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Rheinbegradigung
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Die Rheinbegradigung wurde zwischen 1817 und 1879 von Johann Gottfried Tulla (* 1770; † 1828) und seinen Nachfolgern zur Begradigung und Schiffbarmachung des Oberrheins durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis |
Chronik
- 1804: Markgraf Karl Friedrich von Baden erteilt den Auftrag zur "Rheinkorrektion"
- 1809: Tulla legt erste Pläne vor
- 1817: Erster Durchstich bei Knielingen; Übereinkommen mit Bayern über die Begradigung zwischen Neuburg und Dettenheim (die Pfalz war seit dem Wiener Kongress 1815 wieder bayerisch)
- 1818: Zustimmung der Franzosen
- 1824: Große Rheinflut mit positiven Ergebnissen im südlichen Teil und größeren Überschwemmungen weiter flussabwärts
- 1826: Preußen und die Niederlande fordern ein Ende der Korrektion wegen befürchteter weiterer Hochwasserschäden im Norden
- 1827: Vorläufiger Baustopp
- 1828: Tod Tullas, Fortführung der Arbeiten unter anderem durch Max Honsell
- 1832: Einigung mit den anderen Uferstaaten
- 1835: Erlass eines badischen Enteignungsgesetzes
- 1840: Vertrag zwischen Baden und Frankreich, Festlegung der neuen Grenzen
- 1876: Letzter Durchstich beim Idsteiner Klotz (bei Basel); schweres Hochwasser
- 1879: Die Begradigung des Oberrheins ist abgeschlossen
- 1882/83: Verheerendes Jahrhunderthochwasser
- 1892: Vertrag zwischen Schweiz und Österreich zur Begradigung des Alpenrheins
Das Durchstechen der Flussschlingen verkürzte die Strecke zwischen Basel und Bingen um 81 km.
Ziele
Das wichtigste Ziel war die Schiffbarkeit des Oberrheins, dies wurde aber nur möglich durch weiter reichende Maßnahmen der Rheinregulierung.
Ein anderes wesentliches Ziel war, verheerende Überschwemmungen durch die jährlichen Hochwasser zu vermeiden. Dies traf aber im 19. Jahrhundert nur für die südlicheren Gemeinden ein.
Folgen
Die Auswirkungen der Rheinbegradigung reichen bis heute. Je nach ökologischem oder ökonomischem Blickwinkel fällt die Bewertung der einzelnen Folgen unterschiedlich aus. Daher lassen sie sich nur zum Teil eindeutig in positive und negative einteilen.
- Steigerung des Flussgefälles, dadurch größere Hochwassergefahr flussabwärts
- Absenkung des Grundwasserspiegels, Verlandung und Trockenfallen der Auwälder
- Je nach Gemeinde Landgewinnung oder Landverlust
- Auswirkungen für die Artenvielfalt, siehe auch Rheinauen
- Gewinnung neuer Flächen für Landwirtschaft und Industrie
Siehe auch
Naturschutz, Naturschutzgebiet
del.icio.us
Mr.Wong
