FC Phönix Karlsruhe

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Wappen, um 1930

Der Karlsruher Fußballclub Phönix 1894 war ein Sportverein in Karlsruhe. Neben Fußball war vor allem die Leichtathletik-Abteilung erfolgreich. Eine andere Schreibweise des Vereinsnamens lautete „FC Phönix Alemannia Karlsruhe". Die Vereinsfarben waren Schwarz und Weiß.

Er ist einer der Vorgängervereine des Karlsruher SC.

Geschichte

Der FC Phönix Karlsruhe entstand im am 6. Juni 1894 als Reaktion einiger fußballinteressierter Turner auf die Weigerung der Karlsruher Turnvereine, eine Fußballabteilung zu gründen. Den ersten Sportplatz hatte der Verein auf der sogenannten „Körnerwiese", die sich zwischen der heutigen Weinbrennerstraße, Sofienstraße, Uhlandstraße und Körnerstraße befand. Ab 1896 wurden die Spiele auf dem Engländerplatz ausgetragen, im nächsten Jahr begann mit dem Beitritt zum Süddeutschen Fußballverband ein geregelter Spielbetrieb.

Zum Verein mit eigenen Statuten und passiven Mitgliedern wurde der FC Phönix erst 1898. Erster Vorsitzender wurde in diesem Jahr Gustav Stetzenbach.

Mit Artur Beier hatte der Verein einen Spieler, der sich auch um Organisatorisches kümmerte. So gehörte er zu den Mitbegründern des Süddeutschen Fußballverbandes und engagierte sich bei der Sportplatzsuche, die 1906 darin endete, dass Beier und Vereinsmitglied Lang auf private Kosten auf Neureuter Gemarkung ein Gelände kaufte, auf dem ein Sportplatz und ein Klubhaus errichtet wurden. Damit einher ging die Gründung einer Leichtathletikabteilung. Zu dieser Zeit war der Verein von 54 Mitgliedern im Jahr 1899 auf 150 Mitglieder angewachsen.

Bereits 1902 hatte der Student Franz Klotz, Vater des späteren Karlsruher Oberbürgermeisters Günther Klotz, eine Jugendabteilung gegründet. Motivation für diesen Schritt war der sich abzeichnende Zerfall des Vereins. Dem beginnenden Schwund an Mitspielern konnte auf diese Weise entgegengewirkt werden und die jungen Spieler konnten durch die geförderte Identifikation mit dem FC Phönix enger an diesen gebunden werden. Schon 1904 existierten drei Jugendmannschaften. Eine Fußballreise nach Straßburg gilt als die erste Reise dieser Art einer Deutschen Jugendmannschaft.

Einige der Spieler, die über die Jugendabteilung zum Verein fanden, unter Ihnen der spätere Vereinsvorsitzende Karl Wegele, gehörten zu jener Mannschaft, die von Artur Beier angeführt im Jahr 1909 gegen den Titelverteidiger Viktoria 89 Berlin die Deutsche Fußballmeisterschaft gewann.

1912 fusionierte der FC Phönix mit dem FC Alemannia Karlsruhe. Die 1897 gegründete Alemannia brachte neben einer spielstarken Mannschaft, die 1910 den Goldenen Pokal der Stadt Mannheim gewonnen hatte, einen eigenen Sportplatz nahe des Schlosses Rüppurr mit.

Das änderte nichts am sportlichen Niedergang des Vereines, der noch im selben Jahr ansetzte. Gleichzeitig litt der Verein zunehmend unter Finanzproblemen, die auch zur Aufgabe des vereinseigenen Sportplatzes führten. Der geplante neue Platz in der Stösserstraße konnte 1914 kriegsbedingt nicht eingeweiht werden, Ligaspiele wurden fortan auf dem Platz des FC Mühlburg, im Stadion Honsellstraße, ausgetragen. Die Suche fand erst 1921 ein Ende, als der Verein für 50 Jahre im Wildpark Land zur Pacht erhielt. 1923 konnte das in Eigenarbeit errichtete erste Wildparkstadion eröffnet werden.

