Stadtgartentheater

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Stadtgartentheater war eine zusätzliche Bezeichnung für eine 1886 [1] am Festplatz in Karlsruhe erbaute und 1913 [2] abgerissene 100 Meter lange Ausstellungshalle, dem Vorgänger des heutigen Konzerthauses, mit einem Rondell in der Mitte. Hier wurde bis 1912 unter anderem Sommertheater aufgeführt. [3] Dadurch entstand der Name Stadtgartentheater.

Geschichte

Bereits 1877 wurde eine provisorische Ausstellungshalle auf dem Festplatz errichtet [4]. 1886 [5] wurde diese ungefähr am Standort des heutigen Konzerthauses in einem schlichten Fachwerkstil neu aufgebaut [6] und später um einen provisorischen Bühnenbau erweitert [7]. In dieser Ausstellungshalle wurde auch die badische Industrie- und Gewerbeausstellung veranstaltet. [8]

Am 5. September 1896 fanden im Stadtgartentheater die ersten Filmvorführungen in Karlsruhe statt. Anlass war der 70. Geburtstag des Großherzogs Friedrich. Die ersten Filme in Karlsruhe wurden von der Fa. Lumière aus Lyon vorgestellt, die auch die Filme der ersten Vorführung in Paris am 28. Dezember 1895 produziert hatte. Der Großherzog hatte die Gewerbeausstellung in Stuttgart besucht und dort selbst Lumière-Filme angeschaut. Auf der Gewerbeausstellung war auch ein Team der Brüder Lumière anwesend, so dass die in Stuttgart gedrehten Filme Anfang September dann - neben anderen - in Karlsruhe gezeigt wurden. [9]

Im Juni 1901 gastierte das Phono-Kinematographische Theater auf seiner ersten Europa-Tour eine Woche lang im Stadtgartentheater. Das Programm bestand aus mehreren Filmszenen, in denen bekannte Schauspieler dramatische Szenen spielten. Parallel zu diesen kinematographischen Szenen wurde mit Phonografen der Originaltext bzw. Gesang eingespielt. Diese neue audiovisuelle Erfahrung wurde in der Karlsruher Zeitung vom 15. Juni 1901 wie folgt kommentiert: [10]

Das phono-kinematographische Theater hat gestern im Stadtgartentheater seine Vorstellungen eröffnet, und das recht zahlreich erschienene Publikum lebhaft befriedigt. Es war außerordentlich interessant, die berühmten Schauspieler, Sänger usw. nicht nur in voller Aktion auf der Bühne zu sehen, sondern auch gleichzeitig zu hören. Phonograph und Kinematograph, genau zueinander angepasst, vereinigen sich hier mit überraschender Wirkung, um dem Ohr und Auge wirkliches Leben vorzutäuschen.

Im März 1905 führte das 1. Badische Leib-Dragoner-Regiment Nr. 20 Reiterspiele im Stadtgartentheater auf. [11] Außerdem wurde das Stadtgartentheater auch für Operetten [12] und Zirkusveranstaltungen [13] genutzt. Das Stadtgartentheater diente damals den Vergnügungen des einfachen Volkes [14]. Für den Bau des Konzerthauses wurde das Stadtgartentheater 1913 [15] abgerissen.

Weblinks

Fußnoten

  1. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [1]
  2. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [2]
  3. Buch „Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe” von Georg Patzer, G. Braun Buchverlag, 2004. ISBN 3765083224, Seite 99
  4. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [3]
  5. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [4]
  6. Bericht in den BNN vom 8. September 2008, Seite 12 [5]
  7. Stadtlexikon des Stadtarchivs Karlsruhe zum Konzerthaus und dessen Vorgänger [6]
  8. Buch „Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe” von Georg Patzer, G. Braun Buchverlag, 2004. ISBN 3765083224, Seite 99
  9. Stummfilmfestival Karlsruhe über die ersten Filmvorführungen in Karlsruhe [7]
  10. Buch „Kino: Schauplätze in der Stadt” von Gerhard Bechthold, 1. Januar 1987, Von Loeper Literaturverlag. ISBN 3860597515, Seite 14
  11. Deutsche Digitale Bibliothek über Reiterspiele im Stadtgartentheater [8]
  12. Buch „Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe” von Georg Patzer, G. Braun Buchverlag, 2004. ISBN 3765083224, Seite 99
  13. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [9]
  14. Bericht in den BNN vom 8. September 2008, Seite 12 [10]
  15. Redaktion Tag des offenen Denkmals über Geschichte vom Festplatz [11]