DB-Triebfahrzeuge

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Dieser Artikel listet die in Karlsruhe anzutreffenden Triebfahrzeuge der Deutschen Bahn.

Dampflokomotiven

Der Dampfbetrieb endete in Westdeutschland in der 1970er Jahren. Für Fahrten mit historischen Zügen wird auf die Ulmer Eisenbahnfreunde verwiesen. Baureihen-Bezeichnungen laufen heute dreistellig einschließlich führender 0 vor der an vielen Fahrzeugen zweistelligen Beschriftung.

Elektrolokomotiven

Baureihe 101

Von 1996 bis 1999 durch Henschel in Kassel gebaute, vierachsige Drehstrom-Schnellfahrlokomotive, zur Höchstgeschwindigkeit von planmäßig 200 km/h konzipiert, wendezugfähig und druckdicht (wegen Tunnelbetriebs). Die Maschine ist bundesweit etwa 140 mal (Lackierung von Anfang an „verkehrsrot“) vorhanden und kommt in Karlsruhe bei den InterCity- und EuroCity-Linien der Fernbahn zum Einsatz, dabei bestehen Zugläufe bis etwa 1000 km mit einer und derselben Lok. Diese Entfernung entspricht etwa der durchschnittlichen täglichen Laufleistung jeder der Loks; nachts fahren sie auch Güterzüge. Das Fahrzeug kommt auch in die Schweiz und nach Österreich. Auf deutschen Eisenbahn-Neubaustrecken für hohe Geschwindigkeiten wird vornehmlich zwischen Mannheim und Stuttgart zusätzlich lokbespannt gefahren, wobei die Baureihe 101 eine Schlüsselrolle spielt. Es bestehen zahlreiche technische Parallelen zur im Regionalverkehr eingesetzten Baureihe 146 und zu den Güterzug-Baureihen 145 / 185. Die relativ hohen Stückzahlen aller Teile führen zu einer kostengünstigen Wartungsstrategie. Betrieblich unmittelbare Vorgänger im Karlsruher Raum sind die Baureihen 103, 111, 120, 181.

Baureihe 103

Erste deutsche Schnellfahrlokomotive für 200 km/h, sechsachsig, gebaut ab 1965. Wegen hohen Verschleißes nur wenige Museumsexemplare erhalten; nationales Kult-Objekt unter Eisenbahnfreunden, füllt zahlreiche Fachbücher. Weder wendezugfähig noch druckdicht, fuhr dennoch durch den Mannheimer Pfingstbergtunnel, hier zuletzt im Jahr 2002 nur noch die Rheinschiene Basel - Koblenz - Köln mit verschiedenen nördlichen Fortsetzungen zu tunnelfreien Schnellfahrstrecken.

Baureihe 110

Markant ist die Version mit der sogenannten Bügelfalte jedoch wurden auch Exemplare in Kastenform analog der BR 140/141 gebaut. Auch der Scherenstromabnehmer anstelle des modernen Einholmstromabnehmers anderer Loks ist charakteristisch Vierachsig und mittlerweile wendezugfähig. Älteste im Dienst befindliche Baureihe, gebaut ab Ende der 1950er Jahre, zog früher Schnellzüge durch Deutschland mit maximal 150 km/h, fährt heute vornehmlich  R4 , mittlerweile auch über den Schwarzwald von/nach Konstanz, ist noch für 140 km/h zugelassen.

Baureihe 111

Erste von Anfang an wendezugfähige Lok, vierachsig, max. 160 km/h, erlaubte erstmals zugleich den durchgehenden Betrieb zur steilen Schwarzwaldbahn und befuhr hierbei den Abschnitt südlich von Frankfurt (Main) Hbf. Die Maschine dient heute dem Regionalverkehr, was bei völlig anderen Vorgeschichten auch für die Baureihen 110 und 112 gilt.

Baureihe 112

Gebaut von 1990 bis 1994 bei Lokomotivbau Elektrotechnische Werke (heute zu Bombardier Transportation gehörend), Hennigsdorf, vierachsig, ist zur Höchstgeschwindigkeit von planmäßig 160 km/h vorgesehen und weder druckdicht noch unmittelbar wendezugfähig. Die Maschine war ursprünglich nur für den Berlin-Transitverkehr und weitere, ausgewählte Schnellzug-Strecken innerhalb der DDR konzipiert, wurde dann zeitweise von sowohl Deutscher Reichsbahn als auch Deutscher Bundesbahn beschafft, gilt somit unter den Fernbahn-Triebfahrzeugen als Symbol der deutschen Einheit. Sie ist bundesweit nunmehr 128 mal vorhanden und kommt in Karlsruhe nur bei den IRE-Zügen der Regionalbahn-Linie  R5  zum Einsatz. Die Unterbringung der Loks im Betrieb wird immer schwieriger; ihre große Stückzahl erlaubt die Bespannung von Zügen an ggf. beiden Enden mit je einer Maschine (im Foto nicht zu sehen), wodurch dann dennoch Wendezüge entstehen. Die fehlende Druckdichtigkeit der Loks und der benutzten ehemaligen InterRegio-Wagen ist auf dem kurzen Abschnitt hinter Vaihingen (Enz) akzeptabel, da hier nur kurze Tunnel wirklich schnell durchfahren werden und dabei fahrplanmäßig auch keine Züge entgegenkommen. Die ursprünglich für den Fernverkehr konzipierten Wagen sind für 200 km/h zugelassen, erreichten diese Geschwindigkeit auf derselben Strecke auch, gegenüber heutigen 160 km/h. Es handelt sich um den bundesweit einzigen Nahverkehr auf einer ursprünglich ausschließlich dem Fernverkehr zugedachten Strecke, bevor es ab 2006 auch andernorts derartige Lösungen geben wird.

Baureihe 120

Erste wendezugfähige und druckdichte Drehstrom-Schnellfahrlokomotive, gelegentlich anstelle der häufigeren 101 anzutreffen. Etwa gleichzeitige Entwicklung hinreichend schwerer Steuerwagen (mit Fahrrad-Abteil) für Tunnelstrecken.

Baureihe 146

Vierachsig und wendezugfähig. Noch nicht oft anzutreffen, potenzieller Regionalbahn-Nachfolger der Baureihen 110, 111 und 112, Höchstgeschwindigkeit 160 km/h. Man kann die 146 im Raum Stuttgart sehen. Die 146 fährt auch mit Doppelstockzügen als IRE zwischen Karlsruhe Hbf und Stuttgart Hbf.

Baureihe 181

Die Baureihe 181, gebaut seit 1974 für den elektischen Mehrsystem-Verkehr an der deutschen Westgrenze, vierachsig, weder wendezugfähig noch druckdicht (Tunnel), verkehrt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zwischen Karlsruhe und Strasbourg und in dieser Funktion auch nicht ohne Weiteres zu ersetzen. Die Strecke ist Bestandteil der für die Zukunft angedachten Magistrale für Europa.

Elektrische Güterzuglokomotiven

Grob einzuteilen sind die Baureihen folgendermaßen:

  • Neu: 145, 152, 182 (Taurus), 185 (alle vierachsig),
  • Alt: 139, 140, 150, 151 (alle West), 155 (Ost).

Gemeinsam ist den alten Baureihen ihre Kastenform. Die 139 bewältigte seinerzeit auch den Personenverkehr der Schwarzwald- und der Höllentalbahn. Die BR 150 ist mittlerweile ausgemustert worden.

Diesellokomotiven

Baureihe 218

Gebaut von 1968 bis 1979 durch Krupp / Henschel / Krauss-Maffei, vierachsig. Ihre Unterbringung im Betrieb wird immer schwieriger. Mit (einschließlich mehrerer Unterserien) 410 Exemplaren handelt es sich um die wichtigste Diesellok der deutschen Eisenbahngeschichte. Das Fahrzeug dient der Beförderung schwererer Züge, ist mittlerweile meist wendezugfähig und zur Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h konzipiert, die es allerdings nur selten tatsächlich erreicht (in Baden-Württemberg am ehesten zwischen Ulm und Friedrichshafen). Aufgrund guter Steigfähigkeit war das Fahrzeug früher Standard der Murgtalbahn, wo es durch Baureihe 450 abgelöst wurde. Sonstige betriebliche Nachfolger im Raum Karlsruhe sind die Triebwagen-Baureihen 612, 628 und 650.

Baureihe 294

Vierachsige Lok für 80 km/h. Früher im schweren Rangierdienst an den Ablaufbergen mit Lokführern besetzt , heute vornehmlich im Funkfernsteuerbetrieb durch Lokrangierführer unterwegs.

