Zollverein

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Der Deutsche Zollverein war ein Zusammenschluss deutscher Bundesstaaten durch den Zollvereinigungsvertrag vom 22. März 1833. Er trat am 1. Januar 1834 in Kraft.

Geschichte

Das Großherzogtum Baden tritt dem Zollverein 1835 bei, wofür sich unter anderem auch der Politiker Franz Anton Regenauer (1797–1864) sowie Karl Friedrich Nebenius eingesetzt hatte.

Nach dem Beitritt entwickelt sich Karlsruhe sehr schnell bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von einer Beamtenstadt zu einem der wichtigsten industriellen Zentren des Großherzogtums. Die wichtigsten Zweige sind die Metall- und Maschinenbauindustrie. Die Industrialisierung sowie der Handel wurde auch durch den Bau und Betrieb der Badischen Hauptbahn gefördert, für die sich Nebenius nachhaltig einsetzte, nachdem er seine anfängliche Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie überwunden hatte.

1863 wurde der Jurist Karl Mathy (1807–1868) badischer Bevollmächtigter beim Deutschen Zollverein.

Der Zollverein gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Einigung Deutschlands, die ihren Abschluss in der Reichsgründung 1871 fand, siehe auch Kaiserproklamation).

Da 1861 das Königreich Preußen und der deutsche Zollverein einen Handels- und Freundschaftsvertrag mit Japan schlossen, wurde 2011 das Jubiläum „150 Jahre Freundschaft Japan – Deutschland“ gefeiert, das auch in Karlsruhe begangen wird. Siehe hierzu auch Kirschblütenhain.

Siehe auch

Literatur (Auswahl)

  • Carl Friedrich Nebenius: Denkschrift für den Beitritt Badens zu dem zwischen Preußen, Bayern, Würtemberg, den beiden Hessen und mehren andern deutschen Staaten abgeschlossenen Zollverein, Karlsruhe 1833 bei Müller [im Präsenzbestand der BLB, Standortnummer 95 B 78713]
  • Karl Mathy: Betrachtungen über den Beitritt Badens zu dem deutschen Zollverein: veranlasst durch die Denkschrift für den Beitritt Badens von C.F. Nebenius; mit einem Anhang, enthaltend, den Zollvereinigungs-Vertrag zwischen Baiern und Würtemberg einerseits, dann Preussen und den beiden Hessen andererseits, vom 22. März 1833. Karlsruhe 1834 im Selbstverlag des Herausgebers, gedruckt bei W. Hasper
  • Carl Friedrich Nebenius: Der deutsche Zollverein, sein System und seine Zukunft, Karlsruhe 1835 bei Müller [im Präsenzbestand der BLB, Standortnummer 95 B 78486]
  • Ferdinand Wallschmitt: Der Eintritt Badens in den deutschen Zollverein (Doktorarbeit, Universität Heidelberg, 1904) Hanau 1904 [Standortnummern O58 A 229 und 72 D 4120 in der BLB]
  • Carola Wolf: Baden im Zollverein: sein Streben nach Wahrung der eigenstaatlichen Interessen (Dissertation), Freiburg i. Br. 1956 [Standortnummer O58 B 361 in der BLB]
  • Alfred Meyer: Der Zollverein und die deutsche Politik Bismarcks, Freiburg im Breisgau 1958 [Standortnummer 74 D 4136 in der BLB]
  • derselbe: Der Zollverein und die deutsche Politik Bismarcks – eine Studie über das Verhältnis von Wirtschaft und Politik im Zeitalter der Reichsgründung (= Band 288 der Reihe „Europäische Hochschulschriften“), Frankfurt am Main/Bern/New York 1986, ISBN 3-8204-9093-0 [Standortnummer 87 A 3370 in der BLB]
  • Adolf Schmid: Baden trat vor 155 Jahren dem Deutschen Zollverein bei: die deutsche Wirtschaftsunion 1834/35, in: „Badische Heimat“ 70. (1990), Seiten 557 – 566

Weblinks