Ernst Wagner

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Ernst Wagner

Ernst Hermann Wagner (5. April 1832 in Karlsruhe; † 7. März 1920 ebenda) war Geheimer Hofrat, Oberschulrat und Direktor der Großherzoglich-badischen Altertumssammlungen in Karlsruhe.

Dr. Wagner war Erzieher des Erbgroßherzogs Friedrich von Baden, des späteren Großherzogs Friedrich II.

Leben und Wirken

Ernst Wagner hatte in Tübingen Theologie und Philologie studiert[1] und zum Dr. phil. promoviert.

Dr. Wagner wurde 1864 am 26. September vom Großherzog unter Verleihung des Titels „Professor“ zum Erzieher des Erbgroßherzogs Friedrich von Baden berufen.[2]

1873 wurde Professor Dr. Wagner zum Hofrat ernannt.[3]

Von 1875 bis 1919 stand Hofrat Dr. Wagner den Vereinigten großherzoglichen Sammlungen für Altertums- und Völkerkunde vor. Seine Bezeichnung lautete „Großherzoglicher Conservator der Alterthümer und der mit ihnen vereinigten Sammlungen in Baden“. Er war auch Mitbegründer des 1881 gegründeten Karlsruher Altertumsvereins, welcher die ersten Ausgrabungen der Fundstellen der Michelsberger Kultur um den Michaelsberg unterstützte.

„zur Begrüßung des XVI. Congresses der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft in Karlsruhe“ erschien sein Werk „Hügelgräber und Urnen-Friedhöfe in Baden“, „mit besonderer Berücksichtigung ihrer Thongefässe“.

Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts lebte Dr. Wagner in der Hirschstraße 53.[4]

Geheimrat Prof. Dr. Ernst Wagner starb 1920 in seiner Geburtsstadt Karlsruhe im Alter von 87 Jahren, einen Monat vor Vollendung seines 88. Lebensjahres.

Der Schriftsteller und Journalist Albert Herzog (1867–1955) schrieb in seinen Erinnerungen „Ihr glücklichen Augen“ (Kleine Karlsruher Bibliothek, Band 3) über ihn: „Als ehemaliger Erzieher des Erbgroßherzogs, des späteren Großerzogs, besaß er die volle Gunst des Fürstenhauses. Aber seine Forschungen über die Funde aus vorgeschichtlicher, römischer und alemannisch-fränkischer Zeit im Lande Baden, über die er ein zweibändiges Werk herausgab, zeigen, wie sehr ihm die gesamte heimatliche Wissenschaft um die badische Frühzeit auch heute noch zu Dank verpflichtet ist.“[5]

Ehrungen

  • Titel „Professor“ (1864) anlässlich der Berufung zum Lehrer des Erbgroßherzogs
  • Titel „Hofrat“ (1873)

Schriften

Literatur

  • Leonhard Müller: „Im Dienste des Sammelns und Bewahrens: aus dem Leben des Großherzoglichen Konservators Ernst Wagner“, in: Beiträge zur Landeskunde, 1995, 2, Seiten 11–14
  • derselbe: „Ernst Wagner: 1832–1920“, in: Blick in die Geschichte Nr. 26 (1995), Seite 1
  • Stefan Ph. Wolf: „Wagner, Ernst Hermann, Pädagoge, Direktor der Karlsruher Sammlungen für Altertümer und Völkerkunde : * 5.4.1832 Karlsruhe, ev., † 7.3.1920 Karlsruhe“, in: Badische Biographien N.F. Band 5, 2005, Seiten 286 ff.

Zudem erwähnt in „Ihr glücklichen Augen“ von Albert Herzog (siehe oben) und im Stadtführer Karlsruhe (1898) auf Seite 28.

Weblinks

Fußnoten

  1. Lebensbilder aus Baden-Württemberg, Band 20 (2001, ISBN 3170173332 und ISBN 9783170173330) Seite 342
  2. Gesetz- und Verordnungsblatt 1864, Seite 734
  3. Walther Peter Fuchs: Großherzog Friedrich I. von Baden und die Reichspolitik 1871-1907, Seite 245 unten (Fn 9)
  4. vgl. Eintrag: „Wagner Dr. Ernst, Geh. Hofrat, Oberschulrat u. Konservator der Alterthümer, Hirschstr. 53“ im Adreßbuch für die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe (1891) und Wer ist wer?: Das Deutsche who's who, Band 2, 1906
  5. Seite 180 (unten) f.
  6. vorhanden in der Präsenzbibliothek „Pfinzgau-Bücherecke” in der Karlsburg , vgl. Bestandsverzeichnis