Postreisedienst

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Mehrere geparkte Omnibusse der Bundespost im Jahr 1958 an der Endhaltestelle hinter der Hauptpost stehend (Kfz-Kennzeichen BP)
Endhaltestelle am Stephanplatz mit Omnibus "7040 Russheim" der Omnibus-Verkehrsgemeinschaft OVG von Post und Bahn im Jahr 1979. Im Bild ein Bahnbus (Kfz-Kennzeichen DB)

Als Kraftpost wurde der kombinierte Personen- und Posttransport durch die Deutsche Reichspost beziehungsweise Deutsche Bundespost in Postbussen als Nachfolger der Postkutsche bezeichnet. Ab 1965 bis zur kompletten bundesweiten Einstellung 1985 wurde offiziell die Bezeichnung Postreisedienst verwendet [1].

Karlsruhe und Region

20. Jahrhundert

Am 31. Mai 1983 ging die lange Tradition des Karlsruher Postreisedienstes zu Ende: Im Zuge der Verwirklichung eines Kabinettsbeschlusses der Bundesregierung vom 1. Juli 1981, wonach der Postreisedienst der Deutschen Bundespost auf die Deutsche Bundesbahn überzuleiten ist, übernahm die damals für den hiesigen Betrieb zuständige Geschäftstelle Bahnbus Nordschwarzwald-Südpfalz mit Sitz in Karlsruhe am 1. Juni 1983 auch die Buslinien, die das Postamt 2 Karlsruhe bislang bedient hatte [2].

Dies waren die Linien:

Bis zur Übernahme durch die Deutsche Bundesbahn waren auf den Kraftposten, die das Postamt 2 Karlsruhe bediente, 16 Linienbusse eingesetzt. Die 35 Busfahrer wechselten nach der Übernahme zur Bahn über. Die Verabschiedung erfolgte auf dem Fahrgastschiff Fortuna durch den damaligen Amtsvorsteher, Leitender Postdirektor Dr. Elmar Kolb [3].

Bereits im Jahr 1971 wurden die Bahn- und Postbusse in der gesamten Bundesrepubik Deutschland zur Omnibusverkehrsgemeinschaft Bahn/Post mit der Zentralstelle in Frankfurt am Main zusammengeführt, die eine reine Planungsgesellschaft war, während der Betrieb jeweils bei der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundespost verblieb [4].

Omnibusausflugs- und Verkehrslinie "Schwarzwaldpost" der Bundespost von Karlsruhe nach Freiburg im Jahr 1955. Der erste von einem amerikanischen Reisebüro vermittelte Fahrgast erhält ein Begrüßungsgeschenk

Neben der Erschließung der abseits von Bahnlinien gelegenen Dörfer betrieb die Kraftpost damals auch Fernlinien, die speziell auf Touristen abzielten. Von Karlsruhe aus fuhr die "Schwarzwaldpost" im Sommer täglich über Ettlingen, Herrenalb, Baden-Baden, die Schwarzwaldhochstraße, Freudenstadt und Triberg nach Freiburg oder die "Rhein-Main-Post" ganzjährig über Bruchsal, Mosbach und Walldürn nach Wertheim und Würzburg. Für diese Linien wurden sogar eigene Broschüren herausgebracht, die "Illustrierten Kraftpostführer". Allerdings wurden sie in den siebziger und achtziger Jahren nach und nach aus Mangel an Rentabilität eingestellt. Die Linie nach Würzburg wurde später von der Deutschen Touring betrieben und fuhr noch bis 1996 [5].

19. bis Anfang/Mitte 20. Jahrhundert

Es war nicht das erste Mal, dass die Bahn Verkehrsdienstleistungen der Post im Reisedienst übernahm: Als im 19. Jahrhundert fast überall Bahnlinien gebaut wurden, mussten die Postkutschen nach und nach ihre Dienste einstellen. Erst ab dem Jahr 1905 konnte die Post im Reisedienst mit Bussen wieder Fuß fassen und erschloss vorwiegend die Flächen, in denen Bahnlinien - weil nicht rentabel - nicht vorhanden waren. So wurden z.B. zwischen den beiden Weltkriegen die Kraftpostlinien nach Rußheim und Völkersbach eingerichtet [6].

21. Jahrhundert

Zwischen 2013 und 2017 war die Deutsche Post AG wieder im Fernbusverkehr unter der Marke Postbus aktiv. Ab dem Karlsruher Hauptbahnhof Süd fuhr der Postbus zu verschiedenen Zielen innerhalb Deutschlands und im Ausland ab. Am 3. August 2016 wurde die Übernahme des Postbusbetriebs durch den Marktführer Flixbus bekannt gegeben. Die bestehenden Postbus-Linien wurden nach der Übernahme in das Angebot von Flixbus überführt oder eingestellt [7].

Weblinks

Fußnoten

  1. Wikipedia zum Thema Kraftpost [1]
  2. Bericht im mn-Anzeiger vom 21. Mai 1983, Nummer 20, 9. Jahrgang [2]
  3. Bericht im mn-Anzeiger vom 21. Mai 1983, Nummer 20, 9. Jahrgang [3]
  4. Wikipedia zum Thema Kraftpost [4]
  5. Bericht des Heimatvereins Völkersbach zum 75. Geburtstag der Buslinie nach Völkersbach im Jahr 2005 [5]
  6. Bericht im mn-Anzeiger vom 21. Mai 1983, Nummer 20, 9. Jahrgang [6]
  7. Bericht über die Übernahme von Postbus durch Flixbus bei tagesschau.de [7]