Bruchsal Bahnhof

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Bahnhof und Vorplatz

Bruchsal ist ein Bahnhof und gleichzeitig Mittelpunkt des Schienenverkehrs in Bruchsal.

In ihm kreuzen sich bzw. beginnen die Strecken Karlsruhe–Heidelberg und Graben-Neudorf–Mühlacker sowie Bruchsal–Odenheim. Zusätzlich gibt es ein Verbindungsgleis auf die Schnellfahrstrecke nach Stuttgart.

Das Empfangsgebäude – ein Zweckbau der Nachkriegszeit – wird heute vielfältig genutzt, unter anderem befindet sich eine Zahnarztpraxis darin.

Betrieb

Fernverkehr

Richtung Kiel
 ICE 31 nächster Halt: Mannheim Hbf
Richtung Hamburg
 IC 26 nächster Halt: Heidelberg Hbf
Richtung München
 IC 60 nächster Halt: Stuttgart Hbf
Richtung Karlsruhe
 ICE 31  IC 26  IC 60 nächster Halt: Karlsruhe Hbf

Regional- und Stadtbahnverkehr

Richtung Heidelberg
 R6   R91  nächster Halt: Bad Schönborn-Kronau
 S3   S4  nächster Halt: Ubstadt-Weiher Bahnhof
Richtung Ubstadt
 S31   S32  nächster Halt: Bruchsal Schlossgarten
Richtung Mühlacker
 R91  nächster Halt: Bretten
 S9  nächster Halt: Bruchsal Tunnelstraße
Richtung Germersheim
 S33  nächster Halt: Bruchsal Sportzentrum
Richtung Karlsruhe
 R6  nächster Halt: Karlsruhe Hbf
 S3  nächster Halt: Karlsruhe-Durlach
 S31   S32  nächster Halt: Bruchsal Gewerbliches Bildungszentrum

Güterverkehr

Schwere Güterzüge von Karlsruhe nach Stuttgart fahren den Umweg über Bruchsal, da die Steigung bis Mühlacker geringer ist, als beim kürzeren Weg über Pforzheim. Dieser längere Laufweg ist mit dem zusätzlichen Nachteil verbunden, dass die Güterzüge in Bruchsal einen Fahrtrichtungswechsel durchführen müssen. Diesen Vorgang kann man im Bahnhof regelmäßig beobachten.

Ein Güterumschlag findet in Bruchsal derzeit nicht statt.

Bus

Die Bussteige sind vor dem Bahnhof auf dem Bahnhofvorplatz.

Steig 1

Richtung Karlsruhe/Spöck
 123  nächste Haltestelle: Bruchsal Siemens
Richtung Bruchsal Käthe-Kollwitz-Schule
 123  nächste Haltestelle: Bruchsal Kaiserstraße
Richtung Waghäusel
 125  nächste Haltestelle: Bruchsal Kaiserstraße

Steig 2

Richtung Kronau
 131  nächste Haltestelle: Bruchsal Kaiserstraße
Richtung Östringen
 132  nächste Haltestelle: Bruchsal Kaiserstraße

Steig 3

Richtung Bruchsal Weiherberg
 181  nächste Haltestelle: Bruchsal Friedrichsplatz
Richtung Bruchsal Krankenhaus
 182  nächste Haltestelle: Bruchsal Friedrichsplatz
Richtung Bruchsal Augsteiner
 183  nächste Haltestelle: Bruchsal Kaiserstraße
Richtung Obergrombach Kirche
 186  nächste Haltestelle: Bruchsal Salinenstraße

Hildastraße

Richtung Bruchsal Südstadt
 181  nächste Haltestelle: Bruchsal Rendezvous
Richtung Bruchsal Am Mantel
 182  nächste Haltestelle: Bruchsal Rendezvous
Richtung Bruchsal Rendezvous
 185  nächste Haltestelle: Bruchsal Rendezvous

