Pfinzgaumuseum

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Durlacher Karlsburg

Das Pfinzgaumuseum ist eine Altertumssammlung in der Durlacher Karlsburg. Sie befindet sich in den obersten Stockwerken, ist aber barrierefrei durch einen Aufzug erreichbar.

Es gibt eine Dauerausstellung über die Geschichte Durlachs sowie Sonderausstellungen, die zweimal jährlich wechseln. Zudem gibt es jährlich ein Museumsfest sowie einen sehr beliebten Kindertag.

Das Pfinzgaumuseum hat einen Förderverein, den Freundeskreis Pfinzgaumuseum.

Sonderausstellungen

Aktuelle

  • „Durlacher Familiengeschichten. Leben und Arbeit 1750–1950“, 11. Juni bis 19. Februar 2017

Vergangene

  • „Die Staufer am Oberrhein“ ab Juni 1977. Beitrag der Stadt Karlsruhe zum Staufer-Jahr.
  • „Das Leben der Henriette Obermüller-Venedey“, 27. November 1999 bis 28. November 2000
  • „Wasser. Geschichte der Wasserversorgung in Durlach”, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Karlsruhe, 2006
  • „Geschichte der Gesundheitsversorgung in Karlsruhe und Durlach” – In der Doppelausstellung zeigte das Museum gemeinsam mit dem Stadtmuseum Karlsruhe zum 100-jährigen Jubiläum des Städtischen Klinikums Publikationen zur Geschichte des Klinikums. 22. September 2007 bis 27. Januar 2008.
  • „Durlach 1938 – Die Eingemeindung”, bis 6. Juli 2008
  • „Gastwirtschaften in Durlach vom Mittelalter bis heute”, 19. Juli 2008 bis 15. Februar 2009 (begleitend wurde ein kleines Heft herausgegeben)
  • „Der Fastnachtclub Sonnewerbele”, über den Ende 2008 aufgelösten Verein Fastnachtsclub Sonnewerbele Durlach 1967, 15. März bis 19. Juli 2009
  • „Der große Brand von 1689”. Kein Ereignis hat die Durlacher so nachhaltig geprägt wie die Zerstörung ihrer Stadt durch den Brand im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Die Beschriftung der Ausstellung war in Deutsch und Französisch verfügbar. (25. Juli 2009 bis 7. Februar 2010)
  • „Guck mal 4 – Die Stadt Durlach auf historischen Fotos“ mit einem kleinen Bereich über Durlacher Originale. (20. März bis 4. Juli 2010)
  • „900 Jahre Rintheim – Ein Stadtteil im Lauf der Jahrhunderte“ (24. Juli 2010 bis 30. Januar 2011)
  • „Guck mal 5. Die Stadt Durlach auf historischen Fotos“ (20. Februar bis 31. Juli 2011)
  • „750 Jahre Wolfartsweier – Ein Stadtteil im Lauf der Jahrhunderte“ (1. Oktober 2011 bis 1. Februar 2012)
  • „Stadt, Land, Plan. Durlach und Umgebung in historischen Karten und Plänen”, 12. Mai bis 9. September 2012
  • „750 Jahre Hohenwettersbach – Ein Stadtteil im Lauf der Jahrhunderte“, 27. Oktober 2012 bis 3. März 2013
  • „Gruß aus Durlach – Stadtansichten auf historischen Postkarten”, 23. März bis 15. September 2013
  • „Durlach gesucht! Menschen, Dinge und Geschichten“, 12. Oktober 2013 bis 23. März 2014
  • „Zettelwirtschaft“ aus der Reihe „Sammelfieber. Private Sammlerinnen und Sammler im Pfinzgaumuseum“, 23. März bis 20. April 2014
  • „Der Krieg daheim: Karlsruhe 1914–1918”, vom 10. Mai bis 26. Oktober 2014 (Doppelausstellung mit dem Stadtmuseum Karlsruhe)
  • „Hufeisen, Birnkrüge, Engelsköpfe und …? – Sammeln im Pfinzgaumuseum gestern und morgen”, 29. November 2014 bis 22. Februar 2015
  • „Mittendrin. Menschen in Karlsruhe“, 23. Mai bis zum 23. August 2015, Doppelausstellung mit dem Stadtmuseum Karlsruhe
  • „Genug gejubelt!? Pleiten, Pech & Glücksfälle der Stadtgeschichte“, Doppelausstellung im Stadtmuseum Karlsruhe und im Pfinzgaumuseum, 26. September 2015 bis 24. April 2016

Öffnungszeiten

Seit 1. März 2013:

Geschichte

Bereits 1902 gab es Überlegungen für eine Altertumssammlung, weil es Befürchtungen gab, dass alles Alte bald verschwinden könnte. Es wurde überlegt, einen Altertumsverein zu gründen und Gelder zu sammeln, um interessante Objekte notfalls auch kaufen zu können. 1906 gab es bereits erste von Bürgern bereitgestellte Objekte im Rathaus Durlach, die dann später in den Prinzessenbau der Karlsburg kamen. Allerdings waren das nur historische Objekte.

