Evangelische Kirche Wössingen

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Evangelische Kirche Wössingen

Die Weinbrennerkirche ist eine evangelische Kirche in Wössingen.

Inventar

Aus der Oberwössinger Kirche wurden Epitaphen übernommen, die im Innern der neuen Kirche angebracht wurden.

  • Hans Stain von Raichenstein und seine Frau Margarethe geb. von Westerstedt (1575)
  • Unbekanntes Grabmal aus der Zeit der Renaissance, vermutlich einer der Herren von Wildungen.
  • Johann Georg Schilling von Canstatt, gestorben am 23. Juli 1728, und seine Frau Sophie Magdalena Katharina von Widerhold

Die Kirchturmuhr, gefertigt 1934 von der Firma B. Schneider, Schonach, hat auf den drei dem Ort zugewandte Seiten ein Ziffernblatt. Die dem hinter der Kirche liegenden Friedhof zugewandte Turmseite wurde ausgespart mit der Begründung „In der Ewigkeit spielt Zeit keine Rolle“.

Geschichte

Die Kirchen in Ober-und Unterwössingen waren beide baufällig geworden, eine Erneuerung wurde als unrentabel betrachtet. So beschlossen die bis dahin selbständigen Gemeinden am 10. Juli 1810 zu fusionieren und eine gemeinsame, neue Kirche zu bauen. Die Genehmigung für beide Vorhaben erteilte der Großherzog sechs Jahre später.

Ursprünglich war ein Bauplatz an der Hauptstraße vorgesehen, der an der Gemarkungsgrenze zwischen beiden ehemaligen Orten lag. Der Einspruch des Grundstückeigentümers Jakob Mösner, der sich bei der Zufahrt zu seiner Scheune behindert sah, sorgte für ein Novum in Baden: Die Kirche wurde auf einer Anhöhe erbaut und mit einer Treppe runter zur Hauptstraße mit dem auf der gegenüberliegenden Seite gelegenen, 1818 fertiggestellten Pfarrhaus verbunden. Begründet wurde der neue Standort auch mit dem Verschönerungscharakter, welcher dem neuen Gebäude zugewiesen wurden.

Die Plaung der neuen Kirche übertrug man Friedrich Weinbrenner und seinem Schüler Friedrich Theodor Fischer. Am 21. Oktober 1817 wurde der Grundstein gelegt. Jedoch geriet der Bauunternehmer in Konkurs, sodass über ein Jahr nicht gebaut werden konnte. 1819 stürzte in Folge eines Unwetters der Turm ein, so dass erst im Jahr darauf der Bau fortgesetzt werden konnte. Geweiht wurde die Kirche am 21. April 1822. Erster Gemeindepfarrer wurde Johann A. Schumacher.

Die erste Orgel der Kirche wurde von der Pforzheimer Schlosskirche übernommen. Sie wurde schon 1842 als reparaturbedürftig beschrieben und war seither in der Gemeinde aufgrund ihres schlechten Zustandes eher unbeliebt. Sie wurde 1927 durch einen Neubau ersetzt, welcher durch in den USA lebende Wössinger mitfinanziert wurde.

Zwei der Glocken für die neue Kirche wurden aus dem Material der beiden Vorgängerbauten in Rastatt gegossen. Die Dritte Glocke war 1789 in der Heidelberger Gießerei Speck entstanden und war unverändert übernommen worden. Sie blieb auch erhalten, als 1898 die anderen Glocken durch die Firma Bachert bei Mosbach neu gegossen wurden. Den Ersten Weltkrieg überstand sie jedoch nicht: Am 27. Juli 1917 musste sie zusammen mit der mittleren Glocke abgegeben werden.

Die Firma Bachert bot bereits 1919 der Gemeinde neue Glocken an, das dafür angesparte Geld stand aufgrund der einsetzenden Inflation jedoch nicht mehr zur Verfügung. Das tatsächlich angeschaffte, spendenfinanzierte Geläut wurde durch den Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation gefertigt und in Januar 1921 geweiht. Die verbliebene Rastatter Glocke wurde an die Katholische Gemeinde Eichtersheim verkauft. Das Geläut wurde 1963 im Zuge einer Kirchenrenovierung elektrifiziert.

Eine weitere Renovierung erfolgte 1989. Dabei wurde eine neue Orgel installiert, die in der Schiltacher Werkstatt Heintz gebaut wurde.

Die Sandstein-Treppe der Kirche steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche Stufen davon sind durch Wasser- und Frostschäden beschädigt, sie wurden ab Juni 2009 saniert.

Die bisherigen Pfarrer

  • 1863 – 1903: Lamprecht
  • 1903 – 1912: Lammerdin
  • 1912 – 1917: Lauer
  • 1917 – 1931: Zipperer
  • 1931 – 1935: Gettert
  • 1935 – 1951: Stierle
  • 1951 – 1955: Heuser
  • 1955 – 1956: Brutzer
  • 1956 – 1968: Dill
  • 1968 – 1976: Ziegler
  • 1976 – 1979: Widder
  • 1979 – 1993: Freyer
  • 1993 – 2001: Jäckel
  • 2001 – 2010: Christoph Lang
  • seit 2010: Martina Tomaïdes

Weblinks