Alemannen

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Karte von 1894

Die Alemannen oder Alamannen waren eine germanische Stammesgruppe (möglicherweise ein Kriegerverband) die am Ober- und Hochrhein siedelten. In Südwestdeutschland ist von Ihnen noch der alemannische Dialekt und die Wurzeln der schwäbisch-alemannischen Fastnacht erhalten geblieben. Im Süden des Regierungsbezirks Karlsruhe verläuft die Alemannisch-Südfränkische Mundart-Grenze.

Geschichte

Die Alemannen (lat. Alemanni auch Alamanni), setzten sich aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie den Bucinobanten, die rechts des Rheins gegenüber von Mainz siedelten, den Brisigavi (Breisgauer) die gegenüber von Straßburg und Basel lebten, den Lentienser (Linzgauer) die nördlich des Bodensees wohnten und den Juthungi (Juthungen) nördlich der Donau zusammen. Mit der Völkerwanderung kamen zu den romanisierten Keltenstämmen immer mehr neue germanische Volksstämme wie die Sueben und Markomannen, vom nordöstlichen Germanien in den Südwesten und siedelten sich im Gebiet zwischen Main und Donau an.

234 n. Ch., unter Kaiser Alexander Severus fielen sie in das römische Zehntland (Agri decumates) ein und wurden erst 237 n. Ch. vom Soldatenkaiser Maximinius Thrax über die römische Grenze wieder zurückgetrieben. Nachdem die Goten in Italien eingefallen waren überrannten die Alemannen 259 n. Ch. Rätien und die Nordschweiz, zogen weiter bis nach Italien, wurden allerdings beim Rückmarsch am 24./25. April 260 n. Ch. von Marcus Simplicinius Genialis in der Nähe von Augsburg geschlagen. 270 n. Ch. brachen Juthungen mit den Markomannen vereint abermals in Italien ein, schlugen den Kaiser Aurelian 271 n. Ch. bei Piacenza, wurden aber bei Pavia vernichtend geschlagen. Kaiser Probus jagte die Alemannen, nachdem sie weite Raubzüge durch Gallien unternahmen 277 n. Ch. wieder über die Alb und den Neckar hinter den Limes. Nach seinem Tode 282 n. Ch. fiel das ganze Land östlich des Rheins und westlich der Iller wieder in die Hände der Alemannen. Selbst des Kaisers Julian großer Sieg in der Nähe von Straßburg 357 n. Ch. hatte für die Alemannen unter den Gaukönigen Chnodomars und seines Neffen Agenarich, Hortar, Suomar, Ur, Ursicinus und Vestralp, keine ernsthaften Folgen, sowenig wie die Schlachten der Kaiser Valentinian I. 367 n. Ch. und Kaiser Gratian 378 n. Ch. Zur Mitte des 5. Jh. zog sich das Alemannische Herrschaftsgebiet über das Maingebiet, Schwaben, dem Elsass bis nach Rätien hin.

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches erweiterte der Merowinger Frankenkönig Chlodwig I. das Frankenreich und besiegte die Alemannen 496 n. Ch. und 506 n. Ch. entscheidend, entriss ihnen das Maingebiet und unterwarf sie der fränkischen Oberhoheit. Beim sogenannten Blutgericht zu Cannstatt berief der karolingische Hausmeier Karlmann 746 n. Ch. alle alemannischen Herzöge und Adlige zu einer Versammlung nach Cannstatt ein und ließ daraufhin tausende wegen Hochverrats festnehmen und hinrichten. So wurde nahezu die gesamte Führungsschicht des Herzogtum Alemannien ausgelöscht.

Dialekte

Vom Oberdeutsch zu Mitteldeutsch besteht eine Mundart-Grenze am Südrand des Regierungsbezirks Karlsruhe. Im Oberdeutschen sind die Doppelvokale i e, u o, ü e noch als solche bewahrt, während dies beim Mittel- und Niederdeutschen nicht der Fall ist.

Die alemannische Sprache teilt sich in Hochalemannisch (wie heute noch z.T. in der Schweiz gesprochen wird) und in Niederalemannisch, dem Dialekt in Baden und dem Schwäbisch.

Benennungen

Straße

„Alemannia“

Weblinks