Fernwärme

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Baustelle für die Fernwärmeleitung von MiRO zum Heizkraftwerk-West im Frauenhäusleweg in Karlsruhe-Knielingen in Richtung MiRO im April 2010
und in Richtung Rheinbrückenstraße
sowie 2008 in der Rheinbrückenstraße

Als Fernwärme bezeichnet man den Transport von Wärmeenergie vom Energieerzeuger zum Verbraucher zur Heizung von Gebäuden. Auf diese Weise lässt sich die in Kraftwerken entstehende Abwärme zusätzlich nutzen. Dabei wird Wasser als wärmespeicherndes Medium in einem kontinuierlichem Kreislauf vom Wärmeerzeuger zum Verbraucher und zurückgepumpt. Dazu ist es notwendig, dass die Rohrleitungen über einen entsprechenden Durchmesser und sehr gute Wärmedämmung verfügen.

Geschichte

In Karlsruhe wird seit über 100 Jahren Fernwärme genutzt:

  • 1904: Aus dem Großherzoglichen Wasser- und Elektrizitätswerk am Ahaweg werden das Schloss und angrenzende Gebäude mit Wärme versorgt.
  • 1951/1952: Die Stadtwerke koppeln ab 1951 Dampf aus ihrem Kraftwerk an der Honsellstraße aus und liefern ihn an das 1,5 Kilometer entfernte Werk von Siemens.
  • 1961 Bau des Fernheizwerks Waldstadt, es versorgt den Stadtteil mit Fernwärme in einer „Wärmeinsel“.
  • 1963 Die Fernwärmeversorgung aus dem Kraftwerk an der Honsellstraße wird ausgebaut. Es nennt sich nun „Heizkraftwerk-West“ (HKW-West). Die erste Hauptleitung führt über das Mühlburger und Beiertheimer Feld zu den Wärmeinseln der Heizwerke Mitte und Ost. Diese Werke produzieren nur Dampf, während das Heizkraftwerk-West heißes Wasser liefert. Die Heizwerke Mitte und Ost wurden inzwischen stillgelegt und ihre Dampfkunden auf Heizwasser umgestellt.
  • 1970 Die Stadtwerke versorgen erstmals mehr als 5.000 Wohnungen mit Fernwärme.
  • 1980 Im Heizkraftwerk-West wird eine Rauchgas-Entschwefelungsanlage eingebaut.
  • 1986 Mit dem Slogan „Ich mach dich heiß. Ich, die Fernwärme.“ führt die Stadtwerke GmbH eine Werbekampagne durch.
  • 1989 Das Heizwerk Mitte am Festplatz wird abgerissen. Übrig geblieben ist der denkmalgeschützte Schornstein, der nun aus der neuen Gartenhalle ragt. Auch das Heizwerk Ost auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes wird stillgelegt und abgerissen.
  • 1992 Die Leitung vom Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) nimmt die Wärmelieferung ans Heizkraftwerk-West auf.
  • 2000 Erstmals versorgten die Stadtwerke zum Jahrtausendwechsel mehr als 20.000 Wohnungen mit Fernwärme.
  • 2008-2010 Die Fernwärmeleitung (DN 600) von der Raffinerie zum Heizkraftwerk-West wird gebaut. 40 Megawatt Niedertemperaturprozessabwärme können mit der 5,1 km langen Leitung transportiert werden.
  • 2011 Der Norden Neureuts wird mit Fernwärme versorgt. Bei einem Hausanschluss in der Holbeinstraße betragen die Anschlusskosten zum Beispiel rund 75.000 Euro, abzüglich des von den Stadtwerken Karlsruhe angebotenen Rabatts rund 60.000 Euro.

Bilder

Literatur

FernWärme in Karlsruhe - Entwicklung einer modernen Energieart. Rückblick auf 100 Jahre Fernheizung und FernWärme in Karlsruhe. Hrsg. Stadtwerke Karlsruhe, 2004

Weblinks