Migration

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Hier werden Informationen zu verschiedenen Aspekten von Migration und räumlicher Mobilität im Raum Karlsruhe gesammelt.

Einwanderung

Karlsruhe ist seit seiner Gründung Schmelztiegel für Menschen verschiedenster Herkunft.

Gründung Karlsruhes

Die Stadt Karlsruhe verdankt ihre Existenz der Anwerbung von Neubürgern. Neben den Menschen aus der näheren Umgebung kamen die ersten Bewohner aus Preußen, Polen, Sachsen, Bayern, Württemberg und dem Elsass. Um genug Zuwanderer anzulocken, bot Markgraf Karl Wilhelm verschiedene Vergünstigungen: Er überließ ihnen ein Grundstück und Holz umsonst, dafür mussten sie ihre Häuser nach seinen Vorstellungen bauen. Er schaffte die Leibeigenschaft und Frondienste ab, hob für 20 Jahre die Steuern auf und garantierte Religionsfreiheit. Diese Bevölkerungsmischung ergab einen neuen Dialekt, das "Brigandedeutsch" (siehe auch: Karlsruher Mundart).

Glaubensflüchtlinge

Im 17. Jahrhundert wurden Waldenser und Hugenotten unter dem französischen König Ludwig XIV besonders grausam verfolgt. Aber auch aus dem Piemont, heute Norditalien, wurden sie vertrieben.

Karlsruher Stadtteile

Verschiedene Karlsruher Stadtteile gehen auf die Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen zurück: Welschneureut und Palmbach.

"La Balme"

1701 hatten sich die Waldenser von Herzog Eberhardt Ludwig von Württemberg die Erlaubnis eingeholt, sich in seinem Land anzusiedeln. Durch den 30-jährigen Krieg was das Land derartig entvölkert, dass die Aufnahme kein Problem darstellte. Die Flüchtlinge erhielten 360 Morgen Ackerland, Wiesen und einige kleine Waldstücke zwischen Grünwettersbach, Stupferich und Langensteinbach. 28 der 35 meist armen Waldenserfamilien wurden Grünwettersbach zugeteilt, wo sie in Erinnerung an ihre alte Heimat die neue Siedlung "La Balme", das heutige Palmbach gründeten. Die übrigen Familien fanden in Untermutschelbach, heute Karlsbad, eine Bleibe. 1806 wurde Palmbach badisch.

Welschneureut

In der Markgrafschaft Baden-Durlach siedelten Hugenotten an. Hier wies Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach den Glaubensflüchlingen 1699 Land bei Neureut zu. Zur Unterscheidung nannte sich das alte Neureut "Teutschneureut", die neue "Colonie" wurde "Welschneureut" genannt.

Zum 300jährigen Jubiläum wurde 1999 ein Erinnerungsstein aufgestellt.

Enzkreis

Die Ortsnamen Kleinvillars, heute Stadtteil von Knittlingen und Großvillars, gehört heute zu Oberderdingen, haben auch ihren Ursprung in der Ansiedlung von Waldensern. Bei Mühlacker gibt es noch einige Orte beispielsweise Wiernsheim-Pinache (gegründet 1699) und Wiernsheim-Serres (auch 1699) sowie Pérouse (zur Gemeinde Rutesheim, Landkreis Böblingen).

Arbeitsmigration im 20. Jahrhundert

In den 1960er Jahren, einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs mangelte es an Arbeitnehmern für gering qualifizierte Tätigkeiten. Für diese wurden im europäischen Ausland ab 1955 vor allem männliche Arbeitsmigranten, sogenannte "Gastarbeiter", angeworben. Sie kamen aus Italien, Spanien, Portugal und Jugoslawien, später auch aus Griechenland und der Türkei. Die "Gastarbeiter" von damals sind nun in der dritten und vierten Generation zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft geworden.

Das Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe veröffentlicht Daten zur Bevölkerungsverteilung und -entwicklung.

Spätaussiedler

Die Nachfahren der deutschen Auswanderer, die sich im 18. und 19. Jahrhundert in Rumänien, Ungarn und Russland niederließen, konnten seit den 1960er Jahren auf Antrag nach Deutschland übersiedeln. Die Zahl der Spätaussiedler schwoll seit der Perestroika und mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stark an. Diese Entwicklung ist in den letzten Jahren jedoch rückläufig. Einer Veröffentlichung des Amtes für Stadtentwicklung zufolge waren beispielsweise 1992 beim Amt für Wohnungswesen der Stadt Karlsruhe noch 751 wohnungssuchende Aus- und Übersiedler registriert, 1999 waren es nur noch 80 Spätaussiedler-Haushalte.

Asylbewerber

Bürgerservice und Sicherheit
Ausländerstelle
Kaiserallee 8
76124 Karlsruhe
Telefax: (07 21) 1 33 - 32 79

Auswanderung und Exil

Auswanderungswellen im 18. und 19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert kamen fast alle deutschen Migranten, die in die USA auswanderten, aus Baden, der Pfalz und Württemberg. Kriege, Missernten und ungünstige Lebensbedingungen in der territorial zersplitterten Region waren dafür verantwortlich.

Im 19. Jahrhundert war Auswanderung aus Baden häufig Armutsmigration. Sie führte allein in den Jahren 1850 bis 1855 62444 Badener in aufnahmebereite Länder, wie zum Beispiel nach Algerien, insbesondere aber in die USA. Es gab aber auch politische Beweggründe: Nach der fehlgeschlagenen Badischen Revolution 1848 flohen Hunderttausende in die USA. Im gesamten 19. Jahrhundert verließ etwa eine halbe Million Menschen den badischen Staat.

Dies lässt sich auch zum Beispiel daran ablesen, wo es neugegründete Siedlungen mit dem Namen "Karlsruhe" oder "Carlsruhe" gab (siehe auch Namensvettern)

Auswanderung aus Karlsdorf und Neuthard im 19. Jahrhundert

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten zahlreiche Einwohner aus den Gemeinden Karlsdorf und Neuthard in die brasilianischen Bundesstaaten Santa Catarina und Rio Grande do Sul aus. Familiennamen wie Schlindwein, Schmitt, Bohn, Riffel und Weschenfelder sind dort häufig anzutreffen. Es gibt bis heute Kontakte zwischen alter und neuer Heimat sowohl auf familiärer als auch auf politischer Ebene. Bis heute hat sich bei den ausgewanderten Familien in den brasilianischen Gemeinden der badische Dialekt erhalten.

Zeit des Nationalsozialismus

Pendlerbewegungen

Pendler zwischen Deutschland und Frankreich, polnische Arbeiter z.B. bei der Spargelernte (nicht wirklich Migration, sondern räumliche Mobilität)

Literatur

siehe auch

Weblinks