Train-Bataillon Nr. 14

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:

(Weitergeleitet von Trainbataillon Nr. 14)

Reservistenbild („Zur Erinnerung an meine Dienstzeit“) aus dem Jahr 1900 für einen Soldaten der 3. Kompanie; oben in der Bildmitte mit kleinem Bildnis Kaiser Wilhelm II.
„..wer weiß, ob wir uns Wiedersehn!“ Soldaten der Train-Abteilung 14 im Ersten Weltkrieg

Das Badische Train-Bataillon Nr. 14 (ab 1. April 1914: "Train-Abteilung") wurde 1864 errichtet und 1919 aufgelöst.

Es gehörte zum XIV. Armeekorps. Der Train organisiert den Nachschub für die im Krieg befindlichen Truppen.

Geschichte

Das großherzoglich-badische Trainbataillon wurde am 24. Oktober 1864 aufgestellt.[1]

Garnison

Kaserne in Durlach an der Alten Weingartener Straße
Funkerkaserne, heute Landespolizeidirektion Karlsruhe

Das Bataillon war bis nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) im Schloss Gottesaue untergebracht und wurde im Anschluss daran 1894 nach Durlach in die Karlsburg verlegt. Nachdem sich Militär und Bürger wechselseitig über Beeinträchtigungen bezüglich des Militärbetriebs rund um das Schloss beschwerten wurde der Bau einer Kaserne außerhalb der Stadt an der Weingartener Straße beschlossen. Kurz vor Fertigstellung und Verlegung auf das auch „Funker-Kaserne” genannten Areals brach der Erste Weltkrieg aus und die neue Kaserne wurde nie bezogen, da nach dem Krieg Durlach zur entmilitarisierten Zone gehörte.

Die Soldaten des Trainbataillons 14 nutzten einen Abschnitt der Pfinz als Militärschwimmschule.

Verein

Am 17. Februar 1893 gründeten ehemalige Angehörige des Bataillons den Badischen Train-Verein.

Tradition

Die Tradition der Badischen Train-Abteilung Nr. 14 übernahm in der Reichswehr die 2. Eskadron der 5. Fahr-Abteilung.[2]

Erinnerung

Hinweis auf das ehemalige Train-Bataillon

Nach dem Train-Bataillon Nr. 14 ist seit 1938 die Trainstraße im heutigen Karlsruher Stadtteil Durlach benannt.

An das Bataillon erinnert auch das 1928 von Hermann Reinhard Alker (1885–1967) geschaffene Traindenkmal in Durlach.

Vier Angehörige des Bataillons aus Forchheim: Ludwig Burkart, Leopold Helfer, David Klein, Leopold Melcher und der Gefreite Philipp Sauer sind als Kriegsteilnehmer von 1870/71 auf dem Kriegerdenkmal Forchheim verzeichnet.

Auch auf dem Kriegerdenkmal Unteröwisheim ist das Bataillon genannt (dort fälschlich als „No. 114“, siehe Foto).

1925 kamen in Durlach vom 9. bis 11. Mai ehemalige Angehörige der badischen Train-Abteilung Nr. 14 und ihrer Kriegsformationen sowie aller Feldverwaltungsbehörden und Sanitätsformationen des ehemaligen XIV. Armeekorps zu ein Treffen („1. Train-Tag“) zusammen. Zu diesem Traintag erschien eine Festschrift (siehe unten).

Ausstellung

2026 zeigt das im früheren Quartier des Bataillons beheimatete Pfinzgaumuseum vom 14. März bis 20. September die SonderausstellungAls die Karlsburg Kaserne war. Das Badische Trainbataillon Nr. 14 in Durlach“ (Eintritt 2 Euro, Ermäßigte 1 Euro).

Gezeigt werden vor allem Reservistika (Reservistenkrüge, -Bilder, -Flaschen und -Pfeifen), Kopfbedeckungen und Effekten (Achselklappen und Epauletten) vornehmlich aus der Zeit ab 1894 als das Bataillon in Durlach stationiert war.

