Rheinhafendampfkraftwerk
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Das Rheinhafendampfkraftwerk (RDK) ist ein Steinkohle-Kraftwerk der EnBW Kraftwerke AG. Es liegt unmittelbar am Rhein an der Einfahrt in den Karlsruher Rheinhafen.
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Allgemein
Das Kohlekraftwerk besteht aus sieben Blöcken, die Steinkohle verbrennen. Benutzt werden nur noch der Block 7 und Block 4S, der aus einer neuen Gasturbine besteht, deren Restwärme in der ursprünglichen Dampfturbine genutzt wird. Der Schornstein des Blocks 7 ist mit 233 m Höhe das höchste Bauwerk Karlsruhes. Der Block 7 liefert seit 1985 Strom.
Im Block 2 ist der Kessel, zum Beispiel im Rahmen einer Führung, begehbar und im unveränderten Zustand nach der Abschaltung mit Schlackenbelag belassen worden.
Der 2008 errichtete Kamin des noch in Bau befindlichen Blocks 8 ist mit 230 Metern nur unwesentlich kleiner. Der Kamin der Blöcke 5 und 6 teilt sich zusammen mit dem größten Kamin der MiRO-Raffinerie mit 210 Metern Höhe den Titel des dritt höchsten Bauwerks in Karlsruhe.
Das Kraftwerk liefert neben Strom auch den größten Teil der Wärme für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke. Die Kohle für die Verbrennung gelangt über den Schiffsweg auf dem Rhein zum Kraftwerk. Unmittelbar am Kraftwerk werden die Kohleladungen der Rheinschiffe gelöscht und auf großen Halden im Freien gelagert.
Besucher können das Kraftwerk von drei Seiten aus der Nähe zu sehen, der Fußweg vom Hochwasser-Sperrtor nach Rappenwört führt durch die Siloanlage. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Umspannwerk im angrenzenden Daxlanden.
Erweiterung des Kraftwerks 2008 bis 2013
Im Jahr 2012 soll die Erweiterung des Kraftwerks abgeschlossen sein, die rund eine Milliarde Euro kosten wird. Neben einem neuen Steinkohlekessel verfügt das Kraftwerk dann auch über einen Kühlturm mit einer Höhe von 80 Metern. Die Höhe des Turms war zunächst höher geplant gewesen und deshalb umstritten. Er wurde dann reduziert. Damit er dennoch seine Funktion ausüben kann, verfügt er über zusätzliche Ventilatoren, welche die Kühlung unterstützen.
Der Kühlturm ist nur von der Rheinseite aus bzw. vom gegenüber liegenden Hafenbecken aus zu erkennen. Er wird benötigt, um auch im Sommer einen Kraftwerksbetrieb unabhängig vom Rhein sicher stellen zu können.
Bis zu seiner Verwendung wird das abgekühlte Wasser in den Rhein abgegeben. Bei einer Wassertemperatur des Rheins von bis zu 22,5 Grad kann der Kühlturm verwendet werden. Ab 22,6 Grad wird der Kühlturm geregelt verwendet werden. Ab einer Wassertemperatur von 24,4 Grad wird der Kühlturm mit Volllast betrieben. Beträgt die Temperatur des Rheins mindestens 28 Grad, darf das Kühlwasser nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung in den Rhein geleitet werden.
Der Turm hat an seiner unteren Basis einen Durchmesser von 95 Metern, oben, in einer Höhe von 80 Metern, beträgt der Durchmesser nur noch 55 Meter.
Die EnBW gab im Sommer 2011 bekannt, dass sich die Fertigstellung des neuen Blocks um ca. 1,5 Jahre verzögern wird und erst Mitte 2013 in Betrieb genommen werden wird. Die Verzögerungen resultieren aus Problemen bei der Herstellung und Lieferung von Bauteilen. Die Fertigstellung des Kessels, der aus einem neuen Spezialstahl besteht, führt ebenfalls zu Verzögerungen.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigte Ende April 2012 die Erweiterung der Gleisanlagen, welche bis zum Kohlelager des Kraftwerks reichen. Die Erweiterung betrifft eine Strecke von 700 Metern Länge, die mittels acht neuer Weichen an das bestehende Netz angebunden wird. Zusätzlich wird das existierende Bekohlungsgleis modernisiert. Bislang wurde der Großteil der benötigten Steinkohle mittels der Rheinschifffahrt von Rotterdam aus angeliefert, wo die Kohle aus Übersee umgeschlagen wird. Da nach der Fertigstellung des neuen Kraftwerkblocks auch der Kohleverbrauch ansteigen wird und um die Versorgungssicherheit trotz erhöhtem Verbrauch gewährleisten zu können, wird die Anbindung der Hafenbahn an das Kohlelager ausgebaut. Wenn über den Rhein wegen Niedrig- oder Hochwasser, wegen Schiffsunfällen oder wegen einer Vereisung des Rheins weniger oder kein Schiffsverkehr mehr möglich ist, ist eine Belieferung des Kraftwerks nur noch mittels Güterzügen möglich. Unabhängig von der Schiffbarkeit des Rheins soll der vergrößerte Kraftwerkskomplex zukünftig ganzjährig auch mittels Güterzügen mit Kohle versorgt werden, obwohl die Anlieferung von Kohle auf dem Wasserweg die kostengünstigste Transportmöglichkeit darstellt.
Geschichte
- 1955 Inbetriebnahme von Block 1
- 1985 Inbetriebnahme von RDK-7, einer Steinkohleanlage als Ersatzanlage für die Blöcke 1-4
- 1985 und 1986: Inbetriebnahme einer zweistufigen Rauchgasreinigungsanlage. Kostenpunkt: 70 Mio. DM
- 1998 Inbetriebnahme des umgebauten Blocks 4S
- 2008 Im Mai genehmigte das Regierungspräsidium Karlsruhe den Bau eines weiteren Kraftwerksblockes (RDK-8).
Stromerzeugung
Sowohl im Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW als auch im Heizkraftwerk-West wird Strom im so genannten Kraft-Wärme-Koppel-Betrieb hergestellt. Bei dieser kombinierten Erzeugung von Strom und Fernwärme werden bis zu 85 Prozent der eingesetzten Primärenergie in nutzbare Energie umgewandelt, da die bei der Stromerzeugung zwangsläufig anfallende Abwärme hier weitgehend als Fernwärme genutzt werden kann.
Bilder
Der Kraftwerkskomplex vom Hochwasserdamm auf Höhe des Hofguts Maxau |
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Adresse
- Fettweisstraße 60
- 76189 Karlsruhe
Dieser Ort im Stadtplan:
- OpenStreetMap-Karte (49°0'49.37" N 8°18'36.09" O)
- Yellowmap-Stadtwikiplan (auch mit Luftbild)
- 2009er Karlsruher Onlinestadtplan (und als farbiges Orthobild von 2011)
Weblinks
- Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Rheinhafendampfkraftwerk“
- Störfallvorkehrungen der EnBW
- Webpräsenz der EnBW
- Panoramablick vom Rheinhafendampfkraftwerk auf http://www.panofotos.de