St. Antonius Bermersbach

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Der Kirchturm
Der Eingang
St Antonius Bermersbach 03.JPG

Die katholische Kirche des Forbacher Ortsteiles Bermersbach wurde dem St. Antonius geweiht. Die dazugehörige Gemeinde ist Teil der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach.

Geschichte

Planung und Bau

Die Bermersbacher Kapelle war für die von Forbach abgängige Kirchengemeinde zu klein geworden, und so wurden ab Herbst 1868 Rufe nach einer Kirche und der Bildung einer eigenständigen Gemeinde laut. Beim zuständigen erzbischöflichen Bauamt in Karlsruhe sah man aber den Bau der Kirche in Forbach als dringender an und veranschlagte die Baukosten zudem höher als die Gemeinde es getan hatte, so dass die Pläne zunächst nicht weiterverfolgt wurden.

1874 wurde ein Kirchbau unter der Bedingung, dass die politische Gemeinde Bermersbach 20.000 Gulden zum Bau beisteuert, in Aussicht gestellt. Diese lehnte jedoch ab, was das Ordinariat Freiburg zum Anlas nahm. die Bildung einer eigenen Kirchengemeinde von der finanziellen Unterstützung durch die politische Gemeine abhängig zu machen. So gingen letztlich auch die 40.000 Gulden, die ein Hilfsfonds zugesagt hatte, verloren und die Pläne kamen zum Erliegen. Auch ein erneuter Versuch 1881 scheiterte an Uneinigkeit über die Finanzierung.

1885 ließ Bermersbachs Bürgermeister Heinrich Fritz den Architekten Carl Hörth einen Bauplan erstellen, gleichzeitig wurde in mehreren Etappen Baugrund am damaligen Ortsrand erworben. Hinderungsgrund für den nun theoretisch möglichen Baubeginn war nun die Weigerung des Kirchenbauamtes, Carl Hörth als Architekten anzuerkennen, da dieser Privatmann sei und keine Kirchen planen dürfe. Josef Ruh wurde als Architekt eingesetzt, der Hörths Entwurf weitgehend übernahm. Im März 1893 begannen die Bauarbeiten schließlich, die Grundsteinlegung wurde in einem großen Fest am 2. Juni des selben Jahres gefeiert. Die Kirchweihe wurde am 27. September 1895 durch Justus Knecht vorgenommen. Man hatte diesen Tag trotz der noch nicht abgeschlossenen Arbeiten gewählt, weil bekannt war, dass Knecht sich zu dieser Zeit ohnehin im Murgtal aufhalten würde.

Nach Fertigstellung aller Arbeiten kostete der Kirchenbau 129.000 Mark. Veranschlagt waren bei Baubeginn 74.000 Mark

Zum Inventar gehörten bei Inbetriebnahme der Kirche:

Ein Kuriosum ergab sich kurz vor Abschluss der Bauarbeiten: Eine von der politischen Gemeinde geliehne Leiter, die zu Arbeiten am Dachstuhl benötigt wurde, konnte am Ende nicht wieder zurückgegeben werden, weil sie beim Transport beschädigt worden wäre. Sie verblieb daher an Ort und Stelle.

Nach der Fertigstellung

Am 10. September 1905 wurden bei einem Einbruch die Opferbüchsen und einen im Tabernakel befindlicher Kelch entwendet. Den Täter konnte man nicht ermitteln.

Infolge eines Kurzschlusses brach am 11. Februar 1928 ein Feuer aus. Dabei wurden drei Heiligenstatuen und eine Weihnachtskrippe zerstört. Bereits zuvor begonnene Sanierungsmaßnahmen wurden im März jenen Jahres fortgeführt. Dazu gehörten die Modernisierung der Orgel, das Einbringen zweier Beichtstühle, das Verlegen elektrischer Lichtleitungen und das Anbringen eines Deckenstucks. Um dieses gab es in der Folge Streit, da er von Kirchenbauamt nicht genehmigt war und auch eine nachträgliche Genehmigung verweigert wurde.

1931 wurde der Rastatter Kunstmaler Wagenbrenner mit der Innenausmalung beauftragt, Ende 1936 wurde ein neuer Kreuzweg angefertigt. 1938 wurde eine erste Heizung eingebaut.

In beiden Weltkriegen wurden zwei der drei Glocken zu Kriegszwecken demontiert, lediglich die kleinste Glocke überstand beide Kriege. 1950 wurden beide Glocken ersetzt und das Geläut um eine weitere Glocke erweitert.

Krieg war auch die Ursache für die Zerstörung der Orgel: Am 6. September 1943 wurde sie bei einem Bombenabwurf unbrauchbar gemacht, konnte aber provisorisch repariert werden. Weitere Schäden entstanden im Oktober 1944 durch eine Luftmine und am 13. April 1945 beim Beschuss des Ortes durch französische Soldaten. Ohnehin fällige Reparaturmaßnahmen wurden dadurch dringlicher, konnten aber erst 1949 vorgenommen werden. Das Instrument wurde dabei von 16 auf 21 Register erweitert. Der Zustand der Orgel verschlechterte sich, auch durch ungünstige Temperaturen in der Kirche, zunehmend, und so wurde sie 1967 entfernt. Einzelne Pfeifen wurden in einer anderen renovierungsbedürftigen Orgel in Überlingen wiederverwendet.

Zwischen 1968 und 1970 wurde die Kirche umfangreich renoviert. Dabei wurde eine Muttergottesstatue neu ins Inventar aufgenommen, die bereits in der Dorfkapelle um 1775 gestanden hatte und späteren Nachforschungen zufolge ungefähr aus dem Jahr 1650 stammt. Sie war bei Bezug der neuen Kirche nicht übernommen worden, weil sie als zu wertlos betrachtet wurde. 1970 wurde sie umfangreich restauriert.

Pfarhaus

Das alte Pfarrhaus

Bereits vor Beginn der Kirchenbauarbeiten war der dahinterliegende Platz als Standort für das neue Pfarrhaus eingeplant worden. Da dort aber bereits ein Haus stand, musste dieses im Jahr 1892 zunächst abgerissen werden. Das neue Pfarrhaus wurde dann 1923 errichtet, erhielt seine Bestimmung aber erst zehn Jahre später mit der Erhebung der Gemeinde zur Kuratie. Zudem wurde der örtliche Kindergarten hier eingerichtet. 1988 wurde auf der gegenüberliegenden Seite ein neues Pfarhaus errichtet. Das alte Gebäude ist stark Sanierungsbedüftig die veranschlagten Kosten übersteigen die finanziellen Mittel der Pfarrgemeinde, weshalb es verkauft wird.

Lage

Dieser Ort im Stadtplan: