Benutzer:Beate/Durlach

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Durlach ist der größte Karlsruher Stadtteil und liegt im Osten Karlsruhes; das Wahrzeichen ist der weithin sichtbare Turmberg.

Geschichte und Politik

Die Geschichte Durlachs reicht weit zurück: bei Bauarbeiten zur Gewerbeschule Durlach entdeckte man eine Villa rustica, die um 115 oder 120 n. Chr. erbaut wurde.

Zwischen Durlach und Grötzingen (im Gewann Beun) entdeckte man 1898 beim Ausheben von Lehm römische Münzen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus, Urnen und eine 1,6 Meter hohe Sandstein-Grabplatte mit lateinischer Inschrift.

1196 führte Konrad von Hohenstaufen einen Feldzug gegen die Zähringer. Einige Quellen berichten, dass er „am 15. Oktober 1196 in seiner staufischen Stadt Durlach erschlagen“ wird. Demnach muss Durlach in diesem Jahr bereits eine geschlossene Stadt ("oppidum") gewesen sein.

1273/74 eroberte König Rudolf I.[1] von Habsburg kurzzeitig die Burgen und Städte Mühlburg, Grötzingen, Durlach und vermutlich auch den Turmberg. Die Schäden hielten sich in Grenzen, da der badische Markgraf Rudolf I. wenige Wochen später wieder auf dem Turmberg urkundete. Auslöser war die Weigerung des Markgrafen, zu Unrecht erhobene Zölle fallen zu lassen.

Plan von 1698
Plan von 1888

1586 Gründung des Gymnasium „illustre” (heutiges Bismarck-Gymnasium), welches in den folgenden Jahren fast das Niveau einer Universität erreichte.

Am 15. August 1689 mussten sich die Bürger Durlachs vor dem Schloss versammeln und wurden aus der Stadt geschickt. In der folgenden Nacht wurde die Stadt im Verlaufe des Pfälzischen Erbfolgekrieges durch Truppen Ludwig XIV. komplett niedergebrannt, der Wiederaufbau ging nur schleppend voran.

1715 Gründung der Stadt Karlsruhe durch Markgraf Karl Willhelm und damit Verlegung der Residenz in die neu gegründete Stadt.

1724 erfolgte der Umzug des Gymnasiums nach Karlsruhe.

1846 war ein historisches Jahr für alle freiwilligen Feuerwehren: es fand die Gründung der ersten freiwilligen Feuerwehr Deutschlands durch Christian Hengst statt.

Am 25. Juni 1849 beendete das Gefecht an der Obermühle die Revolution.

1920er und 1930er: Untermühlsiedlung, benannt nach der Unteren Mühle.

1. August 1921: Eingemeindung Aue zu Durlach.

Am 1. April 1938 wurde Durlach zu Karlsruhe eingemeindet. Als Ausgleich dafür wurde beschlossen, dass Durlach seine bisherigen Behörden behalten darf: Das Finanzamt, das Amtsgericht und das Rathaus (der Oberbürgermeister fiel aber weg). Bis ins Jahr 1990 gab es auch ein Gefängnis. Diese Eingemeindung schmeckte nicht jedem: Festwagen beim Fastnachtsumzug mit Sprüchen wie „Die Tochter frisst die Mutter auf“ oder „Lieber an der Pfinz allein, als am Rhein ein Stiefkind sein“ waren bis Ende der 30er Jahre keine Seltenheit. Nach dem Krieg gab es noch eine Unterschriftensammlung, 5000 Bürger stimmten für eine Ausgemeindung, ohne Erfolg.

Die Kriegsschäden waren zum Glück überschaubar.

Ab 1947 gab es Stadtamtsleiter: 1947-1954 Jean Ritzert, 1954-1966 Emil Busch, 1966-1982 Willi Baschin, 1982-1989 Horst Holzer.

1977 fand das erste Altstadtfest statt zur Einweihung der neuen Pfinztalstraße.

1980 findet der erste Durlacher Weihnachtsmarkt statt.

Politisch gab es bis 1989 nur eine Bezirksversammlung. Sie bestand aus 12 Politikern und hatte nur eine beratende Funktion. Erst 1989 wurde die Ortschaftsverfassung unter Stadtamtsleiter Horst Holzer eingeführt. 1994 übernahm Wolfgang Altfelix das Amt von Holzer. Seit 2004 ist Alexandra Ries (CDU) Ortsvorsteherin von Durlach.

Entwicklung Bevölkerung

  • 1855: 4 715 Einwohner
  • 1875: 6 326

Von 1895 bis 1900 entwickelte sich die Einwohnerzahl von 9.100 auf 13.000.

  • 1905: 13 122 -> Zuzug von Arbeitern?

Geografie

Soziales

Parks, Plätze und Gebäude

Kirchen

Wirtschaft

Bereits sehr früh hatten sich Unternehmen in Durlach niedergelassen. Historiker haben nachgewiesen, dass es bereits 1512 eine Druckerei gab. Dort wurden um 1530 Übersetzungen der Bibel gedruckt, im 17. und 18. Jahrhundert wurden hauptsächlich Erlasse, Gesetze und Verordnungen gedruckt. Nach der Gründung Karlsruhes (1715) sind viele Drucker dem Markgrafen gefolgt.

Seit 1749 gab es die Lederfabrik. 1888 zog die Lederfabrik von Mühlburg nach Durlach.

Im 19. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Unternehmen in Durlach an: Badische Maschinenfabrik Durlach, Maschinenfabrik Gritzner (ab 1872), Orgelbauanstalt H. Voit und Söhne.

Auch im 20. Jahrhundert: von 1959-1986 wurden in Durlach Bechstein-Klaviere und -Flügel gebaut. 1925 gab es 54 metallverarbeitende Betriebe mit 4513 Beschäftigten, fünf Großbetriebe davon hatten allein 3165 Angestellte. Allerdings gab es im Mai 1926 über 1300 Arbeitslose bedingt durch die Wirtschaftskrise der Weimarer Republik.

Kinos in Durlach: Roxy, Skala, Markgrafen-Theater und KALI.

Größere Unternehmen heute: Dr. Willmar Schwabe, Deutsche Homöopathie-Union, Fiducia. In jüngerer Zeit siedeln sich auch immer mehr kleinere IT-Unternehmen in Durlach an, z.B krumedia GmbH,

Auch Dienstleistung, z.B. P90, Radio Kolbe.

Gastronomie

1925 gab es 46 Gastwirtschaften in Durlach. Bis vor dem Krieg war das heutige Seniorenzentrum Parkschlößle ein bekanntes Gastronomie-Viertel.

Zudem:

Kultur

Orgelfabrik, Pfinzgaumuseum

Veranstaltungen

Altstadtfest Durlach

Literatur und Quellen

  • „Durlach, ein Bildband”. Text von J.-D. Rausch, Bilder von S. Degen, G. Heiberger, J. Sormani. 1983, ISBN 3-923314-02-7
  • Susanne Asche und Olivia Hochstrasser: „Durlach - Staufergründung, Fürstenresidenz, Bürgerstadt“, ISBN 3-7617-0322-8
  • K. F. Vierordt: „Geschichte der im Jahre 1586 zu Durlach eröffneten und 1724 nach Karlsruhe verpflanzten Mittelschule”
  • Literatur von Wolfgang Rösch‎...
  • Heiko Wagner, „Theiss Burgenführer Oberrhein“, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1710-6, Seite 40 mit Angaben zum Turmberg und zu Durlach

Fußnoten

  1. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Rudolf I. von Habsburg“ mit einer kurzen Beschreibung des Zollkonflikts mit dem badischen Markgrafen