Gedenkbuch für die Karlsruher Juden

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Das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ist ein Geschichtsprojekt des Stadtarchivs Karlsruhe.

Die Namen

Im Jahr 1933 lebten 3.358 Deutsche jüdischen Glaubens oder Herkunft in Karlsruhe. Über 1.000 wurden zwischen 1933 und 1945 ermordet. An sie erinnert das Gedenkbuch für die Karlsruher Juden. Es basiert auf einer Gedenkliste mit den Namen und Lebensdaten der Ermordeten, die 1988 im Zusammenhang mit dem Besuch der ehemaligen Karlsruher Juden im Auftrag der Stadt erstellt wurde, und auf Archivrecherchen sowie Kontakten zu Angehörigen der Opfer in aller Welt. Auf dieser Grundlage legte das Stadtarchiv Karlsruhe eine Datenbank an, die Suchanfragen nach Namen, Adressen, Berufen, besuchten Schulen und Deportationsorten der Betroffenen ermöglicht. Das Gedenkbuch kann im Stadtmuseum Karlsruhe und in der Erinnerungsstätte Ständehaus eingesehen werden. Hier liegt auch das gedruckte Gedenkbuch mit den Einlegblättern der fertig gestellten Biografien. Nach Terminabsprache ist im Stadtarchiv ebenfalls die Einsicht in die Datenbank und auch eine Beratung möglich.

Möglichkeiten zur Beteiligung

Das Stadtarchiv lädt interessierte Karlsruher Bürgerinnen und Bürger ein, eine „Patenschaft” zu einem Namen, zu einer Lebensgeschichte zu übernehmen. Diese können mit Unterstützung des Archivs in Gruppen oder einzeln nach Spuren suchen, eine Biografie eines der Opfer verfassen und diese dem Gedenkbuch zur Verfügung stellen.

Diese biografischen Beiträge sollen etwa eine bis drei DIN-A-4-Seiten umfassen. Für das Recherchieren und Schreiben kann sich jeder soviel Zeit nehmen, wie er will und benötigt. Die Textform wird individuell gewählt, der Inhalt darf aber nicht den überlieferten Tatsachen widersprechen. Damit kann aus einer recht abstrakten Datenbank mit der Zeit so etwas wie ein Album der um 1940 deportierten Mitbürger entstehen. Unterstützt wird das Projekt von dem Historiker Jürgen Schuhladen-Krämer.

Im Februar 2009 wurden 15 neue Biografien für insgesamt 40 Personen eingelegt: Philipp und Edith Fuchs, Leopold Maier, Rosa und Sigmund Billig, die Familie Nachmann, Hermann Cohen, die Familie Steinmetz, Auguste und Schewa Iwanier, Nelly Falk, die Familie Przysucha, die Familie Hofmann, Berta Finkelstein, die Familie Interstein, Sophie Reinach, die Familie Wolf sowie Wilhelm Bär.

Weblinks