler
Schdaffl 
kurze Treppe, meist Hauseingangstreppe
Schdroseba 
die Straßenbahn
schdupfe 
stechen, pieksen
Schdaubzugga 
Puderzucker
schdauche 
treten
Schäufele 
gebratene Schweineschulter
Schlambale/Schlamba-Mepple 
Federmäppchen, in dem Stifte etc. ungeordnet gesammelt werden (wenn man darin "ebbes" finden will, muss man erst "gruschdle")
Schlegl 
Keule (z.B. beim Huhn)
Schleggsl 
Marmelade
schlozze 
lutschen, trinken
schmecke 
schmecken, auch: riechen. "Des schmeckt ma ga net" bedeutet "Das passt mir nicht in den Kram".
Schnebberle / Schnäbberle 
eigentlich das männliche Geschlechtsorgan, daher der Ausdruck: "uff 'm Schnebberle sitze" für "auf der Stuhlkante sitzen" (auch aus Platzmangel); auch gebräuchlich für "auf dem Sprung sein", "gleich gehen müssen".
schnipfle 
schneiden
Schnoog 
Stechmücke (von Schnake, wie die Tiere in Süddeutschland genannt werden)
Schnoogebubbl, Schnoogebobbl 
die Schwellung infolge eines Mückenstiches
Schobbele 
Babyflasche (von Schoppen)
Schrupfer, Schdrupfa 
Schubber, siehe auch (Budslumbe)
schugge 
schubsen, stoßen
Seckel 
Idiot, siehe auch "Halbseckel" und Kepsele
Seia 
Sieb
seie 
sieben
sella/selle 
jene(r), der/die dort ("des kannsch halde wie sella uffm Dach" bedeutet: "das kannst du machen, wie du willst", "das kannst du halten wie der Dachdecker")
Sellerich 
Sellerie
Sonn 
Sonne (dsonn : die Sonne)
Sonnewerwele 
Feldsalat, Rapunzel (siehe auch Aggasalad)
Spreißel 
(Holz-)Splitter ("einen Spreißel haben" kann auch bedeuten: "einen Knall/Vogel haben"/"verrückt sein")
Steeg 
Treppe (von Steige, Stiege)
Suchsch ma helfe? 
Hilfst du mir beim Suchen?
Supp 
Suppe (auch als Schimpfwort verwendet: "du bleede Supp" - etwa auf dem Niveau von "blöde Kuh")

T

Traible 
rote Johannisbeeren
Trottwah 
Bürgersteig, von frz: Trottoir

U

uffbasse 
aufpassen, achtgeben
uffrabble 
sich aufrappeln
Uffschnidt 
Aufschnitt, die badische Wurstsorte mit "U"

V

vabutze 
leiden können
vahebe 
unterdrücken (Lachen, Harndrang etc.)
valache 
auslachen
vasauboidle 
verlegen, verschlampen, verlieren
vasohle 
(Hintern) verhauen
vasoige 
aufräumen, an seinen Platz stellen
vazeehle 
erzählen
Verheierte 
"Verheiratete", Grumbiereschnitz un Schpätzle, Gaisburger Marsch

W

Wainachtsbreedlen 
Plätzchen (siehe auch: Breedlen)
waisch 
weißt du (erklärendes Anhängsel)
Watsch 
Ohrfeige
Wefz 
Wespe (Plural: Wefzge)
Wegg, Weggle 
das Brötchen
Weggmeel 
Paniermehl, Semmelbrösel
weller, welle 
welcher (siehe auch seller), welcher
Wellholz, Werglholz 
Nudelholz, Kuchenrolle
Welschkorn 
Mais
Woaschd 
die Wurst
worre 
geworden (bisch nass (g)worre? - Bist du nass geworden?)
Wutz 
Schwein

Z

zamme 
zusammen, gemeinsam
zamme nausdabbe 
"gemeinsam hinauslaufen", bezeichnet unter KSC-Anhängern den gemeinsamen Fußmarsch von der Innenstadt ins Wildparkstadion.
Zwetschgä 
Zwetschgen (Pflaumenart)
zwoi woiche Oia in oinare Roi 
zwei weiche Eier in einer Reihe (Spruch, der dazu dient, echte Badener von Wahl-Badenern zu unterscheiden)
Zwuggl 
sehr kleine Person

Wunschliste

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Grammatik

Auch in der Grammatik gibt es Unterschiede zum Hochdeutschen.

