Briefmarke (Baden)

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BADEN 1 Kreuzer 1851

Am 1. Mai 1851 wurde die erste Briefmarke im Großherzogtum Baden herausgeben.

Postgeschichte Badens

Schon ab 1490 ließ der Habsburger Kaiser Maximilian I., der durch Heirat Gebiete in den Niederlanden hinzubekam, eine schnelle Postverbindung von Innsbruck nach Mechelen einrichten. Das mit dem Postdienst beauftragte „Haus Taxis“ führte eine kaiserliche „Stafetten-Post“ mit Pferdewechselstellen (Posthaltereien), Unterkünften und Stallungen ein, bei der ein Postsack das „Felleisen“ weitergereicht wurde. Während eine „Kutschen-Route“ ab Füssen über Ulm, Cannstatt, Knittlingen, Bruchsal, Rheinhausen, Speyer nach Mechelen führte, ging eine „Reiter-Stafette“ ab Füssen über Freiburg, Offenburg, Rastatt nach Rheinhausen.

Um 1700 beispielsweise benötigte der Reiter, der weitgehend auf alten Römerstraßen durch Baden ritt, das Geleit beispielsweise der Markgrafschaft Baden-Baden von Rastatt – Durmersheim über Mörsch zum „Markgräflichen Gutshof Grähenwinkel“ (Grünwinkel, damals Gemarkung Daxlanden) und von dort durch die Markgrafschaft Baden-Durlach über Mühlburg - Schröck (Leopoldshafen) nach Graben. Anschließend befand er sich auf kurpfälzischem Territorium.

Vorphilatelie

Da es in Durlach noch keine Reichspost-Station gab, ließ 1677 Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach eine eigene Landpost errichten die dem Wirt von der „Blume“ Johann Sigmund Herzog übertragen wurde. Seine Kutsche verkehrte damals nach Heidelberg, Mannheim, Cannstatt und bis nach Straßburg. Im Jahre 1708 errichteten die in den Reichsfürstenstand erhobenen Taxis in Durlach eine thurn-&-taxis’sche Poststation. Nach Reibereien mit dem markgräflichen Hofpostmeister Herzog wurde er am 4. Februar 1718 zum „kaiserlichen Reichsposthalter“ ernannt mit der Auflage, dass Briefe nur noch von den „Thurn & Taxis“ befördert werden durften.

Nach der Gründung Karlsruhes 1715 durch Markgraf Karl Wilhelm, richtete Herzog 1731 in der Langestraße (heute Kaiserstraße) / Ecke Waldhornstraße eine „markgräfliche Hof- und Landkutschen Expedition“ und eine „thurn-&-taxis’sche Poststube“ ein, die er dem „Mundkoch Seiner Durchlaucht“ Berner überträgt, der sein Wirtshaus nun „Zur Post“ nennt. Auf Berners Sohn folgt 1770 der Erbprinzenwirt Theodor Christoph Kreglinger, dessen Gasthaus sich an der Langen / Ecke Ritterstraße befand. Er war für die Abfertigung der Landkutschen, sowie für die Pferdegestellung der Kurier- und Stafetten Reiter und die taxis’sche Briefbeförderung zuständig.

1742 wurde zur Verbesserung der Postverbindungen zwischen Basel und Heidelberg von den „Thurn & Taxis“ ein Reichspostwagenkurs mit einem Poststall in Karlsruhe eingerichtet und dem Waldhornwirt Richter übertragen, der nun auch Reichsposthalter und Spediteur der „Ordinaripost“ wird. Auf Richter folgte im Jahre 1754 der Kreuzwirt Fischer in der Kreuzstraße 9 / Ecke Zähringerstraße.

Trotz der mit der thurn-&-taxis’schen Postverwaltung abgeschlossen Verträge dauerten die gespannten Beziehungen mit der markgräflichen Hof- und Landkutschen Expedition weiterhin an, worauf sie durch Vermittlung des Badischen Hofes 1789 an die „Turn & Taxis“ verkauft wurde.

Mit der Gründung des Rheinbundes durch Napoleon und der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und somit der kaiserlichen Reichspostverfassung wurde am 2. Mai 1806 Fürst Carl Alexander von Thurn & Taxis mit der „Würde und den Vorzügen eines Großherzoglich Badischen Erbland-Postmeisters“ belehnt. Doch schon am 1. August 1811 wurde die Lehenspost abgelöst und in badische Staatsregie übernommen. Es entstand eine Landespostanstalt mit Postdirektion in der Adlerstraße 18 und 18a. Die Postwagen-Expedition bekam der Kreuzwirt Fischer und die Posthalterei und den Poststall der Erbprinzenwirt Kreglinger zugesprochen. Als Ober-Postamts-Direktor wurde der thurn-&-taxis’schen Beamte „von Kronfels“ benannt. Dem Sohn Christian des Kreuzwirts Fischer wurde nach Ableben des Erbprinzenwirt Kreglinger die Würde eines „Ober-Postamts-Officialen und Postwagenexpeditors“ verliehen.