Personen

(Auswahl)

  • Der SPD-Politiker Josef Amann (1897–1971), späterer Ehrenbürger von Heidelberg, diente von 1914 bis 1918 in der Train-Abteilung Nr. 14[3]
  • Der Politiker Heinrich Berggötz (1889–1973) aus Durlach leistete Militärdienst in seiner Heimatstadt.[4]
  • Der Tuchhändler Otto Oppenheimer (1875–1951) aus Bruchsal gehörte der Train-Abteilung Nr. 14 an.
  • Der Zentrums-Politiker Otto Osterwald (1887–1967) leistete von 1909 bis 1911 seinen Militärdienst beim Trainbataillon Nr. 14[5]
  • Der Maler Wilhelm Hempfing (1885–1948) nahm in der Train-Abteilung Nr. 14 am Ersten Weltkrieg teil.[6]
  • Der im Juni 1918 einberufene Max Silberstein (1897–1966) aus Mannheim, späterer Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe, leistete seinen Wehrdienst in der Train-Abteilung Nr. 14 und wurde im Februar 1919 als Gefreiter entlassen.[7]

Der Karlsruher Rechtsanwalt und Politiker Ludwig Marum (1882–1943) diente ab 1915 als Landsturmmann bei der Ersatzabteilung.

Literatur

  • Heinrich[8] Eltester: Geschichte des Badischen Train-Bataillons Nr. 14 und Traindepots XIV. Armeekorps“, erschienen bei Chr. Fr. Müller[9], Karlsruhe 1895 (Standortnummer O52 A 543 in der BLB)
  • Kurzgefaßte Geschichte des Badischen Train-Bataillons Nr. 14. Zur Erinnerung an das 50jährige Regierungsjubiläum Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden im Auftrage des Bataillons zusammengestellt von Schultz, Oberleutnant“, Karlsruhe 1902
  • Hans Eugen Hummel: Festschrift zum 1. Traintag ehemaliger Angehöriger der badischen Train-Abteilung Nr. 14 und ihrer Kriegsformationen sowie aller Feldverwaltungsbehörden und Sanitätsformationen des ehemaligen XIV. Armeekorps in Durlach am 9. bis 11. Mai 1925“, Karlsruhe (Thiergarten) 1925
  • Günter Widmann: Badisches Train-Bataillon Nr. 14 Durlach – Die Sammlung Günter Widmann, mit Fotos von Johannes, Sebastian und Günter Widmann; Durlach 2014 im Selbstverlag

Archivalien

  • Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XVI - 001162: enthält Plan Neubau einer Kasernenanlage für die 2. Eskadron Train Abteilung Nr.14[10]

Weblinks

Abbildungen

Stadtwiki Karlsruhe verbessern („Bilder”)
Diesem Artikel fehlen (weitere/bessere) Bilder. Wenn Sie Zugang zu passenden Bildern haben, deren Lizenzbedingungen es erlauben, sie im Stadtwiki zu verwenden, dann laden Sie sie doch bitte hoch.

Fußnoten

  1. TrA_14#Stiftungstag im GenWiki
  2. Die Webpräsenz www.Lexikon-der-Wehrmacht.de zum Thema „5. Fahr-Abteilung“. Siehe auch: Shawn Bohannon: Stammtruppenteile or Parent Units of the Reichsheer auf der Webpräsenz www.axishistory.com
  3. Das Rhein-Neckar-Wiki zum Thema „Josef Amann“
  4. Kurzbiografie im landeskundlichen Informationssystem LEO-BW („Landeskunde entdecken online“)
  5. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Otto Osterwald“
  6. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Wilhelm Hempfing“
  7. Reiner Haehling v. Lanzenauer: Max Silberstein, in: Baden-Württembergische Biographien 4 (2007), Seiten 349–351 (Text online bei LEO-BW, siehe Detailseite „Silberstein, Max“
  8. Literatur von und über Heinrich Eltester im Katalog der Badischen Landesbibliothek (BLB) zu Karlsruhe
  9. Publikationen von und über H. Eltester im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  10. Webpräsenz www.xxarchiv.de: Detailansicht der Archiveinheit
  11. Allgemein zu dieser Auszeichnung siehe: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Schützenschnur“