2. Fall

Der 2. Fall (Genetiv) wird folgendermaßen gebildet: Evas Sachen - Das isch de Eva ihr Krempl. Stefans Sachen - Das isch em Stefan sei Krempl.

3. oder 4. Fall

Im Hochdeutschen heißt es "jemanden anrufen" (4. Fall, Akkusativ), im Badischen verwendet man den 3. Fall (Dativ), es heißt also "jemandem anrufen". "Rufst du mich morgen an?" heißt also übersetzt ins Badische "Dusch me moaige arufe?"

Hilfsverb "tun"

Häufig wird das Verb "tun" als Hilfsverb eingesetzt, was den Vorteil hat, dass man nur "tun" beugen muss und die jeweiligen Vollverben in der Grundform verwendet werden können. Besonders auch als Ersatz von "würde" beim Konjunktiv. "Dädsch du ebbes mache?" (Würdest (Tätest) du sowas tun?)

Grammatisches Geschlecht

Manche Hauptwörter haben im Badischen ein anderes Geschlecht als im Hochdeutschen:

Hochdeutsch/Badisch
der Bach/die Bach
(historisch, noch in Flur- und Gewässernamen sichtbar, Gewerbegebiet "An der Bach" Rheinstetten, "Alte Bach" im Landschaftsschutzgebiet "Füllbruch - Vokkenau" Stutensee, siehe auch Hagsfeld (Stadtteilplan), Saalbach)
die Butter/der Butter
der Kiosk/das Kiosk
der Teller/das Teller

Besitzanzeigende Fürwörter

Bei Verwandtschaftsbeziehungen werden häufig keine besitzanzeigenden Fürwörter benutzt.

d'Fra/meine Frau
d'Omma/meine Großmutter
d'Mama/meine Mutter

Artikel bei Personeneigennamen

In Abweichung vom Hochdeutschen haben Vornamen grundsätzlich einen Artikel. Die Lisa, der Markus'.

"als"

"Als" wird im Badischen nicht nur für Vergleiche ("größer als", "dünner als", ..) benutzt. Gerne wird es auch im Sinne von "manchmal" verwendet: "ich geh als auch schwimmen" ("i geh als aa schwimme") , "Peter ist als auch zornig" ("d'Peeda isch als aa bees").

"wie"

Der Badner hat ein Ur-Problem. Er kann nicht zwischen "als" und "wie" unterscheiden. Sagt er "der Bub isch awwa größer wie die Kloi do hinne", dann darf man ihm das nicht übelnehmen. Seine Spracherziehung trägt Schuld, denn Unterscheidungen werden im Badischen mit "wie" getroffen.

"obwohl dass"

Das Bindewort "obwohl" wird im Badischen immer mit "dass" verknüpft.

Betonung

Die Betonung ist ein kompliziertes Kapitel. Das Folgende lässt sich sicher in einen größeren linguistischen Zusammenhang bringen. Aber zunächst so viel:

Im Badischen wird anders betont als im Hochdeutschen. Das fängt schon bei der Aussprache der Stadt Karlsruhe an. Im Hochdeutschen betont man auf der vorletzten Silbe: "Karls'ruhe". Die Badener hingegen betonen auf der ersten Silbe: "'Karlsruh(e)"

Auffällig ist auch die angepasste Aussprache französischer Namen:

Badisch/Französisch
'Balkon/Bal'kon
'Jaqueline/Jaque'line
'Nadine/Na'dine
'Nicole/Ni'cole
'Pascal/Pas'cal
'René/Re'né
'Yvonne/Y'vonne

Weblinks

Persönliche Werkzeuge