Kleinlokomotiven

Baureihe 363

Dreiachsige Diesellok für 60 km/h früher wie heute fast ausschließlich für den Rangierdienst.

Elektrotriebwagen

Baureihe 401

Auch als erste ICE-Generation oder ICE 1 bezeichnet, gebaut durch Siemens / Bombardier seit 1989. Das Fahrzeug ist bundesweit 59 mal vorhanden und kommt auch in die Schweiz und nach Österreich. Neu gegenüber lokbespannten Zügen ist auch die Höchstgeschwindigkeit von planmäßig 250 km/h (technisch auch darüber). Erstes Einsatzgebiet war ab 1991 unter Anderem die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart. Einige Jahre später begann der Planeinsatz auch in Karlsruhe (heute Linie ICE 12 und Linie ICE 20). Die Baureihe 402, auch als zweite ICE-Generation oder ICE 2 bezeichnet, erlaubt bereits Flügelungen und kommt planmäßig nicht nach Karlsruhe. Nachfolgemodell ist die Baureihe 403.

Baureihe 403

ICE 3 der NS in Baden-Baden

Als dritte ICE-Generation oder ICE 3 bezeichnet, gebaut durch Siemens / Bombardier seit 2000, ist der modernste aller Triebwagenzüge. Er ist bundesweit etwa 50 mal vorhanden. Äußerlich kaum davon zu unterscheiden ist die Baureihe 406, auch als ICE 3M bezeichnet, welche die Mehrsystemvariante des ICE 3 darstellt. Diese ist für die Länder Schweiz (über Basel SBB hinaus), Niederlande, Belgien und auch Frankreich zugelassen. Einsatzgebiet beider Baureihen ist unter anderem die Schnellfahrstrecke Köln - Rhein/Main, die maximal 4% Steigung aufweist und ausschließlich von diesen Zügen befahren wird. Diese erreichen alle zwei Stunden auch Karlsruhe (Linie ICE 43). Für einen deutschland- oder gar europaweiten Einsatz gibt es noch längst nicht genug Einheiten, jedoch haben auch ausländische Bahngesellschaften einige Fahrzeuge hiervon, zum Beispiel die Nederlandse Spoorwegen (NS, Niederländische Eisenbahnen AG), die mit ihren ICEs auch in den Südwesten Deutschlands kommen. Neu gegenüber Baureihe 401 sind:

  • Höchstgeschwindigkeit planmäßig 300 km/h.
  • Der Zug besteht aus 8 Wagen, von denen neben den beiden Triebköpfen noch zwei weitere Wagen angetrieben sind.
  • Entsprechende Verteilung der Antriebsleistung auf die gesamte Zuglänge garantiert die genannte Steigfähigkeit.
  • Zwei Züge können in Doppeltraktion verkehren, was auch Flügelungen erlaubt.
  • Auch als Fahrgast kann man über den Führerstand die Strecke beobachten.

Baureihe 415

Die Baureihe 415 sind ICE-T, die mit Neigetechnik ausgestattet sind. Im Dezember 2002 wurde ein solcher Zug vom Oberbürgermeister Heinz Fenrich und vom Konzernbevollmächtigten Baden-Württemberg der Deutschen Bahn auf den Namen „Karlsruhe“ getauft.

Baureihe 425

Triebwagen der S-Bahn Rhein-Neckar in Karlsruhe Hbf

Wie auch die ähnlichen Baureihen 423, 424, 426 gebaut durch Siemens / Bombardier / DWA und von Anfang an „verkehrsrot“ lackiert. Die Unter-Baureihen 425.2 und 425.4 unterscheiden sich voneinander und von den übrigen Fahrzeugen beispielsweise durch die vorhandene oder nicht vorhandene Einstiegsstufe. Dies berücksichtigt die jeweilige Bahnsteig-Höhe über Schienenoberkante (auf dem Foto niedrige Bahnsteige). Die Baureihen 424 bis 426 sind untereinander frei kuppelbar, und zwar elektrisch (Scharfenberg-Kupplung), was die Flügelung von Zügen unterstützt. Dies stellt besondere Anforderungen an die Zugzielanzeige und die übrige Fahrgastinformation. Einsatz des Fahrzeugs in Karlsruhe:

