Kirchfeld

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Das Zentrum von Neureut mit Kirchfeld im Osten

Die Kirchfeldsiedlung ist ein Ortsteil von Neureut mit ca. 3.000 Einwohnern, der ursprünglich zur Aufnahme von Heimatvetriebenen aus dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Der Name „Kirchfeld“ rührt von dem Namen des Gewanns, auf dem die Siedlung erbaut wurde.

Vergangenheit

Die ersten Häuser in der Kirchfeldsiedlung entstanden ab 1928 im südlichen Bereich der heutigen Gildestraße am Rand des Exerzierplatzes. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden dann ab 1949 Heimatvertriebene angesiedelt, die ihre Häuser größtenteil selbst erbauten. Zuvor diente das Gelände als Exerzierplatz. Die von den Bewohnern schlicht „Siedlung“ genannte Kirchfeldsiedlung wuchs schnell um die Einkaufsstraße, die Donauschwabenstraße, sowie um die Gildestraße herum. Aus der Zeit des zweiten Weltkriegs finden sich in einigen Gärten noch kleinere Bunker und Schutzräume. Im angrenzenden Hardtwald sind diese größtenteils gesprengt und abgerissen worden, wer sich jedoch ein wenig umhört wird noch den ein oder anderen intakten Bunker finden. In Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen steht auf dem Joseph-Groß-Platz das Vertriebenenmahnmal.

Gegenwart

Die Kirchfeldsiedlung zeichnet sich heute durch durch die große Naturnähe aus, der Hardtwald grenzt direkt an das Bebauungsgebiet und die Häuser besitzen alle große, gepflegte Gärten. Das Wohnklima ist ruhig und gemütlich.

Kirchen und Schulen

Die Kirchfeldsiedlung besitzt eine katholische Kirche St. Heinrich und Kunigunde sowie eine etwas kleinere evangelische Kirche, die beide je einen Glockenturm und einen Kindergarten haben. Es gibt zwei Schulen, zum einen die Grundschule Waldschule Neureut, zum andern die Hardtwaldschule, eine regionale Schule für geistig behinderte Kinder, die vom Landkreis Karlsruhe getragen wird. Beide Schulen liegen auf dem selben Gelände am Waldrand, fast schon im Wald und verfügen über einen vollwertigen Sportplatz. Bis Anfang der 1990er Jahre waren in der Waldschule auch einige Klassen des Neureuter Gymnasiums untergebracht, da dieses an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war.

Militär

Die Einfahrt zur ehemaligen amerikanischen Kaserne

Auf Kirchfelder Gemarkung finden sich zwei Kasernen. Bis in die 1990er Jahre waren auf dem Kasernengelände nördlich der Kirchfeldsiedlung Richtung Eggenstein Einheiten der amerikanischen Streitkräfte stationiert. Auf einem Teil dieses Geländes entsteht seit 2005 das Neubaugebiet Kirchfeld-Nord. Der restliche Teil der Kaserne mit den noch vorhandenen Hallen und dem Stichgleis der Hardtbahn wird von der Bundeswehr als Lager genutzt. Die Straßenzufahrt hierzu befindet sich an der B 36-Auffahrt in Eggenstein. Auf der Rennstrecke in der amerikanischen Kaserne fanden bis in die 1980er-Jahre Stockcar-Rennen statt, auch unter Beteiligung ziviler deutscher Fahrer aus der Region. 1960, ein Jahr nach dem Bau der amerikanischen Kaserne, wurde auch die Bundeswehr in Kirchfeld sesshaft. Seither sind in der Kirchfeld-Kaserne auf dem Gelände am südlichen Ende der Kirchfeldsiedlung Fernmeldeeinheiten stationiert.

Sonstiges

Westlich der Kirchfeldsiedlung befindet sich das Verlagsgebäude der BNN.

Kirchfeld ist vom Europaplatz mit der Buslinie 73 und von Neureut Bärenweg aus mit der Buslinie 72 zu erreichen.

Literatur

Herbert Karl: Die Kirchfeldsiedlung. Karlsruhe 2012, Info-Verlag. ISBN 978-3-88190-666-1

Lage

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