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

Bilder

Geschichte

Badischer Bahnhof (mit Turm) und Württemberger Bahnhof (dahinter)
Skizze der Situation 1843 und späterer Bauten
Überreste des "Rosenstegs", ein Bahnübergang zwischen 1890 und 1935

Mit Inbetriebnahme der Bahnlinie HeidelbergKarlsruhe am 10. April 1843 wurde auch das von Friedrich Eisenlohr als reiner Zweckbau entworfene Gebäude eingeweiht. Es befand sich etwa am heutigen Nordende der Ausfahrt von Gleis 3 und 4. Die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes war bereits ab 1841 geplant worden, die Umsetzung erfolgte aufgrund sich ändernder Planungen des Bahnhofsgeländes jedoch erst später. Als Alternativstandort des Bruchsaler Bahnhofs war der Bereich des heutigen S-Bahn Haltepunkts Bruchsal Schlossgarten diskutiert worden.

Die Turmuhr auf dem Hauptgebäude wurde zwei mal in der Woche eingestellt. Als Zeitnorm galt die Uhr eines Mannheimer Kaufhauses. Das Bahnhofsgelände war durchgehend geschlossen und wurde erst nach Eintreffen eines Zugs durch einen Portier für die Reisenden geöffnet.

Im Personenverkehr hielten in Bruchsal pro Fahrtrichtung jeweils zwei Züge. Da die Bahn von Beginn an auch für den Postdienst genutzt wurde, hatte der dieser im Stationsgebäude seinen Hauptsitz. Auch waren in den ersten Jahrzehnten Postmitarbeiter gleichzeitig Bahnhofsvorsteher.

Die im Bahnhof ab Oktober 1851 in Betrieb genommene Telegrafenstation wurde bis Juli des übernächsten Jahres schrittweise zu einem Telegrafenknotenpunkt ausgebaut mit Verbindung ins französische, schweizerische und österreichische Netz.

Die Bahn war als einzige Fernverbindung Deutschlands im Breitspurformat 1600 mm und mit Längsschwellen gebaut worden. Bei dem ab 1845 beginnenden wiederholten Ausbau der Bahn wurden hingegen technisch bessere Querschwellen verwendet. Dies und der 1853 in Betrieb genommene „Württembergische Bahnhof“, der mit einer Spurweite von 1435 mm als Kopfbahnhof die Strecke Bruchsal – Bietigheim über Bretten bediente, machten einen reibungslosen Betriebsablauf in den 1850er Jahren nahezu unmöglich. Zudem hatte schon kurz nach Inbetriebnahme des nun „Badischer Bahnhof“ genannten Erstbaus die Güter- und Passagierzahl stetig zugenommen. So wurde die erst elf Jahre alte Bahn auf 1435 mm umgebaut.

Standort des Württemberger Bahnhofs und Verlauf der Bahn innerhalb Bruchsals waren in der Planungsphase umstritten. Die Stadtverwaltung wünschte einen Trassenverlauf nahe der Innenstadt. Die Bahn wäre dann in die Nähe des Kübelmarkts gekommen und im weiteren Verlauf nördlich der Württemberger Straße Richtung Heidelsheim gefahren. Eisenbahnexperten rieten von dieser Route trotz ihres Preisvorteils ab. Die Alternative sah unter anderem eine Querung des Friedhofs vor, was die Stadt wiederum ablehnte. Um dies zu umgehen, wurde vorgeschlagen, den Württembergischen Bahnhof vor der Stadt zu errichten und die Verbindung zum Badischen Bahnhof über einen Droschkendienst herzustellen. Dies wurde letztlich verworfen. Die schließlich gebaute Bahn verlief nahe der späteren Kreuzung B3 /B35. Bis zur grundlegenden Neugestaltung des Straßenverlaufes im Jahr 1953 waren Überreste der hundert Jahre zuvor gebauten Bahn, die zur Jahrhundertwende wieder verlegt worden war, auf dem heutigen Gelände der Kirche St. Paul und im Dreieck Karlsruher Straße / Grabener Straße deutlich sichtbar. Die feierliche Eröffnung der Bahn fand am 27. September 1853 statt. Die Hoffnung, der württembergische König würde daran teilnehmen, erfüllte sich nicht.