Ein Gastspiel des FC Galata Serail Konstantinopel hatte im Jahr 1921 ungeahnte Folgen: Der türkische Stürmer Rafet Bekir endschied sich in Karlsruhe zu bleiben und stürmte fortan für den FC Phönix. Bekir hatte großen Anteil am Aufstieg in die Bezirksliga 1923. Da er aber in der Sommerpause nach Pforzheim ging und nicht gleichwertig ersetzt werden konnte, war der sportliche Abstieg die Folge.

Die Jahre zwischen 1924 und 1929 gelten als die erfolgreichste Zeit der Leichtathletikabteilung. Allein 1925 errichten die Phönix-Athleten 14 Titel und waren damit mit Abstand die erfolgreichsten in Baden. Die 4x 100m-Staffel gewann 1926 die Deutsche Meisterschaft in Deutscher Rekordzeit und stellte noch im selben Jahr den Europarekord (41,9 Sekunden) auf. Mit dem 110-m-Hürden-Läufer Hans Steinhardt stellte der FC Phönix 1928 den ersten Karlsruher Leichtathleten bei Olympischen Spielen. Auch bei den Frauen stellten sich ab etwa 1927 Erfolge ein. Die exponierte Stellung, die der FC Phönix vom Karlsruher FV übernommen hatte, ging aufrgund der Erstarkung anderer Vereine verloren, der Verein war jedoch Ende der 1930er Jahre einer der wenigen Fußballvereine, deren Leichtathletikabteilungen noch mit denen der Turn- und Sportvereine mithalten konnte.

Der fußballerische Niedergang ging unterdessen weiter. Unterklassig spielend und mit einer großen Schuldenlast , trug man sich mit dem Gedanken das Stadion zu verkaufen. Erst 1937 gelang der dauerhafte Sprung in die Gauliga, damals höchste Deutsche Spielklasse. Damit einher ging die von Vorstandsvorsitzenden Karl Wegele vorangetriebene finanzielle Konsolidierung. Im Zweiten Weltkrieg konnte der Spielbetrieb weitgehend aufrecht gehalten werden, und da das Stadion die Bombardements auf Karlsruhe nicht ernsthaft beschädigt wurde, konnte dort nach dem Krieg weitergespielt werden.

Phönix Karlsruhe wurde 1945 bei Einführung der Oberliga Süd, welche zu diesem Zeitpunkt die höchste deutsche Spielkasse war, in diese aufgenommen, stieg aber zwei Jahre später in die Landesliga ab. Sportlich wäre man schon 1946 abgestiegen, der Verband hatte jedoch beschlossen in dieser Saison niemanden aus der Oberliga absteigen zu lassen. Durch Umstrukturierungen der Ligen im Jahr 1950 wurde der Verein, der bei Saisonende den 3. Platz belegt hatte, in die Amateurliga abgestuft.

Die Nachkriegszeit wurde zur Blütezeit der bereits 1925 geründeten Frauenhandballmannschaft. Von 1947 bis 1951 wurde das Team 5 mal in Folge Badischer Meister. Weniger Erfolgreich war 1948 die Wiedgergründung der von 1924 bis 1937 bereits existierenden Hockeyabteilung. Nach anfänglichen Erfolgen geriet die Mannschaft trotz systematischer Jugendarbeit in die Krise, die nur langfristig überwunden werden konnte.

Unter dem Vereinsvorsitzenden Robert Ludwig Suhr, der seit 1948 die Vereinsführung innehatte, wurde nach einer Lösung gegen den fußballerischen Abstieg gesucht. Man fand sie in der auch von Günther Klotz favorisierten Fusion mit dem sportplatzsuchenden VfB Mühlburg. Bei einer Mitgliederversammlung am 25. September 1952 sprach sich eine große Mehrheit für diese aus.

Weblinks