1907 beauftragte der Durlacher Gemeinderat Emil Lichtenauer, sich als ehrenamtlicher Konservator um die Sammelstücke zu kümmern. Ab 1912 gab es auch einen kleinen städtischen Etat für die Sammlung. 1913 wurde Lichtenauer aus Altersgründen abgelöst von Friedrich Eberle, der bereits eine private Sammlung hatte und beide zusammenführte. Eberle nannte diese Sammlung erstmals „Pfinzgaumuseum”, weil sie nur Durlach betraf, sondern auch die Bergdörfer. Eberle bekam auch einen Ausweis für seine Tätigkeit vom Durlacher Bürgermeister. Es kamen weitere 300 Objekte dazu, auch vom Stadtbaumeister Haug, der bei Grabungen einiges fand. So kamen allerlei Waffen, Geschosse und auch eine Hufeisensammlung zusammen (letztere gibt es heute noch). Während Eberle Dienst im Ersten Weltkrieg machen musste, betreute seine Frau Walburga die Sammlung. Nach dem Krieg kamen die Objekte in seiner eigenen Wohnung unter. Eberle sammelte auch Gegenstände zum Ersten Weltkrieg, unter anderem 400 Postkarten und sogar Toilettenpapier.

Im Juli 1922 kamen die Gegenstände in den Prinzessenbau der Karlsburg, im April 1924 fand hier die Eröffnung des Pfinzgaumuseums statt. Der Eintritt kostete 30 Pfennig; die Öffnungszeiten waren jeden zweiten Sonntag von 11 bis 13 Uhr. Eingerichtet war das Museum wie eine Wohnung; eine Struktur der Objekte war nicht erkennbar.

Eberle legte auch öfter mal sein Amt kurzzeitig nieder, wenn es Streitigkeiten gab. 1929 schrieb er, dass das Museum Platzprobleme hätte. 1934 sollten Objekte ins Armeemuseum nach Rastatt abgegeben werden, was großen Protest hervorrief.

Nach der Eingemeindung Durlachs 1938 geht das Museum auch an die Stadt Karlsruhe über, allerdings steht im Eingemeindungsvertrag, dass das Museum und die Bibliothek erhalten werden muss. Eberle führte kurz vorher noch eine Inventarisierung durch. Zum Zweiten Weltkrieg verteilte er wertvolle Stücke unter der Durlacher Bevölkerung, damit bei Zerstörungen einzelner Häuser nicht alle Objekte verloren sind. Er selbst schlief nachts im Pfinzgamuseum. Jedoch musste er viele seiner Waffen abgeben.

1948 waren die Räume der Karlsburg wieder begehbar, allerdings gab Eberle sein Amt ab an seine Frau Walburga und Heinrich Liede(?). Eberle starb 1948, nahm somit auch viel Wissen mit in sein Grab. Liede sammelte weniger, aber bewahrte die Objekte (an der Raumnot hatte sich auch noch nichts geändert).

1953 kam es zur Neuordnung der Sammlung, ab 1954 hatte die Ausstellung jeden Sonntag geöffnet. Wenn Schulklassen die Ausstellung besuchen wollten, mussten sie schriftlich bei Liede anfragen, was sich manchmal aufgrund des Schriftwechsels mehrere Wochen hingezogen hatte.

Später gab es kostenlosen Eintritt, aber auch viel Kritik in der Presse; trotzdem änderte sich an der schlechten Situation erstmal nichts: Zu eigenwillig zusammengestellt, die Wendeltreppe im Prinzessenbau sei zu gefährlich. 1960 sollte eine Kommission Vorschläge zur Aussortierung machen, mit der Folge, dass einige Objekte im Freien standen. Pläne, das Museum ins Alte Durlacher Wasserwerk zu verlegen, endeten mit massivem Protest.

1972 trat Herr Liede zurück. Es gab eine Ausstellung im Rathaus mit Leihgaben des Museums. 1976 kam es zur Neueröffnung mit reduziertem Themenbereich in der Karlsburg, über den Eingang C erreichbar. Bezahlte Gymnasiasten übernahmen den Dienst. Aber auch diesmal gab es Kritik: Die Ausstellung war nicht von Wissenschaftlern gestaltet wurden und wo ist die Hufeisensammlung? Im Juni 1977 war die Ausstellung „Die Staufer am Oberrhein” zu sehen, die so viele Besucher wie selten angezogen hatte. Ende der 1980er erfolgte dann die wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung. Christiane Weber überprüfte die Inventarisierungsliste von Eberle und aktualisierte sie. Inzwischen gibt es etwa 5.000 Objekte, die alle katalogisiert sind, und stets kommen neue Stücke dazu.

In diesem Zeitraum erfolgte auch der Ausbau auf zwei Etagen, jetzt stehen 1.500 qm zur Verfügung. Beim Ausbau des Daches der Karlsburg wurden Gegenstände wie ein großer Leiterwagen mit einem Kran angeliefert, der jetzt für alle Zeiten dort bleiben muss. 1994 wurde die Dauerausstellung eingerichtet, jedoch gab es keinerlei Stücke über die Industrialisierung Durlachs, obwohl diese recht wichtig war. Diese fanden erst nach und nach den Weg ins Museum.

Von 2001 bis Ende Oktober 2012 war Dr. Anke Mührenberg (*1971) für das Pfinzgaumuseum zuständig. Seit März 2013 ist Frau Dr. Alexandra Kaiser Leiterin des Museums.

Literatur

Adresse

Karlsburg Durlach
Pfinztalstraße 9
76227 Karlsruhe
Telefon: (0721) 1 33-42 17
(H)  nächste Haltestelle: Schlossplatz   

Weblinks