Bereits drei Wochen nach Inbetriebnahme der Bahn wurden Forderungen nach einem zweiten Gleis laut, da vor allem der Güterverkehr stärker als erwartet anstieg. Es wurde jedoch erst 1887 gebaut.

Bereits mit Wirkung 1. November 1879 waren Bahn und alle zum Bahnhof gehörenden Gebäude an den Badischen Staat übergegangen. Der Württembergische Bahnhof wurde zum Hauptgebäude des gesamten Geländes, in dem sich die Verwaltung, Wartesäle und das von Ferdinand Keller betriebene Bahnhofsrestaurant befanden. Die meisten übrigen Gebäude wurden in veränderter Nutzung erhalten, jedoch am 1. März 1945 beim Bombenangriff auf Bruchsal zerstört.

Ein dritter Bahnhof entstand mit dem Bau der Linie Bruchsal – Odenheim/Menzingen, welche im März 1896 in Betrieb genommen wurde. Das kleine Bahnhofsgebäude befand sich am Anfang der späteren Zollhallenstraße. Es war von Beginn an lediglich als Provisorium gedacht, da zu dieser Zeit bereits damit begonnen wurde, den Bruchsaler Bahnhof von Grund auf neu zu gestalten und zu erweitern. Später wurde an gleicher Stelle die Bruchsaler Zollhalle erbaut.

Die Neugestaltung des Bahnhofsareals war sehr umfangreich und sorgte für mehr als 20 Jahre für eine Dauerbaustelle im Gebiet. Zunächst wurden die beiden schienengleichen Übergänge an der Bahnhofstraße und an der Kaiserstraße (welcher erst 1880 geschaffen worden war) entfernt, indem eine Unterführung unter die Bahn erstellt wurde, die beide Straßen miteinander verband. Dies war in mehreren Bauabschnitten möglich, weil die Zufahrt zum Bahnhof mit Anlage des Bahnhofplatzes in Richtung Stadt verlagert wurde.

Dann wurde die Wartehalle des badischen Bahnhofs abgerissen (Ein Teil des Baumaterials wurde beim Bau des Gasthauses „Württemberger Hof“ in der Augartenstraße wiederverwendet). Entfernt wurde auch die von Zeitgenossen als architektonisch gelungen empfundene Einstiegshalle des Württemberger Bahnhofes. Am 15. Mai 1900 wurde nach dreijähriger Bauzeit die neue Empfangshalle fertiggestellt. Gegenüber entstand der Reitplatz der Dragoner.

Parallel dazu wurde die Ausfahrt nach Bretten neu gebaut, da die moderneren Lokomotiven mit dem alten Streckenverlauf nicht harmonierten. So entstand der Tunnel unter die Steinackerstraße. Kurz darauf wurde für den Güterverkehr ein weiterer Tunnel unter die zu diesem Zeitpunkt noch unbesiedelte Weiherbergsiedlung erstellt, da ein gleichzeitiges Rangieren von Güterzügen und Personenzügen im Bahnhof nicht möglich war.

Ein Elektrizitätswerk zur Eigenbedarfstromerzeugung wurde im Bereich des Güterbahnhofes erstellt. Es war jedoch nur etwa 15 Jahre in Betrieb.

Bis 1913 entstand im hinteren Teil der Prinz-Wilhelm-Straße ein Bahnbetriebswerk, Es wurde nach seiner Zerstörung 1945 noch einmal wiederaufgebaut, im Zuge der Elektrifizierung aber 1958 außer Betrieb genommen.

Die Empfangshalle wurde beim Bombenangriff auf Bruchsal am 1. März 1945 zerstört. An ihrer Stelle entstand der heutige Bau, der in den 2000er Jahren im Innern vollständig umgestaltet wurde.

Weblinks