Wolfgang Lorch

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Wolfgang Lorch (* 11. Mai 1940 in Ettlingen; † 25. Dezember 2014) war ein Kommunalpolitiker (SPD), Heimatforscher und Autor aus Ettlingen.

Leben und Wirken

Beruflich war Wolfgang Lorch bis zu seinem Ruhestand Lehrer und Rektor. Ab 1967 war er Lehrer an der Realschule in Ettlingen in den Fächern Geschichte, Gemeinschaftskunde und Deutsch. Zwischen 1984 und 2004 war er Rektor an der Anne-Frank-Realschule in Ettlingen. Ab 1997 war er zudem noch Geschäftsführender Schulleiter der Ettlinger Schulen[1].

Bekannt wurde er aber eher als SPD-Politiker, zuerst im einst selbstständigen Wettersbach, später in Karlsruhe und schließlich in Ettlingen. Hier gehörte er von 1989 bis 2009 dem Gemeinderat an, als SPD-Fraktionsvorsitzender bis Anfang 2009. Sein Engagement für ökologische Akzente im Bebauungsplan Albtal hat ihm den Namen „Albtal-Rambo” eingebracht.

1995 kandidierte er bei der OB-Wahl in Ettlingen als Gegenkandidat zum damaligen OB Josef Offele (CDU), unterlag jedoch im ersten Wahlgang.

Aber auch als Heimatforscher ist er tätig und verfasste viele Bücher und Artikel, vor allem über die Geschichte Ettlingens. Für den Verein Zusatzversicherung Albtal hat er als Vereinsmitglied dessen Geschichte aufgearbeitet. Des weiteren ist er interessiert in Kunst und Kultur; so engagierte er sich bereits in der Vergangenheit für den Ettlinger Bismarckturm und versucht, möglichst alle Vernissagen des Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen und Festspielpremieren der Schlossfestspiele zu besuchen.

Er zitiert gerne Schiller, Bismarck oder auch den Soziologen Max Weber, besonders gerne tat er dies bei Haushaltsreden im Gemeinderat.

Noch heute sind viele seiner Zuhörer von seinen rhetorischen Fähigkeiten begeistert, auf welche er besonders als Redner bei offiziellen Anlässen zur Ettlinger Stadtgeschichte zurückgreift.

2010 wurde Wolfgang Lorch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am Dienstag, 17. August 2010, wurde ihm der Orden im Ettlinger Schloss von OB Büssemaker überreicht; sie bezeichnete Lorch bei dieser Gelegenheit als „historisches Gewissen der Stadt“. Lorchs Genossin Hofmeister bescheinigte dem Badener dabei „preußisches Pflichtbewusstein“.[2]

Eine jahrzehntelange fruchtbare Zusammenarbeit und enge persönliche Freundschaft verband Rektor Lorch mit seinem fast zwanzig Jahre älteren „Vornamensvetter“ dem Realoberlehrer Wolfgang Schwartz (1923–2010), der zahlreiche der Werke Lorchs zur Ettlinger Heimatgeschichte illustrierte.

Zum Tag des offenen Denkmals 2010 führte Wolfgang Lorch zu den Ettlinger Denkmälern der drei letzten Kriege: dem Kriegerdenkmal für 1870/71 und dem Antikriegsmahnmal am Rathausturm für die beiden Weltkriege.

Am 06. Dezember 2014 wurde Lorch in einem Festakt zum Ehrenbürger der Stadt Ettlingen ernannt. Wenige Tage später erlag er seiner schweren Krankheit.

Vorträge (Auswahl)

Am Freitag, 29. April 2011 sprach Wolfgang Lorch abends im Rittersaal des Ettlinger Schlosses über das mittelalterliche Kaisergeschlecht der Salier[3], die mehrere Kaiser des Heiligen Römisches Reiches stellten, deren Grablege sich im Dom zu Speyer befindet. Lorchs Vortrag diente zugleich der Vorbereitung einer Fahrt der Ettlinger Museumsgesellschaft nach Speyer zur dortigen Ausstellung „Die Salier – Macht im Wandel“[4] im Historischen Museum der Pfalz.

Am Dienstag, 19. Februar 2013 hielt er in Ettlingen im Blauen Salon des Schlosses unter dem Titel „Friedrich der Große – Monarch, Philosoph, Musiker“ einen Vortrag über Preußens berühmtesten König (regierte 1740 bis 1786); am Freitag, 12. April 2013, hielt er um 19 Uhr im Begegnungszentrum Ettlingen diesen Vortag erneut. Die Veranstaltung war öffentlich, der Eintritt frei; um Spenden wurde gebeten.

Werke

(Auswahl)

Ehrungen

Weblinks

Fußnoten

  1. www.ettlinger-augenblicke.de/wl.html
  2. Johannes-Christoph Weis: „Historisches Gewissen der Stadt“ / Verdienste um Ettlingen: Wolfgang Lorch mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, in: BNN (Ausgabe Ettlingen) Nr. 189 vom Mittwoch, 18. Augsut 2010, Seite 13
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Salier“
  4. zum "Salierjahr" in Speyer, 10. April bis 30. Oktober 2011 im Historischen Museum der Pfalz, siehe dazu Informationen auf dessen Webpräsenz