St. Damian und St. Hugo

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Hofkirche im linken Flügel des Schlosses
Turm der Hofkirche

St. Damian und St. Hugo (im Volksmund „Hofkirche" genannt) ist eine Kirche in Bruchsal. Sie bildete den Namensgeber der ehemaligen Seelsorgeeinheit St. Damian und Hugo und gehört seit September 2015 der neuen Pfarrei St. Vinzenz an.

Beschreibung

Die Kirche, eingebettet in das Gesamtgefüge des Bruchsaler Schlosses, ist von außen nicht als Kirchenbau erkennbar. Er wirkt vielmehr wie das Pendant zum gegenüberliegenden Seitenflügel des Schlossbaues. Der Turm befindet sich abseits, integriert in einem südlich des Schlosses gelegenen Gebäudetrakt.

Der weitgehend schlicht gestaltete Innenraum ist modern eingerichtet und folgt den Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils. Der Altar steht in der Mitte, die Gemeinde blickt von links und rechts zum Priester. Das hinter dem Altar stehende Kreuz von Fritz Wotruba (1907-1975) zeigt die Christusfigur ohne ausgestaltetes Gesicht. Der über dem Altar herabhängende achtflammige Deckenleuchter symbolisiert das Ostergeheimnis.

Die in Weiß und Gold gehaltenen modernen Kreuzwegstationen stammen von HAP Grieshaber. Sie wurden 1970 eingeweiht.

Geschichte

Kirchenbau wie Kirchengemeinde gehen auf das Jahr 1724 zurück, als der Schlossbau bereis im Gange war. Bauherr Damian Hugo von Schönborn verfügte über die Einrichtung einer Hof- und Pfarrkirche die im gerade entstehenden Gotteshaus beheimatet sein sollte. Damit verbunden waren sowohl die Neuordnung der Gemeindegliederung in Bruchsal wie auch die Ausübung des Bischofsamtes, was Schönborn in Speyer für nicht umsetzbar hielt. Die Hofkirche war damit „Prokathedrale“ (also dem Rang nach nur dem Speyerer Dom untergeordnet) und Pfarrkirche in einem. Entsprechend prunkvoll war die Kirche dem barocken Zeitgeist folgend ausgestattet. Den Status der „Prokathedrale“ behielt die Hofkirche zunächst auch nach der Säkularisation, er wurde erst 1810 mit dem Tode von Wilderich von Walderdorf aufgehoben, und die Hofkirche verblieb als Pfarrkirche.

Am 1. März 1945 wurde die Kirche beim Bombenangriff auf Bruchsal vollständig zerstört. Lediglich der Turm blieb stark beschädigt stehen. Der Wiederaufbau erfolgte von 1960 bis 1966, nachdem der Turm bereits 1954 fertiggestellt worden war. Bei der Neugestaltung des Kircheninneren (das Äußere wurde originalgetreu wiedererrichtet) verzichtete man bewusst auf einen Rückgriff auf die barocke Gestaltung. Dies einerseits um die Veränderungen die das 2. Vatikanische Konzil brachten zu berücksichtigen, aber auch als Mahnmal gegen das Dritte Reich. Lediglich einige wenige erhalten gebliebene Einrichtungsstücke, darunter bronzene Apostelfiguren aus dem Jahre 1593 und ein Kreuz von 1730 dienen als Brücke zum Vorgängerbau.

Die Pfarrei St. Damian und Hugo wurde zum 1. September 2015 zugunsten der neuen Pfarrei St. Vinzenz aufgehoben.

Die bisherigen Pfarrer

Die Fürstbischöfe Schönborn, Hutten, Stirum und Wilderich verstanden sich als "Oberpfarrer" der Hofpfarrei. Im Gründungsprozedere der Hofpfarrei war 1724 Geistl. Rat Dr. Ulrich Kellermann zum Pfarrverweser ernannt worden und am 1. März 1728 zum Hofpfarrer. Mit der endgültigen Gründung der Pfarrei 1730 übernahm das zeitgleich gegründete Priesterseminar die Seelsorge. Der so genannte "Erster Seminarpriester" wurde am 1. März 1730 ernannt und hieß MOHR.

Die Seelsorger waren:

  • 1730 - 1733: Mohr
  • 1738 - 1743: Johann Adam Schröder
  • 1743 - 1744: Melchior Fottes
  • 1744 - 1745: Johann Adam Buckel
  • 1745 - 1746: Reichle
  • 1746 - 1752: Georg Kohlschmidt
  • 1752 - 1753: Nikolaus Adam Habermehl
  • 1753 - 1754: Chrysostomos Andreas Stahlhoefer
  • 1754 - 1760: Friedrich Adolf Kern
  • 1799: Michael Edel
  • 1823 - 1825: Johann Baptist Lohr (Pfarrverweser)
  • 1827 - 1843: Zusammenlegung mit Stadtpfarrei, keine eigenständige Priesterbenennung
  • 1843 - 1849: Josef Ottmann
  • 1849 - 1850: Johann Georg Welte
  • 1850 - 1862: Heinrich Küstner
  • 1862: Ferdinand Eisen
  • 1862 - 1863: Franz Mathäus Lemp
  • 1863 - 1864: Ludwig Blasius Kaestle
  • 1864 - 1865 Otto Haberkorn (Pfarrverweser)
  • 1865 - 1885: Emil Warth
  • 1885 - 1896: Josef Kunz
  • 1896 - 1907: Anton Wetterer
  • 1907 - 1909: Dr. Herrmann Siebert (Pfarrverweser)
  • 1909 - 1952: Eduard Böhler
  • 1952 - 1954: Richard Merkert (Pfarrverweser)
  • 1954 - 1968: Alois Westermann
  • 1968 - ? (Mind. 1980): Elmar Wohlfahrt
  • 1986 - 2014: Edgar Neidinger
  • 2014: Dr. Benedikt Ritzler

Evangelische Seelsorger während der Zeit der Hofdiakone und des Simultaneums

  • 1803 - 1814: Heinrich Wilhelm Bommer
  • 1814 - 1821: Ludwig Christian Sachs
  • 1821 - 1879: Friedrich Wölfel
  • 1880 - 1901: Johann Degen
  • 1901 - 1929: Otto Werner

Adresse

St. Damian und St. Hugo
Schönbornstraße 4
76646 Bruchsal

Weblinks