Mozartschule Bruchsal

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Links die Klosterkapelle, rechts die als Schulgebäude genutzte „alte Dechanei“
Ein Plakat am ehemaligen Standort erinnert an die „Höhere Mädchenschule“

Die Mozartschule Bruchsal war ein Gymnasium in Bruchsal, das ausschließlich von Mädchen besucht werden konnte.

Geschichte

Im November 1844 wurde nach achtjähriger Diskussion im Gemeinderat die „Höhere Töchterschule“ eröffnet, in die auch eine Volksschule integriert war. Als Vorbild diente eine 1836 geplante Schule in Rastatt. Der Schule wurde eine Etage im „Hoheneggerhof" zur Verfügung gestellt. 1857 wurde sie wieder geschlossen, nachdem die Klosterschule vom Heiligen Grab mit der Gemeinde vereinbarte, die Volkschule als „Weibliches Lehr-und Erziehungsinstitut“ zu übernehmen. Die Höhere Töchterschule erhielt keinen Ersatz, jedoch richtete die Klosterschule ein Pensionat ein, das vergleichbare Aufgaben übernahm. Als Gebäude diente die „alte Dechanei“, an der Ecke Friedrichsplatz / Anton-Wetterer-Straße. Im Laufe der nächsten Jahre erwirbt das Kloster weitere angrenzende Grundstücke, auf denen 1858 eine Kapelle und ein neues Schulgebäude errichtet werden. Im Hohenegger richtet sich zur selben Zeit die von der evangelischen Kirche getragene konfessionsunabhängige „Höhere Privattöchterschule“ ein.

1877 muss auf Druck des Oberschulrates die Klosterschule aufgrund ihrer Konfessionsgebundenheit schließen. Die Privattöchterschule löst sich selbst auf, um eine schon in den Jahren zuvor diskutierte Vereinigung beider Schulen zu ermöglichen. Sie übernimmt das von Heinrich Hübsch geplante Schulhaus der Klosterschule. Kernproblem dieser neuen Schule, war, dass dort nach einem Lehrplan unterrichtet wurde, für den die Lehrerschaft nicht ausreichend ausgebildet war. Statt das Personal fortzubilden oder auszutauschen, wird die Schule 1906 in eine „Mädchen-Mittelschule“ umgewandelt.

Zwischen 1915 und 1920 muss das eigene Schulhaus mehrfach verlassen werden, teils weil es zu militärischen Zwecken benötigt wird, teils weil kein Heizmaterial mehr vorhanden war. In dieser Zeit weicht man häufig auf Räume der Oberrealschule aus. Ab 1931 beginnen Diskussionen darüber die Schule (die seit 1926 die Bezeichnung „Mädchenrealschule“ trägt) mit der Oberrealschule zusammenzulegen. Erste Bemühungen in diese Richtung scheitern, statt dessen wird es ab 1938 möglich in der „Mozartschule“ wie sie seit 1937 heißt, die Reifeprüfung abzulegen.

Am 1. März 1945 wird das Schulgebäude beim Bombenangriff auf Bruchsal zerstört. Im Februar 1946 kann der Schulbetrieb in den Räumlichkeiten der Freiherr-vom-Stein-Schule (die als „Realgymnasium Bruchsal“ weitergeführt wird) wieder aufgenommen werden. Einige Klassen werden dabei mit dieser zusammengelegt, Im August 1946 wird der Begriff Mädchenrealgymnasium letztmals verwendet. Danach wird diese vollständig in das Realgymnasium integriert, was insofern auch keinen größeren Verwaltungsaufwand darstellt, als beide Schulen seit Wiederaufnahme des Schulbetriebs den selben Schulleiter hatten.

Das zerstörte Gebäude der Mozartschule wird nicht wieder aufgebaut. Heute befindet sich auf dem Grundstück die Sparkasse Kraichgau.

Schulleiter

Weblinks