Baureihe 450

Die Baureihe 450 (Bezeichnung der Deutschen Bahn), hergestellt seit 1991 als Leichter Nahverkehrstriebwagen durch die DUEWAG in Krefeld-Uerdingen, ist ein elektrisches Zweisystem-Fahrzeug. Es heißt überregional und international auch Stadtbahn vom „Typ Karlsruhe“. Der Artikel Stadtbahn beschreibt den Einsatz in Karlsruhe sowie weitere Einzelheiten. Zunächst entstand die Hochflur-Variante (Foto), später folgte die kundenfreundlichere, von außen etwas schnittiger erscheinende Mittelflur-Variante. Die Fahrzeuge sind untereinander und mit Einsystem-Stadtbahnwagen frei kuppelbar, und zwar elektrisch (Scharfenberg-Kupplung), was die Flügelung von Zügen unterstützt. Dies stellt besondere Anforderungen an die Zugzielanzeige und die übrige Fahrgastinformation.

Dieseltriebwagen

Baureihe 612

Neigetechniktriebwagen als Weiterentwicklung der Baureihen 610 und 611. Erst diese Baureihen erlaubten hohe Geschwindigkeiten auch auf nicht elektrifizierten Strecken, zum Beispiel der  R92 . Der demgegenüber einzige elektrische Triebzug mit Neigetechnik in Deutschland ist Baureihe 411/415 (ICE-T), die auf der ICE-Linie 26 auch nach Karlsruhe kommen; Neigetechnik unter Oberleitungsbetrieb ist allerdings nur schwierig zu realisieren.

Baureihe 628

VT 628 als Felsenland-Express in Hinterweidenthal Ost

Das Fahrzeug, gebaut von 1974 bis 1996 in mehreren Varianten durch die heutige DUEWAG in Krefeld-Uerdingen, vierachsig, ist zur Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h vorgesehen und diente als erste Baureihe dem schaffnerlosen Einmannbetrieb unter stichprobenartiger Fahrkartenkontrolle, was zur Rettung zahlreicher Nebenbahnen in Deutschland führte. Von insgesamt über 300 Exemplaren gingen einige sofort ins Ausland. Das Fahrzeug fuhr früher auch auf der Kraichgaubahn (die Murgtalbahn war zu steil) und wegen Einmannbetriebs sogar zeitweise auf schwach frequentierten, durchgehend elektrifizierten Laufwegen, z. B. Richtung Graben-Neudorf - Mannheim. Es kommt heute nur noch auf einzelnen Regionalbahn-Linien zum Einsatz, soll aber wegen seines teilweise hohen Alters und intensiver Abnutzung auch jüngerer Exemplare sowie aufgrund relativ hoher Ausfallrate abgelöst werden. Antriebslose Beiwagen laufen als Baureihe 928. Aus Flexibilitätsgründen sind künftig keine Beiwagen, sondern nur noch angetriebene Einheiten vorgesehen. Nachfolger des 628 in Karlsruhe sind beispielsweise:

  • Schnelle Neigetechnik-Baureihen, vornehmlich Baureihe 612.
  • Baureihe 642 (Siemens Desiro)
  • Baureihe 643 (Bombardier Talent)
  • Zweisystem-Baureihe 450 für elektrischen Stadtbahn-Betrieb.
  • Baureihe 425 und deren Verwandte für elektrische S-Bahnen.

Baureihe 642

Links die 642 592 und rechts die 643 017

Die Dieseltriebwagen wurden anfang der 2000er Jahre von Siemens gebaut.

Baureihe 643

Die Triebwagen sowie die Baureihe 642 kommen vorwiegend auf den Strecken im Südpfalznetz und Westpfalznetz zum Einsatz.

Baureihe 650

Verkehrt beispielsweise auf der Nagoldtalbahn als Nachfolger der Baureihe 628. Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. Sie werden auch Regio Shuttles genannt und wurden von der Firma Stadler gebaut.

Baureihe 798

Ehemaliger Standort der Baureihe 798 (2011)

Eines dieser Fahrzeuge stand im Bahnhof Mühlburg und konnte für Feierlichkeiten der dort ansässigen Fast-Food-Kette genutzt werden. Der Beiwagen lief als Baureihe 998. Die Höchstgeschwindigkeit des auch als Schienenbus bezeichneten Zweiachsers betrug 90 km/h.

Verweise