Am 5. Januar 1827 zog das „Briefpostbureau“ in die Kreuzstraße 12 / Ecke Zähringerstaße um. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Heidelberg–Karlsruhe 1841 und des (ehemaligen) Bahnhofs an der Kriegstaße im Jahre 1843 veränderten sich die Transportwege der Post grundsätzlich. Nachdem die Verlegung der Briefpost in das Bahnhofsgebäude Kriegsstraße (das später Postamt II) erfolgt war, wurden erst nach Protesten der Bürgerschaft, drei Briefsammlungs-Annahmestellen in der Stadt eingeführt.

Erste Stempel

Um 1760 wurden erstmalig Stempel vom Aufgabeort auf den Briefen von Durlach und Karlsruhe verwendet.

Zunächst sogenannte „Adlige“ Langstempel. Beispielsweise „DE DOURLACH“, „DE CRUHE“, „DE DURLACH“, „VON CARLSRUHE“.

Dann um 1800 Langstempel in Schreibschrift und von 1802 an, die in einer Postkonvention mit Frankreich vereinbarten rechtsrheinischen Rayonstempel, in schwarz oder rot. Beispielsweise „R.1. DURLACH“, „R I CARLSRUHE“.

Von 1808 an gibt es Langstempelzweizeiler wie „DURLACH“ darunter „5 Feb“ oder „R.1.KARLSRUHE“ darunter „22. M A I.“.

Erst von 1830 an wurden die Stempel kreisrund, so wie wir sie heute kennen und enthielten den Aufgabeort und das ganze Datum. Für die Fahrposten gab es auch Sonderstempel sogenannte „Posthornstempel“.

1848 erscheinen Rahmenstempel, sogenannte „Brikettstempel“.

Einführung von Briefmarken

Mit dem Postvereinsvertrag vom 6. Januar 1850 wurde hinsichtlich der Freimachung für die Wechselkorrespondenz in der Regel die Vorauszahlung des Portos und die Erhebung von Freimarken als Grundlage bestimmt. Den Beitritt zum deutsch-österreichischen Postverein ermöglichte die zweite badische Kammer am 16. Oktober 1850.

Am 1. Mai 1851 wurden die ersten Briefmarken im Großherzogtum Baden herausgeben.

Freimarken

1851 – 1858 (Michel Nr. 1-8) Geschnittene Ausgabe.

1860 – 1862 (Michel Nr. 9-15) Wappenzeichnung auf liniertem Grund.

1862 – 1864 (Michel Nr. 16-22) Wappenzeichnung auf weißem Grund.

1868-1869 (Michel Nr. 23-25) Wertbezeichnung abgekürzt „KR“.

Landpost-Portomarken

1862-1864 (Michel Nr. 1-3) Nur zu postinternen Verrechnungszwecken.

Neue Stempel

Mit der Einführung der Briefmarken wurden zugleich neue Entwertungsstempel in Form von Fünfringnummernstempel an die einzelnen Poststellen abgegeben und folgende Nummern vergeben.

Für Carlsruhe Nr. 24, für Durlach Nr. 28, für Mühlburg Nr. 94 und für das am 15. April 1858 im Postdirektionsgebäude Kreuzstraße 12 neu eingerichtete zweite „Postbureau“ (Postamt I) Carlsruhe–Stadtpost, einen Zweikreis-Zackenkranzstempel mit der Nr. 177. Durch die Einbeziehung der Eisenbahn in das Postwesen entstand ein Fünfringnummernstempel der „Bahnpost“ mit der Nr. 164.

Am 1. August 1866 wurde das Stadtpostamt (Stempel Nr. 177) in das Haus Friedrichsplatz Nr.1 / Ecke Ritterstraße verlegt.

1870 wurde am Mühlburger Tor ein neues Postamt eingerichtet (Postamt III), es entstand aus der ehemaligen Postablage Mühlburg.

Abgabe des Badischen Postwesens und Ende der BADEN-Marken

Am 31. Dezember 1871 ging das „Postregal“ an die deutsche Reichspost über. Ab dem 1.Januar 1872 verloren die Marken Badens ihre Frankaturgültigkeit und konnten nur noch bis zum 25. Februar 1872 in Marken der Reichspost umgetauscht werden.

Literatur

  • Herbert Stephan: „Postgeschichte von Karlsruhe Band I und II“, Verlag für Briefmarkenkunde 76185 Karlsruhe 21

Weblinks